31.08.2012
Infrastruktur
Von: Michaela Eichner

KVWL nutzt Cisco-Technologien

Therapie gegen Kostenanstieg

Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) hat eine virtuelle Serverfarm in ihrem Dortmunder Rechenzentrum auf das hochverfügbare Unified Computing System „Cisco UCS“ migriert.


Sitz der Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) in Dortmund

Jan Fuss, Systemadministrator im Dortmunder KVWL-Rechenzentrum

Kassenärztliche Vereinigungen sind ein wichtiger Eckpfeiler im deutschen System der ärztlichen Selbstverwaltung. Sie gewährleisten einerseits eine qualitätsgesicherte, am Bedarf orientierte ambulante Versorgung der Bevölkerung. Andererseits nehmen sie die Interessenvertretung für niedergelassene Vertragsärzte und -psychotherapeuten wahr. „Wir verstehen uns als Dienstleister, der Ärzte und Psychotherapeuten im Landesteil Westfalen-Lippe von bürokratischen Tätigkeiten entlastet. Dadurch verschaffen wir ihnen mehr Freiraum für ihre eigentliche Arbeit mit den Patienten und tragen so zu einer Verbesserung der ambulanten Patientenversorgung bei“, kommentiert Frank Winkler, Leiter IT-Betriebsmanagement bei der in Dortmund ansässigen KVWL. Die KVWL ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und vertritt mehr als 13.000 Mitglieder. Gemeinsam mit anderen Partnern möchte sie viele Effizienzreserven erschließen. Die Hosting- und IT-Services haben hierbei das Ziel, trotz anhaltendem Kostendruck ein hohes ambulantes Versorgungsniveau sicherzustellen.
 
Jüngster Meilenstein für dieses partnerschaftliche Optimierungsbestreben ist die Migration der virtuellen Serverlandschaft auf das „Cisco Unified Computing System UCS“. Eine der Voraussetzungen für neue Formen der Onlinekooperation schuf die Kassenärztliche Bundesvereinigung beispielsweise mit KV-Safenet – einer deutschlandweiten VPN-Infrastruktur zum Austausch vertraulicher Informationen. Darüber können niedergelassene Ärzte etwa einen Arztbrief direkt von ihrem Praxis-PC aus verschicken und selbstverständlich auch Abrechnungsdaten zeit- und kostensparend online an ihre regionale Kassenärztliche Vereinigung übertragen. „Der Trend zu immer mehr Onlinediensten stellt die IT im Hintergrund allerdings vor stetig wachsende Herausforderungen“, gibt Frank Winkler zu bedenken.
 
Onlinedienste verlangen zum Beispiel deutlich mehr Flexibilität bei der Servicebereitstellung, und auch die Ansprüche in puncto Skalierbarkeit und Hochverfügbarkeit steigen rapide. Eben dies war ein treibendes Motiv, warum die KVWL ihre virtuelle Serverfarm auf eine neue, dauerhaft tragfähige Grundlage stellen wollte. „Diese vereint leistungsfähige Bladeserver inklusive VMware-Virtualisierung mit der Anbindung an IP- und Speichernetze zu einem extrem skalierbaren Komplettsystem. Der Aufwand für die Inbetriebnahme der physischen Hostsysteme ist auf ein Zehntel zusammengeschmolzen. Was früher einen ganzen Tag lang dauerte, ist heute in einer knappen Stunde erledigt“, sagt Jan Fuss, Systemadministrator im Dortmunder KVWL-Rechenzentrum. Die eingesparte Arbeitszeit kann er anderweitig besser nutzen – zum Beispiel, um neue innovative Dienste aufzusetzen. Denn die Nachfrage danach steigt rasant. Seit dem erfolgreichen Abschluss der Migration von rund 200 vorhandenen Serverinstanzen im Januar 2012 kamen allein im ersten Quartal zirka 50 neue hinzu. Das entspricht einem Zuwachs von 25 Prozent innerhalb eines Vierteljahres.

Strom- und Kühlungskosten reduziert

„Das Systemdesign der neuen Plattform ist von Grund auf energieeffizient gestaltet“, so Jan Fuss. „Verglichen mit marktüblichen Serverlösungen sparen wir beispielsweise ein Viertel der jährlichen Energie- und Kühlungskosten ein.“ Energie- und Kosteneffizienz reichen nun über die Serverschränke hinaus und bis in das Netzwerk hinein – wie Frank Winkler erläutert: „Bei wachsender Serverzahl werden normalerweise entsprechend viele zusätzliche Switchports im Netzwerk benötigt. Diese Formel verliert mit dem Fabric Interconnect ihre Gültigkeit, da er die Server-Uplinks für UCS bündelt und somit aktive Netzwerkkomponenten entlastet. Im Ergebnis kommen wir mit 75 Prozent weniger als der sonst erforderlichen Portmenge aus. Außerdem wird die vorhandene Bandbreite im Netzwerk deutlich effektiver ausgenutzt.“ Beides zusammen bedeutet, dass die KVWL weitere virtuelle Server für zusätzliche Dienste auf UCS implementieren kann, ohne ihr Netzwerk um neue Switches erweitern zu müssen. Vom gesenkten Investitionsbedarf einmal abgesehen, müssen nicht angeschaffte Switches natürlich auch weder mit Strom versorgt noch verwaltet werden. Jedes Gerät weniger im Rechenzentrum verbessert dessen Energiebilanz und senkt zugleich den IT-bedingten CO2-Ausstoß.

Einheitliche Infrastruktur

Von besonderer Bedeutung ist hierbei Fibre Channel over Ethernet, kurz FCoE: „Noch im laufenden Jahr werden wir unsere Storage-Systeme via FCoE an Cisco UCS anbinden“, plant Frank Winkler. „Damit sparen wir separate FC-Adapter und vereinheitlichen unsere gesamte IT-Architektur.“ FCoE löst hinderliche Technologiegrenzen zwischen Server- und Speichernetzwerken auf. Gerade in stark virtualisierten Umgebungen zahlt sich diese Vereinheitlichung aus, weil die Komplexität dadurch zurückgedrängt und eine flexiblere Servicebereitstellung ermöglicht wird. „UCS legt den Grundstein, von dem aus wir unser Rechenzentrum schrittweise in eine hochflexible Serviceumgebung mit weitgehend automatisierten Betriebsprozessen verwandeln. Auf dieser Basis können wir IT-Dienste perspektivisch on demand als Private-Cloud-Service bereitstellen“, so Frank Winkler.
 
www.kvwl.de
 
www.cisco.com/de

 
 


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