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27.10.2011
E-Business Webshops
Von: Katharina Meneikis

E-Commerce-Studie von Sapientnitro und OC&C Strategy

Deutsche Online-Shops im Vergleich

Das Kundenerlebnis hat einen entscheidenden Einfluss auf die Kaufwahrscheinlichkeit, doch Shop-Betreiber schöpfen dieses Potential noch nicht aus.


So lautet ein Ergebnis einer von Sapientnitro und OC&C Strategy Consultants durchgeführten Vergleichsstudie unter den 25 führenden deutschen Multichannel-Händlern, die die Autoren zum Europäischen Online Handelskongress 2011 präsentieren. Geprüft wurden die Shops vor allem hinsichtlich der Erfolgsfaktoren Attraktion, Kaufwahrscheinlichkeit, Weiterempfehlung und Multichannel-Nutzung. Dazu befragten die Studienmacher eine repräsentative Konsumenten-Stichprobe und ließen Experten die Kundenerlebnisse bei der Nutzung eines Onlineshops bewerten.

E-Commerce ist für die Versandhändler längst Teil ihres „täglich Brot“, da die klassischen Katalogbestellungen zurückgehen und Online-Käufe an ihre Stelle treten. Aber auch die etablierten Stationär-Händler in Deutschland sind mittlerweile fast alle im Netz vertreten und erzielen signifikante Umsätze in ihrer „größten Filiale“. Dennoch zeigen sich erhebliche Unterschiede im Hinblick auf vier universelle, kundenbezogene Erfolgskriterien: Zum einen muss der Online-Shop attraktiv sein und dadurch Online-Kunden anziehen. Zum anderen muss es ihm gelingen, möglichst viele Besucher zu Käufern zu machen. Desweiteren müssen die Kundenerlebnisse dergestalt sein, dass sie den Shop an Freunde weiterempfehlen. Und nicht zuletzt sollten die Besucher auch über andere Vertriebswege in den Online-Shop geleitet werden.
 
Eine zentrale Erkenntnis der Studie lautet, dass der Erfolg eines Online-Shops sehr stark von der Qualität der Customer Experience abhängt. Um hier die graduellen Unterschiede zwischen den Shops zu erfassen, arbeitet die Studie mit einem Reifemodell, das die Customer Experience ganzheitlich über acht Facetten hinweg anhand eines Erwartungssystems bewertet. Zu diesen acht Bereichen zählen die Navigation und Suche, die Produktinszenierung, der Bestellvorgang, das Merchandising bzw. die Kampagnen, die Personalisierung, Hilfe und Kontaktmöglichkeiten sowie Layout und Design und die Technik.

Die Studie zeigt, dass hier bei allen Shops noch signifikantes Verbesserungspotential herrscht. Ein Großteil erfüllt lediglich die Basiserwartungen an die Customer Experience. Selbst der am besten bewertete Onlineshop erreicht nur etwa zwei Drittel der möglichen Customer Experience-Punkte.

„Unsere Studie zeigt, dass die hierzulande führenden Händler die Reise in die Multichannel-Welt zwar schon größtenteils angetreten haben, jedoch noch relativ weit davon entfernt sind, ihr Customer Experience-Potenzial voll auszuschöpfen“, so Uwe Tueben, Head of Digital Commerce bei SapientNitro. „Wir empfehlen den Shop-Betreibern, auf die mittlerweile umfassenden und fundierten Erfahrungen von spezialisierten Beratern und Agenturen zurückzugreifen.“

Die E-Shops der Versender Otto und Neckermann liegen hinsichtlich des Kriteriums Attraktion von Besuchern in Führung. Vergleichsweise schwach schneiden vor allem stationäre Großflächen-Konzepte wie Warenhäuser, Elektronik- und Baumärkte ab. Gleiches gilt für die Wahrscheinlichkeit, dass der Besucher eines Shops auch kauft. „Hier zeigen sich die Wettbewerbsnachteile stationär geprägter Online-Sortimente im Netz“, so Dr. Gregor Enderle von OC&C Strategy Consultants. Umgekehrt punkten Stationärspieler mit starker Marke beim Kriterium Weiterempfehlung.

Fazit: Vier Erfolgskriterien – vier Shop-Profile

Ausgehend von den vier Erfolgsfaktoren kristallisierten sich in der Studie unterschiedliche Shop-Profile heraus. Die Bandbreite reicht von „E-Champions“ mit hoher Anziehungskraft und hohen Kaufwahrscheinlichkeiten über „Bedarfsdecker“ mit breitem Online-Angebot bis hin zu „Basisanbietern“ mit relativ geringer Frequenz und „Fanclubs“ mit treuer, aber kleiner Kundschaft. Die Studie schließt mit Handlungsempfehlungen für die unterschiedlichen Profile: Während sich E-Champions zum Beispiel durch eine verstärkte Kundensegmentierung verbessern können, sollten die Bedarfsdecker die Emotionalisierung ihrer Marke im Web vorantreiben. Basisanbieter sollten hingegen prüfen, ob der E-Shop primär als Convenience-Angebot für Bestandskunden dient oder ob eine Weiterentwicklung und Ergänzung des Angebots angestrebt wird. Für Fanclubs sollte das Thema Pflege und Ausschöpfung der loyalen Kundenbasis an erster Stelle stehen.

www.sapient.com

www.occstrategy.de

Bildquelle: © Markus Wegner/Pixelio



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