News Kurs

Jürgen Kirchmann, Extreme Networks

 

Kurzinterview mit Jürgen Kirchmann, Regional Director DACH bei Extreme Networks

Jürgen Kirchmann

Jürgen Kirchmann, Regional Director DACH bei Extreme Networks

ITM: Wie können sich IT-Verantwortliche im Mittelstand am besten einen Überblick über den Energieverbrauch der vorhandenen ITK-Landschaft verschaffen?
Jürgen Kirchmann: Dazu muss man zunächst einmal den Begriff der ITK-Landschaft definieren. Meiner Meinung nach gehören dazu nicht nur aktive Komponenten, Endgeräte und Server, sondern auch die für ein Rechenzentrum oder Verteilerräume benötigte Klimatisierung. Sie trägt zwar nicht unmittelbar zum Energieverbrauch der ITK-Landschaft bei, muss jedoch als mittelbarer Verbraucher angesehen werden. Den besten Überblick über den tatsächlichen Verbrauch liefern Messwerte. Ganz konkret reicht es, wenn der IT-Verantwortliche dazu einen Blick auf den Stromzähler wirft. Ansonsten kann das Unternehmen die Kosten auch theoretisch anhand der Nennwerte der beteiligten Komponenten ermitteln. Das ist dann aber nur ein Näherungswert, da die Nennwerte meist auf Maximalleistung berechnet werden und selten dem realen Verbrauch entsprechen.

ITM: Welche Maßnahmen sind – über Konsolidierung und Virtualisierung hinaus – vor allem dazu geeignet, die ITK-Energiebilanz eines Unternehmens zu verbessern?

Jürgen Kirchmann: Unternehmen sollten dazu am besten schon bei der Planung ihres Netzwerkes und innerhalb von Ausschreibungen den Energieverbrauch der einzelnen Komponenten als Auswahlkriterium abfragen und mit einbeziehen. Zudem bieten moderne Netzwerktechnologien die Möglichkeit, neue Wege zu beschreiten. Ein Beispiel ist die UniversalPort-Technologie. Sie kann unter anderem IP-Telefone und andere PoE-Geräte (PoE: Power over Ethernet) intelligent und automatisch abschalten beispielsweise außerhalb der üblichen Bürozeiten. In einer reinen Büroumgebung mit 40 Stunden Arbeitszeit die Woche können Unternehmen damit eine Einsparung von 75 Prozent der Energiekosten ihrer IP-Telefone erzielen.

ITM: Was sind die wichtigsten Schritte, um den Erfolg der eingeleiteten energiesparenden Maßnahmen dann auch tatsächlich zu garantieren?
Jürgen Kirchmann: Der wichtigste Schritt ist das erstellte Konzept auch wirklich umzusetzen. Bei statisch betriebenen Komponenten ist darüber hinaus nichts mehr zu tun. Bei dynamischen Einsparungsprozessen kann ein möglichst hoher Grad an Automatisierung die Umsetzung garantieren.

ITM: Ein Blick in die Zukunft: Müssen die Unternehmen hierzulande künftig mit gesetzlichen Vorgaben hinsichtlich Energiebilanz oder CO2-Ausstoß rechnen?
Jürgen Kirchmann: Unternehmen in Deutschland müssen wohl eher nicht mit einer gesetzlichen Vorgabe rechnen. Solche Regelung könnte die Regierung leichter über den Energiepreis erzwingen und darüber hinaus mehr Anreize zum Energie sparen schaffen.

ITM: Was halten Sie davon, allgemeingültige Umweltsiegel – die es z.B. mit dem EnergyStar oder dem Blauen Engel ja bereits gibt – auch für Unternehmenshardware wie Server, Speichersysteme oder Netzwerkkomponenten einzuführen? Inwieweit gibt es hier bereits Bemühungen seitens der Hersteller?
Jürgen Kirchmann: Bisher sind uns derartige Bestrebungen seitens der Hersteller nicht bekannt. In meinen Augen wäre so ein Umwelt- oder Energiesiegel auch ein Ansatz, der in die falsche Richtung ginge. Denn ein solches Siegel enthält keinerlei konkrete und quantifizierte Aussage. Sinnvoller wäre meiner Meinung nach eine Einteilung in verschiedene Energieverbrauchsklassen wie beispielsweise bei Kühlschränken, Waschmaschinen und anderen White Goods.


ANZEIGE

ANZEIGE

Brennpunkt

IT-Themen im Fokus

Aktuelle Ausgabe > Juni 2010

Highlights der aktuellen Ausgabe von IT-MITTELSTAND ...


DMS Expo zieht nach Stuttgart um

Bildquelle: © Messe Stuttgart / Roland Halbe



Bergisch Gladbach, 14. Juli 2010 – Die Koelnmesse und die Messe Stuttgart legen die IT-Fachmessen...


Immer gut verpackt

Noch bis zum 11. Juli 2010 rollt der Ball bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Sollte man...


Mangelndes Verständnis führt in die Klemme

Auch wenn die jüngsten Zahlen der Bundesbank hinsichtlich der Vergabe von Krediten nach Aussage des...


Die Fäden nicht aus der Hand geben

Der Betrieb eines Rechenzentrums gestaltet sich recht teuer, vor allem wenn man in Sachen...


Neuer Antrieb für die Kommunikation

Angefangen hat alles 1949. Walter Wittenstein und Bruno Dähn nannten ihre Firma wie die kleine...


Noch keine Massenbewegung

Cloud Computing fand hierzulande bisher nur wenige Freunde. „Deutschland weitgehend wolkenlos“...


Alle Zahlen auf einen Blick

Die Ensinger Mineral-Heilquellen GmbH nutzt intelligente

Finanzbuchhaltungssoftware nicht nur, um...


Sicher in die Luft gehen

Berlin-Tegel, im Juni 2010 – Sicherheit ist das A und O im Flugbetrieb. So müssen...


Immer auf der Höhe der Zeit

„Auch wenn wir einen Drucksaal im Hause haben, sind wir keine Druckerei“, betont Wolfgang Rolla du...


Direkte Ansprache

Performanz und eine kurzfristige Skalier- barkeit gehören bei Onlinemarktplätzen, Webshops oder...


Am Rande der Legalität

In vielen Unternehmen besteht ein gehöriges Maß an Rechts- unsicherheit, wenn es um das Thema...


Kristallkugeln und Wundertüten

Damit die Überraschung in Sachen IT-Projektmanagement nicht zu groß wird, gibt es...


Bärenabsatz prognostiziert

Teddy

Kurzinterview mit Wolfgang Schmid, Leiter der Absatzplanung bei der Margarete Steiff GmbH


Selber machen oder machen lassen?

Mittelständler, die ihre IT-Ressourcen konsolidieren und eine für sie ausgewogene Balance zwischen...