ITM: Was sind zurzeit die wichtigsten Trends hinsichtlich Rewe/Fibu/Controlling im Mittelstand?
M. Friemel: Mittelständische Unternehmen betrachten ihr Zahlenwerk heute nicht mehr nur im Rückspiegel, sondern verlangen nach starken Werkzeugen für das Controlling und die strategische Unternehmensplanung. Zudem steigt die Nachfrage nach Kennzahlen- und Frühwarnsystemen zur effizienten Unternehmens- und Liquiditätssteuerung bei KMU stetig.
Der Trend geht zur ganzheitlichen Betrachtung eines Unternehmens, so dass perspektivisch alle Daten, egal ob aus der Produktionsplanung, dem vertrieblichen Forecast, der Finanzbuchhaltung etc. in einem Data Warehouse abgebildet werden. Über das Data Warehouse sind alle Unternehmensdaten für die Entscheider in Verbindung mit Geschäftsprozessmodellierung schnell und einfach zugänglich.
Optisch und technisch nur peripher integrierte Rechnungswesen-Produkte, werden sukzessive dem Trend integrierter ERP-Komplettsysteme Tribut zollen. Moderne Anwendungen, die sich durch ihre Beschaffenheit und technologische Basis leicht in die Prozesswelt einer gewachsenen Branchenlösung integrieren lassen, werden in Zukunft den Softwaremarkt dominieren.
ITM: Welche Prozesse müssen Mittelständler in der Regel umstellen, um ein wirkungsvolles Controlling und Reporting zu installieren?
A. Keseberg: Zuerst muss sich die Position des Controllers und damit die Philosophie der Aufgabenstellung drastisch verändern, weg vom reinen kontrollieren und Daten sammeln hin zum informieren, planen und steuern. Denn die heutigen Instrumente bieten völlig neue Steuerungsmöglichkeiten. Der Investitions- und Installationsaufwand ist dabei abhängig von der Komplexität der Unternehmensorganisation und den -zielen, dies kann einfache bis höchste Anforderungen an die Software bedeuten.
ITM: Was spricht für ein integriertes ERP-Gesamtsystem mit eingebauten Business Intelligence- und Controlling-Funktionen?
M. Friemel: Der Hauptvorteil ist die Aggregation von Daten aus verschiedenen Applikationen, die dann einfach zu multidimensionalen Analysen zusammengeführt werden können. So stehen Entscheidern alle Unternehmensdaten auf Knopfdruck, d.h. ohne Aufbereitungsläufe für aufgesetzte Systeme, zur Verfügung.
ITM: Wo gibt es noch Schwachstellen bei der Anbindung von speziellen Controlling- und BI-Softwareprodukten an das ERP-System?
A. Keseberg: Schwachstellen bei der BI-Anbindung an ERP-Systeme sind nach wie vor alte Softwarestrukturen, die den Kern der eigentlichen Applikationen unberührt lassen und nur neue Bedienoberflächen bieten. Die eGecko-Plattform bietet durch ihre fundamental neuentwickelte web- und komponentenbasierte JAVA-Architektur eine 100 prozentige Integration in den ERP-Standard Psipenta.
ITM: Was muss technisch und organisatorisch noch geschehen, damit es in absehbarer Zeit denkbar wird, dass der gesamte Software-Komplex Fibu/Rewe/Controlling komplett ausgelagert wird, inklusive Softwarebereitstellung im Rechenzentrum und dazugehöriger Abwicklung?
M. Friemel: Nichts! eGecko On Demand bietet als Software as a Service (SaaS) klare Vorteile wie die Reduktion der unternehmensinternen EDV-Infrastruktur. CSS übernimmt den Betrieb der Applikation und strategische Kooperationspartner die gesamte EDV-Umgebung.
6. Mit welchem Investitionsaufwand ist für den Einstieg in das professionelle Controlling zu rechnen?
A. Keseberg: Der Investitionsaufwand ist abhängig von den avisierten Unternehmenszielen, dies kann je nach Unternehmen einfache bis komplexe Anforderungen an das Controlling bedeuten. Daher berechnen wir den Aufwand auf Anfrage nach den konkreten Anforderungen des Kunden. Der Kunde bezahlt genau das, was er konkret einsetzen möchte.