13.12.2011
IT-Finanzierung
Von: Arnica Freundt

Network Hardware Resale

Zehn Gebote für gebrauchte Netzwerkausrüstung

Die Kosten und die Verfügbarkeit von IT-Infrastruktur bereiten IT-Managern regelmäßig Kopfschmerzen. Denn die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit eines Netzwerkes hängt entscheidend von diesen Faktoren ab.


Ist ein Netzwerk nicht verfügbar, kann dies ein Vermögen kosten. IT-Abteilungen setzen daher alles daran, die maximale Betriebszeit für ihr Unternehmen sicher zu stellen. Dies gelingt allerdings nur dann, wenn sie sich vollkommen auf die Lieferanten ihrer Netzwerkkomponenten verlassen können. Liefert ein Reseller nicht pünktlich, kann die IT-Abteilung unter Umständen die garantierten Mindestbetriebszeiten nicht gewährleisten. Darüber hinaus suchen IT-Verantwortliche vor allem nach möglichst kostengünstigen Lösungen. Angesichts knapper Budgets müssen sie die Prioritäten sorgfältig abwägen. Fazit: Die Verfügbarkeit ist zwar wichtig, doch entscheidend ist für die meisten Verantwortlichen oftmals der Preis.

Angesichts des Kostendrucks stellt Netzwerkausrüstung aus zweiter Hand eine interessante Alternative dar. Der Einsatz von gebrauchtem und generalüberholtem Equipment bietet Unternehmen die Chance, ausgezeichnete Technologien für ihre Anforderungen zu einem günstigeren Preis zu bekommen. Mittlerweile gibt es viele Reseller, die qualitativ hochwertige Gebrauchtgeräte führender Hersteller zu sehr günstigen Preisen anbieten – in manchen Fällen bis zu 95 Prozent unter Listenpreis. Sowohl mittelständische als auch kleine Unternehmen profitieren von diesen Ersparnissen. Beispielsweise können kleine Firmen auf diese Weise ihre Gründungskosten niedrig halten. Größere haben die Möglichkeit, fortschrittlichere Technologien einzusetzen und ihren Return-on-Investment zu verbessern, indem sie ältere Lösungen verkaufen.

Laut Chuck Sheldon, Gründer und Präsident von Network Hardware Resale, einem Anbieter von gebrauchter Netzwerkausrüstung und Lifecycle-Lösungen, gibt es weitere wichtige Aspekte, die für den Einsatz gebrauchter IT-Infrastruktur sprechen. Der Preis sollte nicht das alleinige Anschaffungskriterium sein. Da Reseller gebrauchter Geräte nicht nur bei einem Hersteller einkaufen, ist hier die Lieferkette weniger störungsanfällig als die eines einzigen Lieferanten. Dies bedeutet für das Unternehmen, dass die Netzwerkkomponenten schneller verfügbar sind. Hinzukommen die kürzeren Lieferzeiten, die ebenfalls für den Einsatz von Second Hand-Equipment sprechen: Während OEMs in ihren Kaufverträgen Lieferfristen zwischen zehn und 80 Tagen vorsehen, können Reseller vorrätige Gebrauchtlösungen sogar über Nacht bereitstellen. Gleichzeitig bietet die Verwendung gebrauchter Ausrüstung eine größere Freiheit, da das Unternehmen nicht die gesamte Infrastruktur von einem Händler kaufen muss oder zu regelmäßigen Updates gedrängt wird.

Qualität ist ein weiterer wichtiger Faktor: Gebrauchtes Equipment ist qualitativ nicht schlechter als neue Produkte, wenn es gründlich getestet und gewartet wird. Alle Geräte werden vor dem Wiederverkauf auf Herz und Nieren geprüft um sicherzustellen, dass sie einwandfrei funktionieren. Die Hardware stammt zum größten Teil aus Unternehmen, die ihre IT-Infrastruktur erneuert, Standorte geschlossen oder Projekte eingefroren haben. Die Geräte können aber auch aus den Beständen von Systemintegratoren kommen, die sie im Kundenauftrag angeschafft haben, dann aber auf ihnen sitzengeblieben sind. Dies bedeutet oftmals, dass das gebrauchte Equipment gar nicht im Einsatz war.
 
Die größten Bedenken beim Kauf gebrauchter Hardware haben IT-Verantwortliche wenn es um die Wartung der Systeme geht. Können sie sich sicher sein, dass sie auch nach dem Kauf langfristig Support erhalten? Viele Anbieter gebrauchter IT-Ausrüstung bieten Garantien von einem oder mehreren Jahren an und übertreffen damit oftmals die 90-Tage-Gewährleistungspflicht mancher Hersteller. Viele Reseller wie etwa Network Hardware Resale bieten den Unternehmen umfangreiche und langfristige Serviceleistungen- sowie Garantieangebote an, so dass sie sich keine Sorgen um die Pflege und Wartung der Anlage machen müssen.

Veraltetes Equipment zu verkaufen und durch neuere, aber bereits gebrauchte Geräte zu ersetzen, schont zudem die Umwelt. Während führende Hersteller häufig alle drei Jahre ein Produkt-Upgrade veröffentlichen, haben Switches und Router eine wesentlich längere Lebensdauer. Die Weiterverwendung älterer Ausrüstung ist eine einfache und effektive Form des Recyclings, da keine Technologiekomponenten weggeworfen werden. So landen durch den Verkauf von Second Hand-Equipment an Firmen wie Network Hardware Resale pro Jahr durchschnittlich 230.000 Netzwerkgeräte weniger auf dem Müll.

Der Einsatz von Gebrauchtlösungen innerhalb eines Netzwerkes trägt folglich dazu bei, die Gesamtbetriebskosten sowie die laufenden Ausgaben zu senken und die Umwelt zu schonen – eine attraktive Kombination für Netzwerkbeauftragte mit knappem Budgets.

 Zehn Gebote für den Einsatz von Second Hand-Equipment

1.    Unternehmen sollten sich informieren, woher die Geräte stammen. Auch sollten sie sich ein Bild darüber machen, ob der Anbieter vertrauenswürdig und erfahren ist. Dies ist in der Regel dann der Fall, wenn der Verkäufer einem etablierten Branchenfachverband angehört.
2.    Es ist ratsam sich zu vergewissern, ob der Verkäufer die Ausrüstung tatsächlich vorrätig hat. Reseller mit einem eigenen Warenbestand sind zu bevorzugen.
3.    Unternehmen sollten sich mit den Testverfahren vertraut machen, mit denen der Reseller gebrauchte Produkte auf ihre Funktion hin prüft. Es empfiehlt sich zunächst nur ein Gerät zu kaufen und es zu testen. Erst wenn es die Erwartungen erfüllt, können größere Stückzahlen angeschafft werden. Die Geräte sind jedoch weiterhin zu prüfen.
4.    Unternehmen sollten sich einen Reseller suchen, der zusätzlich zum Equipment auch Service- und Installationspakete anbietet. Auf diese Weise lassen sich langfristige Beziehungen zum Anbieter aufbauen.
5.    Der Preis sollte nicht alleiniges Auswahlkriterium sein. Unternehmen sollten stattdessen die Gesamtbetriebskosten berechnen und sich vor zu günstigen Angeboten hüten.
6.    Unternehmen sollten ihre Gewährleistungsansprüche prüfen.
7.    Die Wahl sollte auf die Anbieter fallen, die Trade-in- oder Trade-up-Programme anbieten.
8.    Unternehmen sollten darauf bestehen, dass alle gekauften Produkte eine Seriennummer haben. Der Händler kann Auskunft darüber geben, woher die Geräte stammen.
9.    Falls möglich, sollte die Kreditwürdigkeit des Händlers überprüft werden.
10.    Unternehmen sollten sich dessen bewusst sein, dass einige Firmen die Anbieter von Second Hand-Equipment dazu verpflichten, die Seriennummern verkaufter Geräte zu registrieren. Damit wollen Hersteller wie beispielsweise Cisco die Übertragung von Softwarelizenzen kontrollieren.

www.networkhardware.de

Bildquelle: Network Hardware Resale


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