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Projektmanagement: Reinste Geldverschwendung?

 

87 Prozent aller Projekte seien reine Wertvernichter, behauptet Prof. Dr. Manfred Gröger, Professor der FH München, in einem Interview. Harte Aussagen – und unweigerlich stellt sich für den Mittelstand die Frage, ob das so viel gerühmte Projektmanagement wirklich als ein Erfolgskonzept dienen kann.

Der Kommentator, Dr. Michael Streng, ist der geschäftsführende Gesellschafter der Parameta Projektberatung

Es gibt heutzutage kaum einen Mittelständler, das dem Trend „Projektmanagement“ entgehen kann und nicht bereits Anstrengungen in diese Richtung unternommen hätte. Doch nur wenige sind erfolgreich. Wären die ins Projektmanagement investierten Mittel also woanders nicht besser angelegt?
Wenn es wirklich so wäre, dass Glück über Erfolg und Scheitern von Projekten bestimmt, könnte man die Frage klar mit Ja beantworten. Dann wäre Projektmanagement tatsächlich Geldverschwendung. Nur muss man den Faktor „Glück“ viel differenzierter betrachten: Projekte, deren Erfolg scheinbar vom Glück abhängt wurden, entweder strategisch nicht richtig ausgewählt, nicht auf ein klares Ziel ausgerichtet oder nicht ausreichend auf Risiken hin analysiert. Genau diesen drei Punkten kann aber durch gezielte Anstrengungen ins Projektmanagement begegnet werden.
Gezieltes Projektportfoliomanagement unterstützt dabei, die richtigen Projekte zur richtigen Zeit auszuwählen. Projektanträge müssen daher systematisch nach den Dimensionen Chancen, Risiken und strategischer Bedeutung bewertet werden. Hier kann geeignete Software durch graphische Visualisierung die Entscheidungsfindung unterstützen.
Jedes Projekt ist auf ein klar definiertes Ziel hin auszurichten. Vorraussetzungen hierfür sind eine klare Anforderungsdefinition, eine detaillierte Projektplanung mit definierten Meilensteinen, die ständige Kommunikation im Projektteam, eine strukturierte Kostenplanung und der Einsatz geeigneter Software.
Immer wieder sollte man sich verdeutlichen: Die große Anforderung an das Projektmanagement im Mittelstand liegt darin, die Planungsphase nicht in einer durch eine „Hau-Ruck-Mentalität“ zu überspringen. Und genau dieser „Hau-Ruck-Mentalität“ fällt auch in mehr als 70 Prozent  der Unternehmen das Risikomanagement zum Opfer. Dabei besteht gerade darin die vielleicht größte Herausforderung: Risiken sind strukturiert zu erfassen, zu bewerten und abzusichern. Projektmanagement ist nur dann Geldverschwendung, wenn es an den falschen Stellen ansetzt. Kiloschwere Projektmanagementmethoden werden entwickelt, die keiner liest, Projektleiter werden durch Drei-Tage-Schulungen gejagt, ohne die Chance, ihr Wissen danach praktisch umsetzen zu können und immer teurere Software wird angeschafft, ohne wirklich auf die Bedürfnisse der Projektleiter abgestimmt zu sein.
Gelebtes Projektmanagement mit strukturiert ausgewählten Projekten, klaren Zielvorgaben und gelebten Risiken hingegen ist Gold wert und wird mit größter Wahrscheinlichkeit auch zum Erfolg führen. Dr. Michael Streng


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