ITM: Wie können sich IT-Verantwortliche im Mittelstand am besten einen Überblick über den Energieverbrauch der vorhandenen ITK-Landschaft verschaffen?
Hans-Jürgen Rehm: Zunächst sollten IT-Verantwortliche versuchen, eine Kostenstellenzuordnung der verbrauchten Energie im RZ incl. Klima zu erhalten. Denn nur was messbar ist, ist auch verwaltbar.
ITM: Welche Maßnahmen sind – über Konsolidierung und Virtualisierung hinaus – vor allem dazu geeignet, die ITK-Energiebilanz eines Unternehmens zu verbessern?
Hans-Jürgen Rehm: Die Maßnahmen reichen hier von ersten Energieassessments zur Potentialauflistung und einer Erfassung der Hauptverbraucher und eventuell Prüfung, welche davon durch Maßnahmen effizienter genutzt werden können bis hin zu optimierter Aufstellung oder einem Ersatz der Systeme durch neue Geräte – die Amortisationszeit liegt zum Teil dabei unter einem Jahr!
ITM: Wo können sich mittelständische Unternehmen, die ihre Energieeffizienz erhöhen wollen, Hilfestellung holen (z.B. EU Code of Conduct for Data Centres)?
Hans-Jürgen Rehm: Es gibt neben IT-Analyse-Practices von IT-Anbietern auch spezialisierte Ingenieurbüros und Analystenhäuser und auch Zertifizierungsstellen, die Hilfestellung geben. Eine erste Anlaufstelle kann auch der Bitkom sein.
ITM: Was halten Sie davon, allgemeingültige Umweltsiegel – die es z.B. mit dem EnergyStar oder dem Blauen Engel ja bereits gibt – auch für Unternehmens-Hardware wie Server, Speichersysteme oder Netzwerkkomponenten einzuführen? Inwieweit gibt es hier bereits Bemühungen seitens der Hersteller?
Hans-Jürgen Rehm: Investitionsgüter unterliegen grundsätzlich anderen Praxisbedingungen als Konsumgüter. Insofer sind Gütesiegel hier der Betriebspraxis anzupassen. Bemühungen hinsichtlich hoher Energieeffizienz der Komponenten (geringe Verlustleistung etc.) sind hier ein erster Schritt.