ITM: Herr Dreßler, aus welchen Gründen haben Sie in Sachen SAP-Lizenz- und Wartungsverträgen externe Unterstützung hinzugezogen?
Marcus Dreßler: Da wir einen neuen Lizenzvertrag für mySAP.com abschließen mussten, war es für uns sehr wichtig, genau zu wissen, welche Funktionstiefe unsere SAP-User nutzen, aber auch welche zusätzlichen Anforderungen wir in Zukunft mit SAP abdecken wollen, um somit die richtigen Parameter für einen neuen SAP-Lizenzvertrag einzustellen und keine teure und unnötige Überlizenzierung vorzunehmen. Nach einer, durch Einsatz von VMS Tools automatischen User-Klassifikation und der Festlegung geplanter Funktionserweiterungen wollten wir, ohne unseren Firmennamen bekannt zu geben, mit verschiedenen SAP-Lizenzanbietern verhandeln, um einen für Ravensburger preislich interessanten Vertrag abschließen zu können. Angebote von gebrauchter Software waren dabei ausgeschlossen. Diese Verhandlungen hat VMS für uns übernommen.
ITM: Hat sich diese Investition gelohnt?
Marcus Dreßler: Informationen über die wirklich realisierbaren Rabatte bei SAP-Verträgen waren uns kaum bekannt. Oftmals wurde auch nicht offen darüber gesprochen. Die Lizenzoptimierung hat uns einen an unsere Bedürfnisse exakt angepassten Lizenzvertrag ermöglicht. Durch VMS und auch durch Rücksprache bei verschiedenen Leasinggebern haben wir uns vergewissert, einen fairen Rabatt erhalten zu haben. Damit hat sich die getätigte Investition in das Thema Lizenzoptimierung vollständig ausgezahlt.
ITM: SAP begründet die Preiserhöhung bei der Wartung mit immer komplexeren Systemen bei den Anwendern. Inwieweit können Sie dieser Argumentation folgen?
Marcus Dreßler: Die Wartungspreiserhöhung kommt bei unserem Vertragsmodell gestaffelt, das heißt die „Breitseite“ von SAP hat uns noch nicht voll erwischt. Dennoch sind wir natürlich etwas verärgert über Mehrkosten.
Die Unternehmensgruppe Ravensburger setzt SAP ERP und BI ein. Daher ist es für uns, teilweise wegen unseres Saisongeschäfts, immer wichtiger, schnellen und kompetenten Support zu erhalten. Wenn sich dieser, speziell auch bei den SAP-Supportkollegen im Ausland verbessert, wird Ravensburger die Preiserhöhung verschmerzen. Aber SAP muss erst noch beweisen, dass man in der Lage ist, diese Forderung nach Geschwindigkeit und Qualität zu erfüllen und da sehe ich momentan noch erheblichen Spielraum nach oben.
ITM: Auch soll es nach der Erhöhung weiter reichende Dienstleistungen für die Anwender geben. Wo sehen Sie an dieser Stelle Bedarf für Ihr Unternehmen?
Marcus Dreßler: Sofortigen Bedarf haben wir definitiv nicht. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass die erweiterten Dienstleistungen bei
verschiedenen Ravensburger-SAP-Projekten zu schnelleren Durchlaufzeiten aber auch zu Kostensenkung im SAP-Betrieb führen könnten. Wir werden das neue Dienstleistungsangebot prüfen und den einen oder anderen „Versuchsballon“ steigen lassen.