ITM: Dr. Schröder, in welchen Geschäftsbereichen lohnt sich der Einsatz mobiler Lösungen?
Dr. Schröder: Der Einsatz lohnt sich überall da, wo Mitarbeiter viel unterwegs sind und auf geschäftliche Informationen zugreifen müssen. Das fängt beim Auftragserfassungssystem für Vertriebsmitarbeiter an und geht über Dispatching-Lösungen für mobile Servicetechniker bis hin zur Tourenplanung in der Lieferlogistik. Auch für Customer-Service-Mitarbeiter, die von unterwegs oder von zu Hause aus auf Kundendaten zugreifen müssen, sind mobile Lösungen sehr sinnvoll. Je nach Einsatzsituation kommen dabei unterschiedlichste mobile Endgeräte zum Einsatz, vom PDA oder Blackberry über den Laptop oder Tablet-PC mit UMTS-Karte bis zum robust ausgestalteten Spezialendgerät.
ITM: Inwiefern können mobile Lösungen in diesen Bereichen von Nutzen sein?
Dr. Schröder: Durch den schnelleren Zugriff auf wichtige Daten profitieren beispielsweise Vertriebsleute und Servicemitarbeiter von einem Zeit- und Qualitätsgewinn. Bei der Service-Flotte sind Effizienzgewinne durch die Optimierung der Fahrtrouten möglich. Eine intelligente Lösung sorgt dafür, dass die dringendsten Fälle zuerst erledigt werden und der richtige Experte schnellstmöglich am richtigen Ort ist. Die Erfahrungen mit unserem eigenen Außendienst in Großbritannien haben gezeigt, dass die Fahrtrouten um etwa 30 Prozent verkürzt werden können – das spart Zeit, Sprit und CO2.
ITM: Fordert der Markt den Einsatz mobiler Lösungen, damit Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben?
Dr. Schröder: Ja. In vielen Unternehmen sind es die Mitarbeiter selbst, die etwa den Einsatz von Blackberrys fordern, um flexibler und auch von unterwegs arbeiten zu können. Auch bei mobilen Lösungen für Laptops spüren wir eine stark steigende Nachfrage. So steigt das Interesse bei den Lösungen zur Außendienst-Steuerung („Mobile Workforce Management“). Allerdings prüfen Unternehmen wegen der relativ hohen Investitionskosten in diesem Bereich sehr genau.
Für viele Unternehmen interessant sind auch Lösungen, die nicht nur das mobile, sondern generell das „flexible“ Arbeiten ermöglichen, also zum Beispiel abwechselnd im Büro, vor Ort beim Kunden, am Heimarbeitsplatz und unterwegs.
ITM: Welche Arten von mobilen Lösungen werden im Mittelstand bereits eingesetzt?
Dr. Schröder: Blackberrys und Laptops mit WLAN- oder UMTS-Anbindung sind bereits sehr weit verbreitet. Besonders bei Logistik- und Service-Unternehmen sind häufig auch schon Mobile-Workforce-Management-Lösungen im Einsatz. Diese Systeme lohnen sich nach unseren Erfahrungen ab etwa 50 mobilen Anwendern.
ITM: In welchen Unternehmensbereichen liegt der größte Bedarf, in welchen besteht die größte Nachfrage nach mobilen Lösungen?
Dr. Schröder: Abgesehen vom Vertrieb, wo vor allem Standardlösungen wie der Blackberry zum Einsatz kommen, spüren wir vor allem im Bereich Wartung und technischer Außendienst eine große Nachfrage.
ITM: Welche Fragen stellen Ihnen die Anwender, wenn sie über die Einführung einer mobilen Lösung nachdenken?
Dr. Schröder: Viele Unternehmen haben Bedenken wegen der Kosten. Dieses Thema hat sich allerdings durch die mittlerweile verfügbaren günstigen UMTS-Flatrates entschärft. Erhöhte Aufmerksamkeit ist allerdings beim Thema Auslands-Roaming geboten, denn hier können nach wie vor hohe Kosten entstehen.
Die Sicherheit ist für viele Unternehmen ein großes Thema, insbesondere bei Verbindungen über WLAN. Hier ist es wichtig, über sichere Verbindungsmöglichkeiten wie VPNs die Daten zu schützen.
Bei Lösungen für den technischen Außendienst gibt es bisweilen Bedenken von Seiten des Betriebsrats. Auf der anderen Seite gibt es jedoch viele Mitarbeiter, die froh sind, wenn sie ihre Arbeit effizienter erledigen können.