ITM: Welche Auswirkungen hat das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) auf das Rechnungswesen in mittelständischen Unternehmen?
Alexander Braun: Im Zuge des BilMoG werden zahlreiche kleine und mittlere Unternehmen von der handelsrechtlichen Buchführungs-, Inventur- und Bilanzierungspflicht befreit. Unternehmen, welche die vorgeschriebenen Schwellenwerte nicht überschreiten, können somit von der aufwändigen Bilanzierung zur einfacheren Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) übergehen. Das BilMoG wird auf jeden Fall zu einem weiteren Auseinanderdriften von Handels- und Steuerbilanz führen.
ITM: Wie können Mittelständler ihre Finanzsoftware am besten fit für das BilMoG machen?
Alexander Braun: Mittelständler sollten die Vor- und Nachteile eines Wechsels von der Bilanzierung zur EÜR genau prüfen. Es ist zu bedenken, dass die Bilanzierung eine bessere Unternehmenssteuerung erlaubt als die EÜR. Außerdem liefert sie den Banken im Falle einer Kreditvergabe alle wichtigen Daten – ein wichtiger Aspekt gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Unternehmen, die an der Bilanzierung festhalten wollen, sollten daher eine Finanzsoftware einsetzen, die das Buchen in unterschiedlichen Rechnungskreisen ermöglicht.
ITM: Und wie können Mittelständler mithilfe ihrer Finanzsoftware die Folgen der aktuellen wirtschaftlichen Schieflage abfedern?
Alexander Braun: Integrierte und benutzerfreundliche Buchhaltungslösungen erleichtern auch kleineren Unternehmen die selbstständige Buchführung mit aktuellen und qualitativ hochwertigen Daten. Unsere Komplettlösung Mamut One integriert moderne Tools für Business Intelligence in das bestehende Buchhaltungssystem. Die Analyse der Buchhaltungsdaten mit leistungsfähigen Algorithmen liefert übersichtliche Reports mit detaillierten Kennzahlen. Damit verfügt der Unternehmer über laufend aktualisierte Unternehmensdaten als Grundlage für wichtige strategische Entscheidungen.
ITM: Konsolidierungssoftware, Cash Management oder Liquiditätsmanagement – die Spielarten moderner Finanzsoftware sind vielfältig. Welche Funktionalitäten sollten Unternehmen auf jeden Fall nutzen? Und welche sind nicht zwingend notwendig?
Alexander Braun: Wir beobachten im Mittelstand wachsendes Interesse an Komplettlösungen, die nicht nur die Anforderungen in der Buchhaltung unterstützen, sondern auch CRM, E-Commerce und Vertrieb. Integrierte ERP-Lösungen mit Funktionen für Business Intelligence und Controlling bieten eine bessere Übersicht und Kontrolle über die Unternehmenszahlen und -prozesse. Zudem verringert sich der administrative Aufwand.