24.06.2011
Zeitschriften

Mobiles Finanzwesen

Derzeit ergänzt die Varial Software AG ihr Portfolio um Lösungen für das iPad. Die App trägt dabei den vielversprechenden Namen „CFOs Mobile Home“. Wir hakten bei Gerhard Knoch, Vice President beim Mutterkonzern Infor, genauer nach.


Gerhard Knoch, Vice President bei Infor

ITM: Herr Knoch, ist das iPad heute noch ein Spielzeug oder avanciert es bereits zum Business-Tool?
Gerhard Knoch:
Im Internet surfen, E-Mails bearbeiten oder soziale Netzwerke besuchen, das sind immer noch die häufigsten Verwendungsformen für das Gerät. Doch der professionelle Nutzen mit entsprechenden spezifischen Anwendungen nimmt rasant zu. Die erste Generation Tablet-PCs – wobei Tablet so viel bedeutet wie Notizblock oder Schreibtafel – waren in der Tat für den professionellen Umgang kaum zu gebrauchen.

ITM: Woran lag das?
Knoch:
Die Bedienung erfolgte per Eingabestift, teils auch schon mit dem Finger. Heutige Tablet Computer sind mit den Fingern bedienbare Embedded System in Slate-Bauweise. Aktuelle iPads verfügen über eine geschlossene Hardware-Architektur, ein festes Betriebssystem iOS (analog dem iPhone) und sind ursprünglich für den Konsum digitaler Medien gedacht.
Nichtsdestotrotz stellt das iPad eine leichte, elegante und vor allem kostengünstige Computerplattform für den Verbraucher dar – und das wiederum macht das Gerät attraktiv für Unternehmen. Ein funktionaler Ausbau erfolgt durch sogenannte „Apps“ (Anwendungen). Erst diese ermöglichen es den Unternehmen, ihren Mitarbeitern, ein wirklich kosteneffizientes Werkzeug zur Verfügung zu stellen, mit dem sie ihre Aufgaben auch außerhalb des Büros erledigen können.

ITM: Wie ist das tatsächliche Interesse der Unternehmen an mobilen Geschäftsanwendungen einzuschätzen?
Knoch:
Komplexe Geschäftsanwendungen, das belegte eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums (‚Nachfragestrukturen und Entwicklungspotenziale von Mobilen Business-Lösungen im Bereich kleiner und mittlerer Unternehmen‘) bereits Ende vergangenen Jahres, die mit Hilfe mobiler Endgeräte umgesetzt werden, sind hierzulande aktuell noch wenig verbreitet. Das kurzfristige Wachstumspotential in diesem Bereich ist allerdings enorm. Sage und schreibe 70 Prozent der befragten Unternehmen sehen akuten Bedarf für die Anwendung der mobilen Informationstechnik zur Wertschöpfungssteigerung. Mehr als die Hälfte plant eine Einführung in den kommenden zwei Jahren.

ITM: Warum sind mobile Geschäftsanwendungen Ihrer Meinung nach für Unternehmen so attraktiv?
Knoch:
Moderne Geschäftsprozesse erfordern stetige und unmittelbare Informationsversorgung – unabhängig von Raum und Zeit, schnell und effizient und mit Hilfe weit verbreiteter Medien. Modernste Informationstechnologie – XML für den plattform- und implementierungs-unabhängigen Austausch von Daten, schnelle und leistungsfähige Server sowie die ­Datenfunknetze WLAN, UMTS bzw. VPN – machen die Umsetzung von mobilen Geschäftsanwendungen für die Plattform iPad möglich, die genau diesen Bedarf ­decken.

Hauptmotive für die rasant steigende Akzeptanz mobiler Geschäftslösungen sehen Berater wie der parlamentarische Wirtschaftsstaatssekretär Hans-Joachim Otto in erhofften Zuwächsen an Flexibilität, der Steigerung der Informationsqualität und -verfügbarkeit sowie der Verbesserungen der Servicequalität. Auch die interne Prozessoptimierung ist nicht zu vernachlässigen. Unternehmen, die bereits mobile Geschäftsanwendungen implementiert haben, konnten nachweislich ihre operativen Kosten signifikant reduzieren.

ITM: Sie haben eine iPad-App für Finanzlösungen angekündigt. Was und wann kommt das Produkt auf den Markt?
Knoch:
Als einer der ersten Anbieter branchenunabhängiger Software bieten wir eine Finanzapplikation für das iPad, die Entscheidungsträgern einen mobilen und vor allem schnellen Zugriff auf die wichtigsten Kenndaten im Unternehmen wie Erlöse, Verbrauche, OPs und Cashflow, u.v.m. bietet.

ITM: Können Sie die Zielgruppe eingrenzen?
Knoch:
Die App richtet sich an den Finanzchef des Unternehmens, den Vorstand, oder an den Inhaber. Also Leute, die nicht den sehr detaillierten Einblick in Einzelheiten, sondern übergreifende und entscheidungsrelevante Informationen benötigen.

Nicht selten sind das auch die Personen, die bedingt durch ihre Position häufig auf Reisen sind oder von zu Hause ­arbeiten, also einen schnellen mobilen Zugriff auf Ihre Unternehmensdaten benötigen. Hier liegt auch der wesentliche Vorteil gegenüber den bestehenden Client/Server-Applikationen. Mit der iPad-App ist der Zugang zu den Informationen in weniger als fünf Sekunden hergestellt.

ITM: Wie erfolgt der Zugriff?
Knoch:
Technisch ist die App über eine getunnelte IP-Connection mit einem Finance-App-Server im Unternehmen verbunden. Dieser App-Server lässt nur gesicherte, authentifizierte Zugriffe zu und stellt für genau diese Zugriffe die Finance-Daten zur Verfügung. Die Gesamtheit der Finance-Daten verbleibt in der zentralen VWE-Datenbank. Steht keine Online-Verbindung zum App-Server zur Verfügung, kann der Anwender mit dem letzten Stand der geladenen Daten offline weiterarbeiten.

ITM: Welche Inhalte können genau abgerufen werden?
Knoch:
Die App liefert im ersten Auslieferungsstand zunächst einen Überblick über Erlöse und Aufwände. Stellt die Sicht auf die Unternehmensergebnisse zur Verfügung. Alle Daten können in beliebigen Strukturen anhand von Kontengruppen und Einzelkonten dargestellt werden, so lassen sich Kosten und Umsätze bezogen auf Personen oder auch Produktgruppen analysieren. So erschließt sich neben dem analytischen Ansatz auch eine schnelle Antwort darauf, welcher Umsatz  generiert wurde.

Aus Sicht des Entscheidungsträgers ist sicherlich die Frage der Unternehmensergebnisse allgegenwärtig, letztlich wird sie aber doch überdeckt von der Frage nach den liquiden Mitteln, die je nach Situation des Unternehmens von Tag zu Tag neu zu stellen ist. Daher bietet die App dem Entscheider die Sicht auf die Offen Posten, sowohl kreditorisch als auch debitorisch. Darüber hinaus kann die Frage des Cash Flows analysiert werden. Die Darstellung der Ergebnisse in grafischer Form ist für die angesprochene Zielgruppe obligatorisch.

ITM: Planen Sie künftig Erweiterungen?
Knoch:
Wir sehen hier Optionen im Bereich Liquiditäts- und Forderungsmanagement aber auch in detallierten Fragestellung zum Thema Cash-Flow. Im Bereich Personalwesen planen wir in 2012 HR-Apps bereitzustellen mit denen das Arbeiten des Personalchefs erleichtert werden kann. 


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