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21.02.2012
Backup und Hochverfügbarkeit
Von: Stefanie Dadson

Interview mit Michael Hon-Mong, Acronis

Mittelstand vernachlässigt Backup

Interview mit Michael Hon-Mong, Geschäftsführer bei Acronis Deutschland, über die Vernachlässigung von Backup und Disaster Recovery in den virtualisierten IT-Umgebungen deutscher Mittelständler


Michael Hon-Mong, Geschäftsführer bei Acronis Deutschland

Vor kurzem hat das Ponemon-Institut in Ihrem Auftrag zum zweiten Mal eine internationale Umfrage zum Einsatz von Backup- und Disaster-Recovery-Lösungen in kleinen und mittelständischen Unternehmen durchgeführt. Befragt wurden dabei rund 6.000 IT-Manager in Unternehmen mit maximal 1.000 Beschäftigten. Untersuchungsschwerpunkte waren dabei auch die Datensicherung in virtuellen und Cloud-Umgebungen.

ITM: Herr Hon-Mong, was ist im Hinblick auf die Datensicherung in virtualisierten Infrastrukturen das zentrale Untersuchungsergebnis?
Michael Hon-Mong: Das beunruhigende Ergebnis ist hier, dass im Unterschied zu rein physischen Umgebungen bei virtualisierten Infrastrukturen die Bereiche Backup und Disaster Recovery eindeutig vernachlässigt werden. So bestätigte ein Drittel (33 Prozent) der Befragten, dass bei virtuellen Maschinen (VM) seltener als bei physischen Servern ein Backup durchgeführt wird. Deutlich über die Hälfte (61 Prozent) führt bei virtuellen Maschinen lediglich unregelmäßige oder wöchentliche beziehungsweise monatliche Backups durch. Nur bei 37 Prozent gibt es ein tägliches Backup.

ITM: In welchen Bereichen sehen die befragten IT-Manager die größten Herausforderungen?

Hon-Mong: Im Hinblick auf Backup und Disaster Recovery stellen neben dem exponentiellen Datenwachstum Hybrid-Umgebungen für die befragten Unternehmen die größte Herausforderung dar. Die Unternehmen suchen eine Backup- und Recovery-Lösung, die die Anforderungen sowohl von physischen und virtuellen als auch von Cloud-Umgebungen abdeckt. Für die überwiegende Mehrheit der befragten deutschen IT-Manager (68 Prozent) bietet eine solche umfassende Lösung für hybride Infrastrukturen das größte Optimierungspotential im Bereich Backup und Disaster Recovery. Probleme im Hinblick auf Backup und Disaster Recovery in hybriden Umgebungen sehen die Befragten zu 74 Prozent beim Transfer von Daten, zu 66 Prozent bei den Kosten und zu 38 Prozent bei der Komplexität.

Auch wenn der Wunsch nach einer konsistenten Lösung besteht, nutzen 49 Prozent der befragten Unternehmen heute immer noch mehr als ein Backup-Tool, was in der Konsequenz zu einem komplexen Disaster-Recovery-Prozess führt. Dabei setzten im Jahr 2011 sogar 22 Prozent der Unternehmen mindestens vier verschiedene Backup-Lösungen ein, im Jahr 2010 waren es lediglich 14 Prozent, die hier eine so hohe Anzahl von Tools verwendeten.

ITM: Welche Bedeutung spielt Cloud Computing im Allgemeinen und Online-Backup im Besonderen?
Hon-Mong: Im Hinblick auf die Nutzung von Cloud-Services ergeben sich aus der Studie folgende Ergebnisse: Die große Mehrheit der befragten Unternehmen (83 Prozent) setzt bereits teilweise auf eine Cloud-basierte IT-Infrastruktur. Es ist aber im Durchschnitt erst rund ein Fünftel der gesamten IT-Infrastruktur Cloud-basiert. Die Befragten gehen allerdings von einer kontinuierlich gesteigerten Nutzung solcher Angebote aus. So prognostizierte rund ein Viertel (26 Prozent), dass Ende 2012 mehr als 50 Prozent ihrer IT-Infrastruktur Cloud-basiert ist. Drei Faktoren werden dabei die Nutzung der wolkigen Services vorantreiben: Senkung der IT-Betriebskosten, Erweiterung der Storage-Kapazität und Erfüllung von Compliance-Anforderungen.

Die Studie zeigt zudem, dass die Nutzung von Cloud-Services für die Umsetzung einer Offsite-Backup-Strategie ein zentraler Trend ist. Über ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) nutzt sie bereits genau für diesen Anwendungsfall. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen bieten Cloud-Backup-Services eine kostengünstige Möglichkeit, Daten sicher auszulagern, ohne dabei in zusätzliche Speicherhardware oder Rechenzentren investieren zu müssen.



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