30.01.2012
Business-Software
Von: Ingo Steinhaus

Mittelstandsförderung

Tausche wertvolles Produkt gegen Kundenbindung

Welcher Mittelständler spart nicht gern, zum Beispiel 18.000 Euro? So wertvoll sind einige Förderpreise des Mittelstandsprogramms. Aber nicht umsonst: Auch Kundenbindung kostet.


Tausche wertvolles Produkt gegen Kundenbindung

Innovative Produkte und Dienstleistungen völlig kostenlos erhalten? Das geht und zwar mit den Förderpreisen des Mittelstandsprogramms. Es soll die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes zu stärken und arbeitet mit Sponsoren, die ihre Produkte kostenfrei als Förderpreis für mittelständische Unternehmen anbieten.

Aktuell gibt es mehr als 2000 kostenfreie Förderpreise im Wert von über 1,1 Millionen Euro. Sie decken die unterschiedlichsten Unternehmensbereiche ab. Ein großer Schwerpunkt dabei sind IT-Services und -Anwendungen von CRM und ERP bis hin zu Prozessoptimierung und Hardware/Service-Kombinationen.

Ein typisches Angebot ist zum Beispiel der OKI-Förderpreis: Outputmanagement zur Optimierung von Kosten, Hardware, Workflow und Rentabilität. Konkret geht es um Output-Analysen mit Einzelkosten von 5000 bis 10000 Euro, die beim 1. und 2. Preis mit OKI-Geräten ergänzt werden.

OKI will damit helfen, rund 15 bis18 % Kosten zu sparen. Die Teilnahme ist einfach: Wer an dem Förderpreis interessiert ist, muss im Web ein Formular ausfüllen. Es fragt lediglich einige Punkte zur Ausstattung mit Hardware und Software sowie zur Innovationskraft des Unternehmens ab.

So ähnlich ist es bei allen Preisen: Step Ahead zum Beispiel bietet ein Warenwirtschafts-Komplettpaket mit Webshop für 18.536 Euro und möchte etwas zu den Gründen und Zielen der Bewerbung wissen. Die CAS Software AG bietet ein webbasiertes CRM-System für 20 Nutzer und ein Jahr im Wert von 5.472 Euro. Neben Rahmendaten zur Ausstattung und den Gründen für die Teilnahme muss der Bewerber eine gute Begründung liefern.

Dies alles ist mit einer einfach zu bedienenden Webplattform gelöst. Damit endet aber auch schon die Aufgabe der Mittelstandsinitiative, denn die Auswahl der Bewerber übernehmen die Sponsoren in Eigenregie. Leider wird auf der Website nicht ganz klar, welche Kriterien für die Auswahl gelten: Bedürftigkeit? Innovationskraft? Eine pfiffig formulierte Begründung?

Die Zahl der Preisträger ist begrenzt, die meisten Sponsoren bieten nur einen bis drei Preise an. Mittelständische Unternehmen, die sich für kostenlose Software der angebotenen Rubriken interessieren, sollten die Angebote nach einem Gewinn genau prüfen - mindestens ebenso penibel wie beim Kauf der jeweiligen Anwendung.

Die Bedingungen des Förderpreises lassen hierfür genügend Raum. Der Preis gilt nur als angenommen, wenn ein Unternehmen dies schriftlich innerhalb von vier Monaten nach Bekanntgabe des Gewinnes mitteilt. Genügend Zeit, um eventuelle Haken zu finden.

Denn eines sollte klar sein: Die Preise decken lediglich die Anschaffungskosten und in einigen Fällen die Betriebskosten der ersten Monate ab. Sie sind also kostenlos, aber nicht umsonst. Die Unternehmen zahlen durch eine mehr oder wenige enge Bindung an den Preisverleiher. Der wiederum hat mit einer Art Rabattaktion einen Neukunden an Land gezogen.

Bildquelle: Thorben Wengert / pixelio.de


Aktuelle Ausgabe

Titelinterview: RZ-Infrastruktur
mit Dr. Peter Meyer und Michael van Dülmen, Weiling GmbH

Cloud-Finanzbuchhaltung
Aufholjagd vonnöten?

Neue Wege des Arbeitens

Windows 8
Mit mehr Sicherheit besser - und flexibler

Das neue Office
Immer und überall produktiv

Internet Explorer
Der Webbrowser rückt in den Fokus

Top-Jobs auf IT-MITTELSTAND

Interview Dr. Peter Meyer (li.), Geschäftsführer der Weiling GmbH, und Michael van Dülmen, Leiter IT

Im Titelinterview erklären Dr. Peter Meyer (li.), Geschäftsführer der Weiling GmbH, und Michael van Dülmen, Leiter IT, warum sich der mittelständische Biogroßhändler dazu entschloss, die in die Jahre gekommenen Serverräume gegen eine modulare Lösung auszutauschen...mehr lesen »

IT Mittelstand Newsletter
Finanzbuchhaltung aus der Cloud

Datenskandale hin oder her – der Trend, Software in die Cloud zu verlagern, nimmt weiter zu. Hier scheint auch die Onlinebuchhaltung an Bedeutung zu gewinnen, da sie den Anwendern mehr Flexibilität und Kostentransparenz verspricht als Inhouse-Lösungen. Gleichzeitig sind entsprechende Cloud-Lösungen aber auch mit Vorsicht zu genießen...mehr lesen »