29.03.2012
Cloud Computing
Von: Jaya Hegele

Tom Cahill, Jaspersoft

Mehr Zeit für das Kerngeschäft

IT-Mittelstand sprach mit Tom Cahill, Vice President of Worldwide Channels Jaspersoft, über die Chance von Cloud Computing für den Mittelstand, etwa durch den Einsatz von Cloud-BI-Lösungen.


„Der große Speicherplatz sowie die hohe Rechenleistung machen eine On-Premise- BI-Lösung in Zukunft gerade für mittelständische Unternehmen untragbar“, so Tom Cahill, Vice President of Worldwide Channels Jaspersoft.

ITM: Bislang nutzen nur wenige mittelständische Unternehmen die Chancen von Cloud Computing. Vor welchen Hürden stehen Ihrer Meinung nach Mittelständler?

Tom Cahill: Hürden und Bedenken resultieren aus vielen unbeantworteten Fragen, wie zum Beispiel: Wie ermittelt man die Vorteile von Cloud Computing für das eigene Unternehmen? Welche Geschäftsprozesse eignen sich für eine Auslagerung in die Cloud? Welche technischen und rechtlichen Anforderungen müssen erfüllt werden, um die Cloud einsetzen zu können? In den meisten Fällen lassen sich auf alle Fragen Antworten finden, jedoch bleibt bei vielen mittelständischen Unternehmen ein „Restbedenken”, wie Sicherheitsfragen, Probleme bei der System-integration oder Verletzung von Compliance-Anforderungen.

ITM: Warum ist Cloud Computing eine strategische Entscheidung?

Cahill: Cloud Computing ist eigentlich keine strategische Entscheidung. Natürlich hat der Schritt in Richtung Cloud für Unternehmen eine große Bedeutung, aber im Grunde genommen ist Cloud „nur” ein alternatives Bereitstellungsmodell von IT-Diensten. Das Unternehmen trifft bei der Wahl der Anbieter von IT-Diensten eine strategische Entscheidung und nicht bei der Wahl des Bereitstellungsmodells On-Premise oder Cloud.

ITM: Worin sehen Sie die konkreten Vorteile von Cloud Computing für den Mittelstand?

Cahill: Cloud Computing hilft Kosten zu sparen, denn das zugrunde liegende Pay-per-use-Modell reduziert die unternehmenseigenen Ausgaben für den Kauf, den Betrieb und die Updates/Upgrades von IT-Strukturen. Die Zeit von kostspieligen Hard- und Software-investitionen ist vorbei, denn Entwicklungsplattformen, Speicherplatz und Applikationen müssen nur noch nach Verbrauch eingesetzt und abgerechnet werden. Aus Fixkosten werden variable Kosten, denn der Cloud-Dienstleister kümmert sich um Installations- und Wartungsarbeiten.

Was für den Mittelständler besonders interessant ist, ist die Tatsache, dass er mit Cloud Computing mit der jeweils aktuellen Hard- und Software des Dienstleisters arbeiten kann. So greift ein mittelständisches Unternehmen selbst bei kleinerem IT-Budget auf moderne und leistungsstarke IT-Strukturen zu relativ geringen Kosten zu. Für Mittelständler, die ein besonders schnelles und großes Wachstum verzeichnen, kann auch die Option, ihre IT-Ressourcen zentral betreiben und managen zu lassen, vorteilhaft sein, denn so bleibt mehr Zeit für das Kerngeschäft.

ITM: Im CRM-Bereich etwa haben sich Cloud-Services bereits etabliert. Auch BI-Anwendungen in der Cloud gewinnen immer mehr an Bedeutung. Wie ist diese Entwicklung Ihrer Ansicht nach zu begründen?

Cahill: Anfangs gab es einige Bedenken gegenüber Business Intelligence in der Cloud. Vor allem die Angst, Finanzkennzahlen oder hochsensible Kundendaten in die Cloud zu verlagern, hielt viele Unternehmen davon ab, die Chancen von Cloud Computing auch im Bereich BI und Reporting zu nutzen. Eine weitere Hürde stellte die fehlende Option auf Individualisierung dar. On-Premise, BI-Anwendungen werden auf die Bedürfnisse des Unternehmens abgestimmt. Es herrschten die Bedenken, ob diese Tatsache den Standardisierungsgedanken bei Cloud-Anwendungen nicht widerspricht. Nachdem der Markt für Cloud Computing gereift ist, stehen nun die Vorteile von Cloud BI im Fokus.

ITM: Von welchen Vorteilen profitieren Unternehmen durch den Einsatz von Cloud BI?

Cahill: Die immer größer werdenden Datenvolumen verlangen nach großen Investitionen in die Infrastruktur. Der große Speicherplatz sowie die hohe Rechenleistung machen eine On-Premise-BI-Lösung in Zukunft gerade für mittelständische Unternehmen untragbar. Je nach Bedarf kann mit Cloud BI die Serverleistung gedrosselt bzw. erhöht werden. So lässt sich auch in Zukunft das Streben nach „BI für jeden“ umsetzen. Denn die BI-Lösung wird damit auch für mittelständische Unternehmen trotz Datenwachstums erschwinglich bleiben, was zu einem weiteren Vorteil führt – nämlich Kosteneffizienz. Cloud-
BI-Lösungen befreien Unternehmen davon, kostspielige Softwarepakete bzw. Upgrades zu erwerben und zeitintensive Updates durchzuführen, denn hierum kümmert sich der Service-Provider.

ITM: So weit so gut, doch die Sicherheitsbedenken gegenüber der Datenauslagerung sind bei Mittelständlern nach wie vor präsent. Wie schätzen Sie das Thema Datensicherheit beim Cloud Computing ein?

Cahill: Mit der zunehmenden Verlagerung von Anwendungen und Rechenleistung in die Wolke gewinnt die Diskussion um Datensicherheit selbstverständlich an Bedeutung. Viele Unternehmen machen sich Sorgen darüber, dass gerade sensible, personenbezogene und unternehmenskritische Daten in der Wolke unkontrolliert zur freien Verfügung stehen. Unternehmen, die sich für Cloud Computing entscheiden, sollten sich auf jeden Fall mit dem Thema Datensicherheit auseinanderssetzen. Es gilt jede Menge Fragen mit dem Cloud-Anbieter zu beantworten, wie etwa: Wie kann man auf seine Daten zugreifen bzw. diese wiederherstellen? Wie wird die Datensicherung inklusive Disaster Recovery gewährleistet? Wie erhält man seine Daten nach Vertragsende zurück? Cloud Computing wird sich weiter ausbreiten, weil es auch einfach dazu beiträgt, Unternehmen agiler und wettbewerbsfähiger zu machen. Unternehmen sollten sich daher frühzeitig mit den möglichen Risiken des Cloud Computings beschäftigen.


Bildquelle: © Jaspersoft


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