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Sirko Schneppe, CDC Ecommerce

Von: Ina Schlücker

Kurzinterview mit Sirko Schneppe, Geschäftsführer bei CDC Ecommerce

Sirko Schneppe

Sirko Schneppe, Geschäftsführer
bei CDC Ecommerce

ITM: Welchen Anforderungen muss ein E-Commerce-Portal heute genügen?
Sirko Schneppe:
Webseiten repräsentieren das Unternehmen, je schneller der Seitenaufbau ist, Bilder geladen werden und Klicks beantwortet, umso höher wird auch der Service des Unternehmens eingeschätzt. Man hat ja als Besucher keinen zuvorkommenden Mitarbeiter sondern lediglich die Webseite als Anhaltspunkt um ein Unternehmen zu bewerten. Die Performance muss also durchgängig gut sein, d.h. Bilderladezeiten, Suchergebnisse, Bestellvorgang, Bezahlung – alles muss schnell und problemlos durchlaufen.

Bei der Bedienbarkeit verhält es sich genauso, hängt aber auch von der „Philosophie“ des Verkäufers ab. Man sollte eher einen sehr einfachen, übersichtlichen Ansatz fahren – aber es gibt auch Unternehmen, bei denen die Vielfalt, die Konfigurierbarkeit von Angeboten im Mittelpunkt steht. Dort muss ich auch die Bedienerführung entsprechend komplexer ausrichten. Generell gilt aber, dass es in jedem Fall intuitiv sein muss, d.h. der Käufer wird „automatisch“ auf die nächste Aktion geleitet.

ITM: Welche elektronischen Bezahlverfahren haben sich bei Online-Plattformen mittlerweile etabliert?
Sirko Schneppe:
Durch die Vielzahl von Online-Bezahlverfahren wird es dem Unternehmen wirklich schwierig gemacht, ein passendes Set von Bezahlmethoden zu finden. Ich empfehle Nachnahme, Paypal, Lastschrift, Rechnungskauf und Kreditkarte als sinnvolles Set. Es gibt einige sehr gute Zahlungsdienstleister wie Wirecard die auch mehrere Methoden im Paket anbieten. Die Gebühren entscheiden dann meist über die Auswahl. Für den Endkunden ist es in jedem Fall sehr wichtig, aus mehreren Bezahlmethoden wählen zu können. An dieser Stelle bitte nicht zu kurz treten.

ITM: Wie sicher sind die elektronischen Zahlungsvorgänge heutzutage?
Sirko Schneppe:
Kriminelle Energie kann man natürlich nicht gänzlich stoppen. Es wird immer Versuche zum „Datenklau" geben. Aber dort sind ja mittlerweile die Verbraucher sehr gut geschützt. Wenn man sich an die Vorgaben und Standards für sichere Webseiten hält, sind elektronische Zahlungsmethoden als sehr sicher anzusehen. Meist sind die eigene Webshops/Portale der Unsicherheitsfaktor, da Kunden und Bestelldaten nur unzureichend von Drittzugriffen geschützt sind.

ITM: Inwieweit binden mittelständische Unternehmen bereits Web-2.0-Komponenten in ihre Onlineportale ein?
Sirko Schneppe:
Mittelständler die gerade erst eine neue Online Strategie umgesetzt haben, sind alle mit Web-2.0-Komponenten ausgestattet. Ältere Seiten und Portale werden schrittweise umgestellt. Für mittelständige Händler ist aber auch eine Kosten/Nutzenanalyse erforderlich. Wie viel Aufwand bedeutet die Pflege des Content oder die permanente Weiterentwicklung im Vergleich zum zusätzlichen Umsatz? Also, nicht einfach auf den Zug aufspringen, sondern gezielt die Komponenten einsetzen, die Umsatz fördern oder das Markenimage positiv verbessern.

ITM: Welche Trends bzw. Standards sollte ein Mittelständler auf jeden Fall berücksichtigen, damit seine E-Commerce-Plattform künftig wettbewerbsfähig bleibt?
Sirko Schneppe:
Dynamische Preismodelle auf Basis von Kundengruppensegmentierung wird immer wichtiger. Man kann durch die heutigen technischen Möglichkeiten eine wesentlich zielgerichtete Preispolitik auch im B2C-Bereich betreiben. Oft werden hier noch die alten Preismodelle des stationären Handels angewandt, so werden Potenziale zur besseren Kundenbindung oder Marge verschenkt.

Ein weiterer Trend ist die Emotionalisierung des Verkaufserlebnisses. Kunden möchten Teil einer erfolgreichen Gruppe sein, oder sich als Teil einer Interessengemeinschaft fühlen die durch gemeinsame Anstrengung zu einem besseren, günstigeren, schöneren Kauferlebnis kommt. Die Produkte sollten emotional einen Bezug herstellen, durch passende Inhalte in Szene gesetzt werden. Zu guter Letzt wird nun auch ‚Mobile‘ immer hoffähiger. Die neuen Geräte unterstützen nun alle notwendigen Internetbrowser und die Generation von Shoppern die mit dem Internet und dem Mobiltelefon als Medium aufgewachsen sind, wächst. Somit sinkt die Barriere für E-Commerce auf mobilen Endgeräten.


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