Josef Brunner, Joulex
Server-Auslastung punktgenau steuern
Interview mit Josef Brunner, Geschäftsführer von Joulex

Josef Brunner, Geschäftsführer von Joulex
ITM: Wie kann ein mittelständisches Unternehmen sein Rechenzentrum bzw. seinen Serverraum schnell und ohne große Kosten energieeffizienter machen?
Josef Brunner: Der einfachste Weg ist durch das Einführen des sogenannten Load-Adaptive-Computing-Ansatzes, bei dem die vorhandene Hardware-Infrastruktur lastadaptive gesteuert ist. Das heißt, über bereits vorhandene Schnittstellen (von Intel, Cisco, HP, IBM, Dell und anderen) wird die Performance (u.a. CPU Clock Speed) der Utilization angepasst. Je geringer die Auslastung, desto mehr wird die Performance herunterfahren. Steigt die Auslastung wieder, wird die Performance automatisiert über das Netzwerk erhöht.
ITM: Am Markt gibt es dedizierte Software für das Energiemanagement in Rechenzentren. Was können solche Tools leisten?
Brunner: Lösungen wie der Joulex Energy Manager liefern drei Leistungsmerkmale: Messen des Energieverbrauchs, Feststellen des Sparpotentials und automatisiertes Steuern der Komponenten im Rechenzentrum, um das Maximum des Einsparungspotentials realisieren zu können.
ITM: Inwieweit lohnt sich der Einsatz von Tools für das Energiemanagement bereits für mittelständische Unternehmen mit kleineren Rechenzentren bzw. Serverräumen?
Brunner: Da Load Adaptive Computing Maßnahmen keinen Hardware und somit Capex Invest fordern, können Rechenzentren jeder Größe Energiekosten mit diesem Energiemanagementkonzept einsparen. Die Anzahl der Server spielt dabei keine Rolle.
ITM: Wie viel müssen die Kunden durchschnittlich für solche Tools bezahlen?
Brunner: Typischerweise ist die Lizenzierung Device-basierend und skaliert mit der Größe der Unternehmen. Erhältlich sind Lösungen zur Energieeffizienzsteigerung in Rechenzentren bereits ab zehn Euro pro Device pro Jahr.
ITM: Wie kann man im RZ insbesondere in den Bereichen Kühlung und Klimatisierung für sinkende Energiekosten sorgen?
Brunner: Da Load Adaptive Computing auch einen indirekten Einfluss auf den Wärmeausstoß hat, sichert diese Methode auch einen positiven Spareffekt auf die kühlungsbezogenen Kosten. Je weniger Wärme ein Server produziert, desto geringer sind die Kühlungskosten.
ITM: Welche Technologien werden das Rechenzentrum der Zukunft maßgeblich energieeffizienter machen?
Brunner: Load Adaptive Computing hat das größte Potential, da es durch die lastadaptive Steuerung einen direkten, positiven Einfluss auf die Energiekosten hat. Desweiteren über den verringerten Wärmeausstoß auch einen indirekten Einfluss auf die Kühlungsaufwände realisieren kann. Da zur Einführung keine Anfangsinvestitionen notwendig sind, kann jedes Unternehmen dieses Potential zeitnah ausschöpfen.
ITM: Bitte nennen Sie uns kurz ein Praxisbeispiel, bei dem ein mittelständischer Anwender sein RZ energieeffizienter gestaltet hat? Wie viel Energiekosten konnte er konkret einsparen?
Brunner: Ein mittelständisches Finanzunternehmen hat sich nach der Einführung einiger hundert Thin-Client-Systeme mit steigenden Energiekosten im RZ auseinandersetzen müssen, da die Computing-Ressourcen und Aufwände nun von mehr Servern und Storage im RZ, und nicht mehr vom virtualisierten Thin Client durchgeführt wurden. Durch die lastadaptive Steuerung aller Komponenten konnte durch Joulex die Performance der Server angepasst werden. So wurden nachts die Thin Clients automatisiert vom Energy Manager heruntergefahren. Dadurch werden nun sowohl im Client, als auch im Rechenzentrumsumfeld Energiekosten signifikant gesenkt.
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