News Kurs

Integration steckt in den Kinderschuhen

Von: Christian Egle

Bergisch Gladbach, im Januar 2010 – Über 15 Mio. Anwender nutzen die linuxbasierte E-Mail- und Groupware-Lösung Open-Xchange. Im Interview mit Rafael Laguna, dem Mitgründer und CEO des Unternehmens, erfuhr IT-MITTELSTAND, warum künftig immer mehr Unternehmen ihre Groupware als Software as a Service (SaaS) beziehen werden.

Rafael Laguna

Rafael Laguna ist Mitgründer und CEO
von Open-Xchange.

ITM: Herr Laguna, was sind für Sie als Groupware-Anbieter heutzutage die wichtigsten Trends?
Rafael Laguna: Zum einen ist da die Verschiebung von selbst gemanagten Installationen hin zum SaaS-Betrieb. Ich bin davon überzeugt, dass der größte Teil der Applikationen von Privatanwendern und kleinen Unternehmen in den nächsten zehn Jahren von den Desktops in die Cloud verlagert wird. Und zum anderen müssen wir für die rasant wachsende Akzeptanz von mobilen Applikationen im Geschäftsleben passende Lösungen bieten. Hier haben „Handcomputer“ wie z.B. das iPhone in Verbindung mit der Verfügbarkeit von UMTS und WLAN in den letzten zwei Jahren einen sehr großen neuen Markt entstehen lassen.

ITM: Welchen Bedeutung hat das Thema „Cloud Computing“?

Laguna: Wir glauben, dass den Lösungen die Zukunft gehört, die in der Cloud und gleichzeitig auch in einer traditionellen Installation selbst betrieben werden können. Nur so können die Bedenken hinsichtlich neuer Abhängigkeiten bei Cloud Computing ausgeräumt werden.

ITM: Was entgegnen Sie Skeptikern, die beim Cloud Computing um die Sicherheit Ihrer Daten fürchten?
Laguna: Wir überlassen den Anwendern die Entscheidung, ob sie ihre E-Mail und Groupware samt allen wichtigen Daten selbst im eigenen Gebäude bzw. Rechenzentrum verwalten wollen – oder ob sie die Kostenvorteile eines Dienstleisters nutzen wollen. Überdies schaffen wir die technischen Voraussetzungen, dass die Anwender jederzeit ohne großen Aufwand von der eigenen Lösung zu einem Dienstleister und wieder zurück wechseln können bzw. von einem Dienstleister zu einem anderen. Und wir geben die Verantwortung für die Sicherheit der Daten wieder an die Nutzer zurück, indem wir es ihnen ermöglichen, dass sie eine lokale Sicherungskopie ihrer unternehmenskritischen Daten anfertigen können.

ITM: Sehen Sie Möglichkeiten, wie die verschiedenen Geschäftsanwendungen – z.B. Groupware, CRM, ERP, Business Intelligence oder Dokumentenmanagement – zusammenwachsen können?
Laguna: Diese Anwendungen müssen sogar zusammenwachsen – denn ohne Integration wird der Anwender überfordert. Bislang stecken die Bemühungen zur Integration bei den Softwareherstellern allerdings noch in den Kinderschuhen, weil der Druck aus dem Markt noch nicht groß genug ist. Dieser Druck wird jedoch zweifelsohne steigen. Wir sind hier vorausgegangen und haben mit „Social Open-Xchange“ einen offenen, maschinen- und menschenlesbaren Weg zum Datenaustausch auf Basis von sogenannten Microformats vorgestellt.

ITM: Wie werden Microformats in der Praxis genutzt?

Laguna: Auf diesem Wege haben wir z.B. mit SugarCRM eine Integration der Adressbücher geschaffen. Damit können die Kontaktdaten aus der Groupware Open-Xchange im CRM-System genutzt werden, und umgekehrt. Auf demselben Weg lassen sich die Kontaktdaten aus Social Networks wie Xing, Linkedin oder Facebook mit Hilfe von Open-Xchange konsolidieren und z.B. anschließend mit SugarCRM nutzen. Oder die Kontaktdaten aus SugarCRM und Xing können in Open-Xchange importiert werden und sind damit auch unterwegs auf mobilen Engeräten verfügbar.




ANZEIGE

ANZEIGE

Brennpunkt

IT-Themen im Fokus

Aktuelle Ausgabe > Juni 2010

Highlights der aktuellen Ausgabe von IT-MITTELSTAND ...


DMS Expo zieht nach Stuttgart um

Bildquelle: © Messe Stuttgart / Roland Halbe



Bergisch Gladbach, 14. Juli 2010 – Die Koelnmesse und die Messe Stuttgart legen die IT-Fachmessen...


Immer gut verpackt

Noch bis zum 11. Juli 2010 rollt der Ball bei der Fußballweltmeisterschaft in Südafrika. Sollte man...


Mangelndes Verständnis führt in die Klemme

Auch wenn die jüngsten Zahlen der Bundesbank hinsichtlich der Vergabe von Krediten nach Aussage des...


Die Fäden nicht aus der Hand geben

Der Betrieb eines Rechenzentrums gestaltet sich recht teuer, vor allem wenn man in Sachen...


Neuer Antrieb für die Kommunikation

Angefangen hat alles 1949. Walter Wittenstein und Bruno Dähn nannten ihre Firma wie die kleine...


Noch keine Massenbewegung

Cloud Computing fand hierzulande bisher nur wenige Freunde. „Deutschland weitgehend wolkenlos“...


Alle Zahlen auf einen Blick

Die Ensinger Mineral-Heilquellen GmbH nutzt intelligente

Finanzbuchhaltungssoftware nicht nur, um...


Sicher in die Luft gehen

Berlin-Tegel, im Juni 2010 – Sicherheit ist das A und O im Flugbetrieb. So müssen...


Immer auf der Höhe der Zeit

„Auch wenn wir einen Drucksaal im Hause haben, sind wir keine Druckerei“, betont Wolfgang Rolla du...


Direkte Ansprache

Performanz und eine kurzfristige Skalier- barkeit gehören bei Onlinemarktplätzen, Webshops oder...


Am Rande der Legalität

In vielen Unternehmen besteht ein gehöriges Maß an Rechts- unsicherheit, wenn es um das Thema...


Kristallkugeln und Wundertüten

Damit die Überraschung in Sachen IT-Projektmanagement nicht zu groß wird, gibt es...


Bärenabsatz prognostiziert

Teddy

Kurzinterview mit Wolfgang Schmid, Leiter der Absatzplanung bei der Margarete Steiff GmbH


Selber machen oder machen lassen?

Mittelständler, die ihre IT-Ressourcen konsolidieren und eine für sie ausgewogene Balance zwischen...