14.10.2011
Branche, Business Intelligence
Von: Lea Sommerhäuser

Interview mit Dr. Andreas Orth, Planorg

„Transparenz auf Tastendruck“

Interview mit Dr. Andreas Orth, Geschäftsführer der Planorg Informatik GmbH, über die Entwicklungen im Bereich Business Intelligence (BI) und die Möglichkeiten, die entsprechende Tools für den Mittelstand bieten


Dr. Andreas Orth ist Geschäftsführer der Planorg Informatik GmbH

ITM: Herr Dr. Orth, inwiefern interessieren sich die mittelständischen Unternehmen anno 2011 für das Thema Business Intelligence (BI)?
Dr. Andreas Orth:
Lange Zeit war Business Intelligence fast ausschließlich eine Domäne der Großunternehmen. Es dominierten individuell auf den Kunden zugeschnittene Lösungen. Doch steigende Anforderungen wie erhöhter Kostendruck, kürzere Produktlebenszyklen sowie eine verschärfte Konkurrenz betreffen nicht nur Großkonzerne, sondern auch den Mittelstand. Mit der Verfügbarkeit von kostengünstigen BI-Standard-Lösungen ist die Akzeptanz im Mittelstand deutlich gestiegen. Die Nachfrage steigt langsam, aber stetig an.

ITM: Welche Möglichkeiten und Vorteile bietet der Einsatz entsprechender BI-Tools?
Dr. Ort
h: Business Intelligence unterstützt das Auswerten von Unternehmensdaten. Mit dem passenden Tool entfällt das mühselige und mitunter fehlerbehaftete Zusammentragen von Daten aus den verschiedenen Unternehmensbereichen.

Somit schaffen Business-Intelligence-Lösungen Transparenz auf Tastendruck. Basierend auf umfassenden Unternehmensdaten werden zielgruppengenau verschiedenartige Darstellungsformen unterstützt. Diese reichen von stark aggregierten Kennzahlen im Dashboard für die Geschäftsführung, über automatisch erstellte und versendete Berichte und Analysen für Bereichsleiter bis hin zum Daten-Explorer für flexible Datenanalysen und Abfragen für den Controller.

Business Intelligence ermöglicht eine fundierte Überwachung, Analyse und Auswertung von Kennzahlen und bietet damit eine verlässliche Basis für unternehmerische Entscheidungen. Darüber hinaus versetzt es den Anwender in die Lage, Prozesse zu optimieren und Kosten zu senken.

ITM: Welche Anforderungen stellen die Unternehmen an BI-Software? Was ist ihnen besonders wichtig?
Dr. Orth:
Im Vordergrund steht die Tendenz, dass sich Business Intelligence vom reinen Controlling-Thema zu einem Unternehmensthema wandelt. Ziel muss sein, für die verschiedenartigen Bedürfnisse der Anwender ergonomische Lösungen anzubieten. Datenqualität, Ergonomie und Performance sind entscheidende Forderungen, um die Akzeptanz der Anwender über die Controlling-Abteilung hinaus zu sichern.

Erwartet werden Standardlösungen, die schnell zu verwertbaren Ergebnissen führen. Diese müssen jedoch über einfach erlernbare Werkzeuge verfügen, um die Standardinhalte eigenständig individuell anpassen und erweitern zu können. Eine automatische Berichtsverteilung gehört ebenso dazu wie ein Zugriffsrechtekonzept.

Daneben sind die Flexibilität und Wachstumsfähigkeit der BI-Lösung ein Thema. Der Markt verlangt kurze Implementierungszeiten in einem akzeptablen Kosten-Nutzen-Rahmen.

ITM: Wie groß ist das derzeitige Angebot entsprechender Lösungen auf dem IT-Markt?
Dr. Orth:
Da Business Intelligence aktuell ein „Modethema“ ist, gibt es eine Vielzahl von BI-Anbietern. Die Lösungsansätze sind jedoch sehr unterschiedlich. Sie reichen von Anbietern mit fest definiertem und vom Anwender nicht selbst änderbaren Content bis hin zu Anbietern, die BI ohne Standard-Content als kundenspezifische Projekte verkaufen.

Unsere Erfahrung sagt uns: Wer auf eine flexible Lösung setzt, ist auf dem richtigen Weg. Die mittelständische Wirtschaft muss sich dem schnellen Wandel und den daraus erwachsenden Herausforderungen stellen. Mit einer wachstumsfähigen Business-Intelligence-Lösung ist man sehr gut gewappnet.

ITM: Welche Branchenzweige sprechen Sie als BI-Anbieter an?
Dr. Orth:
Wir bieten mit BI.executive eine Business-Intelligence-Lösung an, die in Funktionsumfang und Preis branchenübergreifend auf den kleinen und mittleren Mittelstand zugeschnitten ist. Sie basiert vollständig auf SAP Business Objects und den darin enthaltenen Tools. BI.executive garantiert auf der Basis von bereichsspezifischen Standardberichten, Dashboards bis hin zum integrierten BI-Explorer einen schnellen Produktivstart.

Darüber hinaus wird der Anwender mit schnell erlernbaren Berichts- und Design-Werkzeugen auf Wunsch in die Lage versetzt, auf der Basis der bestehenden Inhalte eigene kundenspezifische Varianten zu erstellen oder aber den vorhandenen Funktionsumfang selbständig zu erweitern.

ITM: Welche Bedenken äußern die Anwender gegenüber BI-Tools und deren Einführung? Wie räumen Sie als Anbieter jegliche Bedenken aus?
Dr. Orth:
Indem wir den besonders kundenorientierten BI-Ansatz der Planorg herausarbeiten, können Bedenken in den meisten Fällen ausgeräumt werden: modernste Technologie, vordefinierte Standardinhalte und darüber hinaus die Möglichkeit, mit leicht erlernbaren Werkzeugen diesen Standard kundenindividuell auszugestalten.

Weiterhin sensibilisieren wir den Kunden für Erfolgskriterien, die aus unserer Sicht unerlässlich sind. Wie sichert der Anbieter die Datenqualität ab? Wie wird das BI-System mit Daten versorgt? Wie ist die Akzeptanz und dabei, als ein sehr wichtiges Kriterium, die Performance beim Anwender? Wie wird eine automatische Verteilung der Berichte sichergestellt? Gibt es ein Zugriffs- und Rollenkonzept?

ITM: Wie schätzen Sie die Relevanz von Mobile BI ein?
Dr. Orth:
Eine Mobile-Komponente innerhalb einer BI-Suite ist ein Muss. Durch die Verfügbarkeit leistungsfähiger mobiler Endgeräte wird die Frage nach der Unterstützung mobiler Geräte ein KO-Kriterium.

ITM: Welche weiteren Entwicklungen lassen sich im Bereich Business Intelligence erkennen? Wohin geht der Trend?
Dr. Orth:
Es gibt im Hinblick auf BI aktuell vielfältige Entwicklungen, die zu neuen Anforderungen führen. Beispiele: BI wird mobil. BI wächst und dehnt sich in alle Unternehmensbereiche aus. BI wird zum strategischen Werkzeug für Simulation und Planung. BI bietet das Potential, ein Wissensmanagement aufzubauen.

Wir als Firma haben uns solcher Weiterentwicklungen verschrieben und planen schrittweise, aktuelle und kommende Trends und Anregungen in unseren Lösungen zu berücksichtigen. Das ist notwendig, um bei der unausweichlich kommenden Marktkonsolidierung unter den BI-Anbietern am Markt zu bestehen.



Bildquelle: iStockphoto.com/TONIC!




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