04.05.2012
E-Business Webshops
Von: Konstantin Waldau

Managed E-Commerce im Mittelstand

Wann lohnt sich das Auslagern?

Heutige E-Commerce-Lösungen müssen flexibel sein und eine beständige Weiterentwicklung ermöglichen. Für mittelständische Unternehmen stellt sich dabei oft die Frage, ob sie ihre Onlinegeschäftsprozesse selbst betreiben oder in externe Hände geben. Bei der Entscheidung für oder gegen das sogenannte „Managed E-Commerce“ hilft eine Kosten-Nutzen-Analyse.


Ist bei dem Anwenderunternehmen die Entscheidung zugunsten einer Auslagerung von Onlinegeschäftsprozessen bereits gefallen, kommen sowohl Managed Services als auch komplettes Outsourcing in Frage. Während beim Outsourcing abgeschlossene Geschäftseinheiten wie ganze Abteilungen nach außen verlagert werden, meint Managed Services die Abgabe von Teilprozessen, also selektive Dienstleistungen. Der Begriff Managed E-Commerce bezieht sich demnach auf die Umsetzung und den Betrieb von technischen Lösungen für den Onlinehandel, die Begleitung bei der Konzeption sowie die Unterstützung bei operativen Prozessen.

Bei der Entscheidung für ein Standard- oder ein maßgeschneidertes Produkt stehen die Flexibilität und der Grad an gewünschter Individualität im Fokus. Mietlösungen bzw. Software as a Service (SaaS) bieten ferner den Vorteil, dass sich der Betreiber im Rahmen festgeschriebener SLAs zur Wartung und uneingeschränkten Funktionalität verpflichtet. Das heißt, auch bei zunehmender Komplexität und Dynamik von Projekten ist das Erfüllen aller Anforderungen an Performanz, Erreichbarkeit und Skalierbarkeit sichergestellt. Bei größeren Shopsystemen kommt zusätzlich noch der Full-Service-Aspekt ins Spiel.

Spielarten im Managed E-Commerce

Im Rahmen einer Gegenüberstellung von Out-of-the-Box-Lösungen im Onlinehandel versus Managed E-Commerce gilt es, alle voraussichtlich anfallenden Kosten, den wahrscheinlichen Aufwand und Nutzen sowie die Relation zu angestrebten Onlineumsätzen in ein Verhältnis zueinander zu setzen. Als Rechenexempel ist im Folgenden ein durchschnittliches mittelständisches Musterunternehmen mit 500 Mitarbeitern angeführt. Der Anteil des Online-Umsatzes am Gesamtumsatz beträgt rund 20 Prozent. Kosten fallen beim Einstieg in den Managed E-Commerce etwa für die Anforderungsworkshops sowie gegebenenfalls für die Anpassungen der Schnittstellen an. Diese Kosten werden erfahrungsgemäß durch gesteigerte Erlöse idealerweise innerhalb eines halben Jahres amortisiert. Die Beispielkalkulation (siehe Tabelle) stellt den Aufwand und die Kosten (Einführungs- und Folgejahr) einer Out-of-the-Box-Lösung versus Managed E-Commerce für das oben genannte Musterunternehmen gegenüber.

Die Spielarten im Managed E-Commerce reichen von der Bereitstellung einzelner Hard- und Softwarefunktionen wie etwa Serverleistungen, Speicherplatz und Sicherheit bis hin zum „Shared Hosting“ von Infrastrukturkomponenten und Anwendungen. Flexible IT-Komponenten garantieren eine schnelle und kostengünstige Entwicklung sowie eine größtmögliche Individualisierung. Zu den wesentlichen Erfolgsfaktoren für eine Onlinehandelsplattform zählen Kompatibilität und Skalierbarkeit. Dahinter verbergen sich die Integrationsfähigkeit der E-Commerce-Lösung in bestehende Prozesse sowie die Koppelung mit bestehenden Systemen über standardisierte Schnittstellen. Alle Plattformen sollten stets darauf ausgerichtet sein, bei wachsenden Kundenzahlen oder größerem Sortiment eine gleich bleibende Leistung zu zeigen. Zudem sollte eine Aufstockung der Kapazitäten etwa bei Lastspitzen durch Marketingaktionen immer möglich sein.

Die Managed Services müssen nicht nach der technischen Umsetzung enden. So gewährleistet das Bezugsmodell im Rahmen des Hostings zudem das automatische Einspielen notwendiger Updates sowie Sicherheitspatches der Basissoftware. Ferner zählen ein regelmäßiges Backup der Anwendung und aller Daten, der Schutz durch Firewalls sowie 24/7 Support zum Standard. Nicht zuletzt kann Managed E-Commerce auch die gesamte Konzeption von Onlineprojekten begleiten und dank Analysetools die Lücke zwischen strategischer Planung und technischer Umsetzung schließen.

Weitere Informationen: Atrada Network Trading AG

Bildquelle: Charles Thompson/Stockxchng


Aktuelle Ausgabe

Titelinterview: IT-Outsourcing
mit Marc Neuschl und Thorsten Weber, Deutsche See GmbH

Kostenvergleich von Cloud-Lösungen
Was kosten Cloud-Services?

CRM-Software
Customer Experience Management für den Mittelstand

Neue Wege des Arbeitens

Windows 8
Mit mehr Sicherheit besser - und flexibler

Das neue Office
Immer und überall produktiv

Internet Explorer
Der Webbrowser rückt in den Fokus

Interview mit Marc Neuschl, IT-Verantwortlicher bei der Fischmanufaktur Deutsche See, und IT-Projektleiter Thorsten Weber

Im Gespräch mit IT-MITTELSTAND erläutern Marc Neuschl, IT-Verantwortlicher bei der Fischmanufaktur Deutsche See, und IT-Projektleiter Thorsten Weber, warum man bereits seit über zwölf Jahren auf IT-Outsourcing setzt und mit welchem Aufwand im vergangenen Jahr der Wechsel vom alten zum neuen Servicepartner verbunden war...mehr lesen »

IT Mittelstand Newsletter
Cloud Computing: Was kosten Cloud-Services?

Günstige und flexible Services aus der Cloud für standardisierte IT-Prozesse sind verlockend. Mittelständische Unternehmen sollten potentielle Cloud-Lösungen allerdings genau kalkulieren und Preise vergleichen...mehr lesen »