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IT-Konsolidierung: Einfachheit als Ideal

Von: Daniela Hoffmann

Druck zur Internationalität, Angst vor zu viel „Blech“, Reibungsverluste durch heterogene Systeme, Folgen von Zukäufen: Es gibt viele gute Gründe, sich mit der Konsolidierung eigener IT-Welten auseinanderzusetzen. Kosteneinsparung ist jedoch nach wie vor die wichtigste Motivation, mit Technik und Anwendungen aufzuräumen.

> Bis 2010 werden Initiativen zur Kosteneinsparung hauptsächlich auf die IT-Infrastruktur-Konsolidierung abzielen, prognostiziert das Marktforschungsinstitut Gartner. Immerhin gehen den Analysten zufolge rund 72 Prozent aller IT-Ausgaben in Infrastruktur und Betrieb, während der Punkt Anwendungssoftware im Vergleich nur bei 16 Prozent liegt. In vielen Unternehmen ist nicht die Frage, ob es Möglichkeiten zur Kosteneinsparung gibt, sondern welche Projekte primär in den Fokus genommen werden sollten, so Gartner.

„Der Konsolidierungsbedarf ist individuell unterschiedlich –  jedes Unternehmen hat seine spezifischen Eigenheiten“,  sagt Marco Fischer, Business Platforms & Services beim IT-Spezialist  Saxonia Systems AG. Vereinfachung, Standardisierung und Modularisierung sind entscheidende Bausteine jeder Konsolidierungsstrategie. Wo angesetzt wird – auf Plattform-, Applikations- oder Prozessebene, richtet sich nach den Zielen.

"Zu den Motivationsfaktoren zählen vor allem Kostenreduzierung und Vereinfachung. Die Kostenreduzierung erfolgt durch geringere Ausgaben für Softwarelizenzen und Hardware, aber auch durch einen erheblich reduzierten Personalaufwand für Pflege und Wartung der IT-Lösungen“, konstatiert Thomas Renner, Leiter Competence Center Electronic Business beim Fraunhofer IAO. Für Fischer reicht die Motivationslage der Unternehmen „vom Anliegen, so flexibel wie möglich auf die Erfordernisse des Geschäfts reagieren zu können, über die Erkenntnis, dass manche Prozesse länger dauern als beim Wettbewerb, bis hin zum schlichten Wunsch nach weniger ‚Blech‘.“

Weniger Hardware, mehr Transparenz

Zu den Trends zählt neben ausgefeilten Servertechnologien die Virtualisierung. Mittels geeigneter Software wird ein virtueller Server auf einem realen, physischen Server abgebildet: So lässt sich eine Vielzahl virtueller Systeme gleichzeitig und voneinander unabhängig auf einem physischen Server ausführen. Dabei können  mehrere Betriebssysteme auf derselben Server-Hardwareplattform parallel laufen, z.B. Unix, Linux und Windows. Virtualisierung sorgt zudem dafür, dass brachliegende Rechenressourcen – immerhin gelten die meisten Server als chronisch unausgelastet – besser genutzt werden. Die Kosten für einen leistungsfähigeren Server liegen heute deutlich unter den Kosten für zwei oder mehr einzelne Server.

„Für die Administration macht es einen deutlichen Unterschied, ob 20 Server gewartet werden müssen oder nur drei. Server-Konsolidierung auf der Basis von Virtualisierung sorgt für mehr Transparenz und Überschaubarkeit: Statt sozusagen für jedes Zimmer ein Haus zu bauen, entsteht ein Haus mit allen benötigten Räumen“, erklärt Marco Fischer.

Ein weiteres Thema im Feld der IT-Konsolidierung ist die Benutzer- und Rechteverwaltung. Tools, die anhand von Rollenkonzepten die Rechtevergabe deutlich vereinfachen und beschleunigen, gibt es nicht nur für Konzerne. Hier wird festgelegt, welche Systeme und Anwendungen z.B.  ein Mitarbeiter im Vertrieb oder Service grundsätzlich braucht und der Wechsel zwischen Abteilungen oder Innen- und Außendienst organisatorisch erleichtert. „Identity Management lohnt sich auch für Mittelständler mit verteilten Standorten und zentraler IT oder dynamischer Organisation mit viel Außendienst“, sagt Fischer.

Vereinfachung der IT: die Praxis

Die Wasserversorgung Bischofswerda GmbH begann bereits 2003, sich mit IT-Konsolidierung auseinanderzusetzen. Damals war die IT-Landschaft des rund 63 Mitarbeiter starken Versorgungsunternehmens durch wartungsintensive Insellösungen gekennzeichnet, die keinen zentralen Zugang ins Internet erlaubten. Drei Arbeitsplätze waren in das grafische Informationssystem (GIS) in einem eigenen Netz eingebunden. Der Betrieb der kaufmännischen Software auf einer IBM AS/400 war teils an einen externen Dienstleister ausgelagert, ein weiteres Netzwerk auf Citrix Winframe 1.8-Basis mit zwölf Thin Clients stand unter anderem für Office-Anwendungen zur Verfügung. Im Rahmen der Erneuerung der kaufmännischen Software entschied sich das sächsische Unternehmen für Konsolidierungsmaßnahmen. „Wir haben uns für eine Citrix-Lösung entschieden, bei der die Anwender mit PCs arbeiten, die Anwendungen jedoch nahezu ausschließlich über die zentralen Terminal-Server laufen – auch um den Wartungsaufwand der PCs niedrig zu halten“, erinnert sich Falko Bewersdorf, Sachgebietsleiter EDV bei der Wasserversorgung Bischofswerda. Office, die kaufmännische Software Schleupen.CS, Lotus Notes, Easy Archiv und alte AS/400-Anwendungen stehen seit Anfang 2005 in einem einzigen Netz zur Verfügung. Obwohl die Wasserversorger auf Sicht bei den Lizenzkosten sparen können, steht das Einsparungspotential im Bereich Betreuung und Administration im Vordergrund. „Wir konnten monatlich 37 Prozent der zuvor notwendigen Arbeitsleistung einsparen“, sagt Bewersdorf.


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