09.07.2012
Digitales Marketing
Von: Wiljo Krechting

Gesetzgeber fordert die Button-Lösung

So wird der Onlineshop rechtssicher

"Shopbetreiber abgemahnt" – genau diese Schlagzeile könnte ab dem 1. August 2012 vielen Shopbetreibern in die Quere kommen, wenn sie ihren Shop nicht entsprechend den gesetzlichen Vorgaben umrüsten. Konkret geht es um die Button-Lösung und das Aussehen der Bestellseite speziell für B2C Onlineshops, wie der E-Commerce-Anbieter Shopware AG berichtet.


Das Thema Button-Lösung wird aktuell heiß diskutiert und nach vielen Meinungen ist augenscheinlich lediglich der Bestell-Button in "Zahlungspflichtig bestellen" umzubenennen, um rechtskonform zu bleiben. Doch wer alleine diesen Ansatz verfolgt, der irrt. Gemäß §312g Abs. 2 BGB n.F. ist man als Shopbetreiber verpflichtet, dem Verbraucher weitaus mehr Informationen als bislang mitzuteilen und sich zudem an ein komplexes Regelwerk zu halten. Im Einzelnen sind die wesentlichen Merkmale der Ware oder Dienstleistung aufzuzeigen. Der Gesamtpreis und die Versandkosten müssen transparent gemacht werden und die Mindestvertragslaufzeit des Vertrages (sofern Verträge abgeschlossen werden) muss auf der Bestellseite klar hervorgehen. Erschwerend komme hinzu, dass diese Informationen räumlich unmittelbar zusammenhängen sollen und dazwischen keine Gestaltungsmittel mehr zu platzieren sind. Wenn man aktuell die Bestellseite mit zusätzlichen Funktionen ausgestattet hat, die diese räumliche Trennung zerstören, ist eine Neugestaltung erforderlich. Unzulässig ist laut Shopware zudem eine falsche Positionierung der Inhalte, wenn man z.B. den Bestell-Button nicht korrekt platziert oder ihn gar zweimal anzeigt. Jegliche Verstöße gegen die Norm können in Zukunft abgemahnt werden.
 
„Vorschriften sind eine Sache, einen komplexen, individuell gestalteten Onlineshop auf die neuen gesetzlichen Regelungen mit wenig Aufwand und Kosten in der Praxis umzustellen, wird viele Shopbetreiber vor große Herausforderungen stellen", erklärt Sebastian Hamann, Vorstand bei der Shopware AG. "Wir als Hersteller sind daher gefragt, unsere Kunden bei der rechtlich einwandfreien Umsetzung zu unterstützen", so Sebastian Hamann weiter. Als ein Anbieter von Webshopsoftware hat sich Shopware mit erfahrenen E-Commerce-Spezialisten beraten und bereits eine  kostenlose Lösung auf den Markt gebracht, die sich mitunter auch an alle Vorgaben und Empfehlungen von Trusted Shops, dem Gütesiegel für Onlineshops, hält. Das Resultat sei ein frei konfigurierbares Plugin für die Software, mit dem man die Bestellseite als Anwender, ohne Programmierkenntnisse, über die Administration rechtskonform umsetzen könne.
 
Neben einer hohen Abmahngefahr bei Nichteinhaltung der neuer Vorschriften, muss der Shopbetreiber übrigens noch mit weiterreichenden Konsequenzen rechnen, z.B. kommt beim Klick auf den bisherigen „Bestellen“-Button unter Umständen rechtlich nicht mal mehr ein Vertrag zustande. Ein guter Ratschlag ist daher für Shopbetreiber, sich mit der Button-Lösung intensiv zu beschäftigen und den Webshop rechtskonform umzustellen. Das Gesetz tritt unwiderruflich zum 1. August 2012 in Kraft, und das damit noch nicht absehbare Konsequenzen bei Nichteinhaltung eine effektive Bedrohung darstellen, steht außer Frage.
www.shopware.de

Bildquelle: Gerd Altmann/Pixelio


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