ITM: Herr Laguna, was sind für Sie als Groupware-Anbieter heutzutage die wichtigsten Trends?
Rafael Laguna: Zum einen ist da die Verschiebung von selbst gemanagten Installationen hin zum SaaS-Betrieb. Ich bin davon überzeugt, dass der größte Teil der Applikationen von Privatanwendern und kleinen Unternehmen in den nächsten zehn Jahren von den Desktops in die Cloud verlagert wird. Und zum anderen müssen wir für die rasant wachsende Akzeptanz von mobilen Applikationen im Geschäftsleben passende Lösungen bieten. Hier haben „Handcomputer“ wie z.B. das iPhone in Verbindung mit der Verfügbarkeit von UMTS und WLAN in den letzten zwei Jahren einen sehr großen neuen Markt entstehen lassen.
ITM: Welchen Bedeutung hat das Thema „Cloud Computing“?
Laguna: Wir glauben, dass den Lösungen die Zukunft gehört, die in der Cloud und gleichzeitig auch in einer traditionellen Installation selbst betrieben werden können. Nur so können die Bedenken hinsichtlich neuer Abhängigkeiten bei Cloud Computing ausgeräumt werden.
ITM: Was entgegnen Sie Skeptikern, die beim Cloud Computing um die Sicherheit Ihrer Daten fürchten?
Laguna: Wir überlassen den Anwendern die Entscheidung, ob sie ihre E-Mail und Groupware samt allen wichtigen Daten selbst im eigenen Gebäude bzw. Rechenzentrum verwalten wollen – oder ob sie die Kostenvorteile eines Dienstleisters nutzen wollen. Überdies schaffen wir die technischen Voraussetzungen, dass die Anwender jederzeit ohne großen Aufwand von der eigenen Lösung zu einem Dienstleister und wieder zurück wechseln können bzw. von einem Dienstleister zu einem anderen. Und wir geben die Verantwortung für die Sicherheit der Daten wieder an die Nutzer zurück, indem wir es ihnen ermöglichen, dass sie eine lokale Sicherungskopie ihrer unternehmenskritischen Daten anfertigen können.
ITM: Sehen Sie Möglichkeiten, wie die verschiedenen Geschäftsanwendungen – z.B. Groupware, CRM, ERP, Business Intelligence oder Dokumentenmanagement – zusammenwachsen können?
Laguna: Diese Anwendungen müssen sogar zusammenwachsen – denn ohne Integration wird der Anwender überfordert. Bislang stecken die Bemühungen zur Integration bei den Softwareherstellern allerdings noch in den Kinderschuhen, weil der Druck aus dem Markt noch nicht groß genug ist. Dieser Druck wird jedoch zweifelsohne steigen. Wir sind hier vorausgegangen und haben mit „Social Open-Xchange“ einen offenen, maschinen- und menschenlesbaren Weg zum Datenaustausch auf Basis von sogenannten Microformats vorgestellt.
ITM: Wie werden Microformats in der Praxis genutzt?
Laguna: Auf diesem Wege haben wir z.B. mit SugarCRM eine Integration der Adressbücher geschaffen. Damit können die Kontaktdaten aus der Groupware Open-Xchange im CRM-System genutzt werden, und umgekehrt. Auf demselben Weg lassen sich die Kontaktdaten aus Social Networks wie Xing, Linkedin oder Facebook mit Hilfe von Open-Xchange konsolidieren und z.B. anschließend mit SugarCRM nutzen. Oder die Kontaktdaten aus SugarCRM und Xing können in Open-Xchange importiert werden und sind damit auch unterwegs auf mobilen Engeräten verfügbar.