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Silke Böhling, Konica Minolta

 

Kurzinterview mit Silke Böhling, Leiterin Produktmanagement Office Products bei der Konica Minolta Business Solutions Deutschland GmbH

Silke Böhling

Silke Böhling, Leiterin Produktmanagement Office Products bei Konica Minolta

ITM: Wie können sich IT-Verantwortliche im Mittelstand am besten einen Überblick über den Energieverbrauch der vorhandenen ITK-Landschaft verschaffen?
Silke Böhling:
Gerade für die Outputinfrastruktur ist die Kenntnis des Energieverbrauchs einzelner Druck- und Kopiersysteme für eine spätere Optimierung sehr wichtig, da die Systeme im Gegensatz zu z.B. Displays oder PCs eher schwankende Einsatzzeiten unter Vollbelastung aufweisen. Hier verschafft eine ganzheitliche Analyse des Energieverbrauchs und der Auslastung der vorhandenen Systeme im unternehmensweiten Workflow einen hervorragenden Überblick. Dabei unterstützen Softwaretools zur Dokumentation und Erfassung von z.B. Druckzeiten oder dem Druckvolumen auf einzelnen Systemen im Unternehmen. Konica Minolta bietet beispielsweise mit SiteAudit oder dem PageScope Net Care Device Manager die Möglichkeit, Nutzungs- und Auslastungsprofile zu erstellen.

ITM: Welche Maßnahmen sind – über Konsolidierung und Virtualisierung hinaus – vor allem dazu geeignet, die ITK-Energiebilanz eines Unternehmens zu verbessern?
Silke Böhling:
Einen großen Effekt erzielen die Unternehmen mit dem Einsatz energieeffizienterer ITK-Systeme, vor allem bei Druckern und Multifunktionssystemen. Diese sollten zudem verschiedene Energiesparmodi bieten: So birgt z.B. die Programmierung vordefinierter Ruhe- und Ausschaltzeiten, wie z.B. nach den wöchentlichen Arbeitszeiten oder ein automatisches Ausschalten zum Wochenende, großes Einsparpotential in sich.

ITM: Was sind die wichtigsten Schritte, um den Erfolg der eingeleiteten energiesparenden Maßnahmen dann auch tatsächlich zu garantieren?
Silke Böhling:
Die fortlaufende Dokumentation und Analyse des Energieverbrauchs sowie der Auslastung der gesamten Drucklandschaft mittels geeigneter Software-Tools zur Ermittlung von Nutzungs- und Auslastungsprofilen gibt einen generellen Überblick bezüglich der Wirkung von eingeleiteten energiesparenden Maßnahmen, wie z.B. eine bessere Verteilung der Systemauslastung oder der Einsatz von Energiesparmodi. Die Aufschlüsselung der Ergebnisse auf einzelne Abteilungen und Kostenstellen ergibt darüber hinaus detailliertere Erkenntnisse über einzelne Verursacher oder Abteilungen mit weiterem Optimierungsbedarf. Diese werden stärker in die Pflicht genommen, die vorgegebenen Richtlinien einzuhalten.

ITM: Wo können sich mittelständische Unternehmen, die ihre Energieeffizienz erhöhen wollen, Hilfestellung holen (z.B. EU Code of Conduct for Data Centres)?
Silke Böhling:
Hilfestellung gibt es einerseits natürlich von den Herstellern der einzelnen ITK-Systeme selbst. Diese bieten oft effektive Analyse- und Beratungskonzepte, wie z.B. das Konica Minolta iDOC-Konzept zur Aufschlüsselung und Optimierung der Ist-Situation, oder den Konica Minolta Energiekalkulator zur Ermittlung und dem Vergleich der Energieeffizienz von Druck- und Kopiersystemen. Andererseits kommen die Angebote von Fachverbänden wie der BITKOM oder der DENA sowie die Zertifizierungsrichtlinien international anerkannter Programme oder Organisationen wie Energy Star oder TCO hinzu.

ITM: Ein Blick in die Zukunft: Müssen die Unternehmen hierzulande künftig mit gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich Energiebilanz oder CO2-Ausstoß rechnen?
Silke Böhling:
Diese werden sicherlich zunehmen mit immer strikteren Richtlinien, vor allem auch seitens der EU. Allerdings werden Unternehmen jetzt schon mit steigenden Energiepreisen konfrontiert und haben ein starkes Eigenbestreben nach der Reduzierung ihres Energieverbrauchs. Die Gesetze werden diesem Prozess lediglich einen neuen Rahmen setzen und bisher weniger engagierte Unternehmen zu energiesparenden Maßnahmen bewegen.

ITM: Was halten Sie davon, allgemeingültige Umweltsiegel – die es z.B. mit dem EnergyStar oder dem Blauen Engel ja bereits gibt – allumfassend für Unternehmens-Hardware wie Server, Speichersysteme oder Netzwerkkomponenten einzuführen? Inwieweit gibt es hier bereits Bemühungen seitens der Hersteller?
Silke Böhling:
International anerkannte Umweltsiegel wie z.B. Energy Star, TCO oder der Blaue Engel werden verstärkt zum Maßstab eines sich für mehr Nachhaltigkeit und mehr Umweltverträglichkeit einsetzenden Herstellers bei der Produktentwicklung. Zusätzlich werden diese zu einem der wichtigsten Entscheidungskriterien beim Käufer. Ganz gleich, ob diese allumfassend eingeführt werden sollten oder nicht, sind wir allein schon aus diesen Gründen bestrebt, die aktuell geltenden Richtlinien bei der Entwicklung neuer Produkte nicht nur einzuhalten, sondern auch zu übertreffen. Die Möglichkeit des Sponsorings der UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen ist für Konica Minolta ein Beweis dieser Bemühungen. Da die Tendenz auch bei den Wettbewerbern zu beobachten ist, wird eine allumfassende Einführung mehr oder weniger zum Selbstläufer.


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