10.10.2012
Infrastruktur
Von: Leonie Walter

Schwäbisch Media vertraut auf IBM-Produkte für eigene RZ

Wartungskosten reduziert, Speicher virtualisiert

Wachsende Speicheranforderungen und Verfügbarkeit aller Daten rund um die Uhr: Dies sind wesentliche Anforderungen des Medienhauses Schwäbisch Media in Leutkirch an die Ausstattung des hauseigenen Rechenzentrums.


Ende 2012 ist der Umzug der beiden Rechenzentren in das neue Verlagsgebäude geplant.

Als die bislang eingesetzte Hardware am Ende ihrer Leistungsfähigkeit angelangt war, modernisierte der Medienspezialist gemeinsam mit Inforsacom Informationssysteme GmbH sein Rechenzentrum. Ein zusätzlicher Grund für das Modernisierungsprojekt waren die gestiegenen Wartungskosten für die vorhandenen Maschinen, für die der ursprünglich vereinbarte Fünf-Jahres-Vertrag ausgelaufen war. Klaus Zellmer, Geschäftsführer des unternehmenseigenen IT-Dienstleisters MSG Media Service: „Die Wartungskosten machen bei uns generell einen sehr großen Teil des IT-Budgets aus. Da wir durch unsere Umstellung die Wartungskosten nun reduzieren konnten, ließen sich in diesem Fall unsere Investitionen faktisch finanzieren.“

Produktionszeiten der Schwäbischen Zeitung und zahlreiche multimediale Produkte lassen lediglich ein schmales Wartungsfenster in der Nacht zu. Von daher musste die Ausstattung des gespiegelten Rechenzentrums den Anforderungen des Traditionsunternehmens an Investitionssicherheit und Leistungszuwachs genügen.

Datenwachstum abfedern


Als neue Ausstattung des gespiegelten Rechenzentrums, entschied sich Schwäbisch Media erneut ausschließlich für IBM-Produkte. Oberstes Ziel war es, auf eine leistungsfähige Hardwarelandschaft umzurüsten, die das zu erwartende Datenwachstum für die kommenden fünf bis sechs Jahre optimal unterstützen würde. Implementiert wurde eine neue SAN-Infrastruktur mit vier Switches SAN24B, über die die Server an den Storage angebunden sind. Die vier auf der aktuellen 8-Gigabit-Technologie basierenden SAN-Switche sind auf beide Rechenzentren verteilt und bilden zwei re­dundante Fabrics – damit wird sowohl Performance als auch höchste Verfügbarkeit erreicht. Außerdem wurde eine Speichervirtualisierung realisiert. Hierfür kommen SAN Volume Controller (SVC) von IBM zum Einsatz. An diese sind in jedem der beiden Rechenzentren vier DS3500-Plattenspeicher gekoppelt, die speziell für den Einsatz in virtualisierten Umgebungen entwickelt sind. Insgesamt verfügt das Medienhaus nun über 100 Terabyte an Speicher, zuzüglich der Speicherkapazität für ein zusätzliches Backup2Disk-Sicherungsverfahren. Für eine optimale Performance bei der Virtualisierung sorgen zusätzlich 24-schächtige Festplatten-Arrays des Typs DS3524. Ziel war es, mithilfe der Speichervirtualisierung eine noch größere Flexibilität zu erreichen. So können beispielsweise im laufenden Betrieb Änderungen vorgenommen werden, ohne dass sich dies auf die Arbeit der Nutzer auswirkt.

Weiterhin wurde die vorhandene Blade-Landschaft ausgetauscht. Neu implementiert wurde das Blade Center H. Dieses ist auf weiteres Wachstum ausgelegt und lässt sich einfach erweitern. Blades als Alternative zu traditionellen Rackservern sind bei Schwäbisch Media schon seit längerem im Einsatz. Sie tragen zur Kostenreduktion bei und bieten die Leistung und Skalierbarkeit, die für die Bewältigung anspruchsvoller Workloads benötigt werden. Durch die Integration von Servern, Speicherressourcen, Netzwerkfunktionen und Verwaltungstools reduziert das Blade Center gleichzeitig die Komplexität der IT-Infrastruktur. Zusätzliche Sicherheit bietet der Einsatz des Backup2Disk-Verfahrens, welches in einem zusätzlichen, dritten Raum zur Disaster-Recovery-Vorsorge betrieben wird. Hier werden die Daten aus der Zeitungsproduktion nachts auf DS3500-Speicher kopiert, um im Katastrophenfall alle Informationen verfügbar zu haben.

Speichervirtualisierung sorgt für Flexibilität

Schon zuvor hatte das Medienhaus die Server im Rechenzentrum virtualisiert, um die Server unabhängig von den Platteneinheiten zu nutzen und Offline-Zeiten zu reduzieren. Die Speichervirtualisierung ergänzt nun die bisherige Servervirtualisierung und führt zu einer besseren Wertschöpfung der einzelnen Technologien als bei ihrem separaten Einsatz: „Die Speichervirtualisierung war die am besten geeignete Lösung, was den späteren Ausbau unserer Infrastruktur, die Granularität und die Speichereffizienz anging – auch wenn andere Varianten zu niedrigeren Kosten umsetzbar gewesen wären“, sagt Klaus Zellmer. Festplattenkapazitäten, die sonst brach lägen, lassen sich nun bedarfsgerecht auslasten.

„Die Einführung der neuen Infrastrukturkomponenten lief professionell und zügig ab“, fasst Zellmer zusammen. Die Modernisierung des Rechenzentrums begann Anfang August 2011 und war Mitte September abgeschlossen. Aus den eigenen Reihen wurde anschließend die Migration der Daten unter anderem aus dem SAP-System realisiert.

Das nächste große Projekt ist bereits in Sichtweite: Ende 2012 steht der Umzug der beiden Rechenzentren sowie des Backup2Disk-Verfahrens zum neuen Standort in Ravensburg an. Geplant ist dies für die Weihnachtsfeiertage, weil eine Downtime der Systeme benötigt wird, in der die Geräte am alten Standort abgeschaltet und in den Neubau gebracht werden müssen. Projektleiter Klaus Zellmer sieht optimistisch in die Zukunft: „Am neuen Standort werden die Systeme 1:1 aufgebaut. Wir werden den gleichen IP-Kreis, die gleichen Namen und gleichen Adressen verwenden. Neu sind allerdings die Leitungen für die Stromversorgung, die Kühlung der Rechenzentren und das Netzwerk. Kleine Unwägbarkeiten bleiben somit zwar, aber wir sind sicher, dass auch diese Umstellung reibungslos verlaufen wird.“ 


Über Schwäbisch Media

  • Geschäftsfeld: regionales Medienhaus, entstanden aus dem Schwäbischen Verlag; zur Dachmarke „Schwäbisch Media“ gehören neben den Marken Schwäbische Zeitung, Schwäbische.de, Regio TV und Südfinder.de weitere gedruckte und elektronische Produkte sowie Service- und Dienstleistungsangebote
  • Hauptsitz: Leutkirch im Allgäu
  • Mitarbeiter: 900

www.schwaebisch-media.de


Bildquelle: © Schwäbisch Media


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