15.08.2012
Storage Speichermanagement, Virtualisierung

Storage Pools

SAN-Alternative für den Mittelstand

Die Storage-Lösungen des neuen Windows Server 2012 bieten viel. Sie sind für kleinere und mittlere Unternehmen eine kostengünstige Alternative zu teurer Spezialhardware.


SAN-Alternative für den Mittelstand

Während alle Welt über die neue Benutzeroberfläche von Windows spricht, geraten eine Reihe von eher unsichtbaren Innovationen in der Windows-Welt aus dem Blick. Sie sind in Windows Server 2012 eingebaut und erlauben mittelständischen Unternehmen kostengünstige Storage-Lösungen

Hier sind Neuerungen dringend nötig, denn mit der Parole "Schneller, größer, billiger" kommen die Unternehmen nicht besonders weit. Zwar kostet 1 GB Speicherplatz nur noch wenige Cent. Doch paradoxerweise steigen in kleinen und großen Unternehmen laufend die Kosten für Storagesysteme. Ein wichtiger Grund dafür ist das enorme Datenwachstum der letzten Jahre. Laut einer IDC-Studie von 2011 verdoppelt sich das gesamte Datenvolumen auf der Welt alle zwei Jahre und hat noch 2011 die 1,8-Zettabyte-Marke erreicht (das entspricht 1,8 Billionen Gigabyte).

Dies liegt unter anderem an der immer stärkeren Virtualisierung der Arbeitsplätze, die damit einhergehende steigende Bedeutung von Shared Storage, die Datenmassen aus sozialen Medien und aus Business Analytics. Das Datenwachstum dürfte in den nächsten Jahren ungebremst weitergehen. Die Antworten der Hersteller von Storagesystemen darauf lauten NAS (Network Attached Storage) und SAN (Storage Array Networks).

Für einen deutlich höheren Preis als zum Beispiel bei RAID-Systemen bieten diese beiden Hardware-Gattungen zahlreiche Automatismen für die Verwaltung der Kapazitäten sowie die leichtere Erweiterbarkeit während des laufenden Betriebs. Doch gerade die höheren Kosten verhindern, dass kleinere und mittlere Unternehmen virtuelle Umgebungen einführen.

Wer sich das Marketing von Microsoft genauer anschaut stellt fest: Virtualisierung und Private Cloud werden hier groß geschrieben. Und mit Windows Server 2012 unternimmt Microsoft einige Anstrengungen, um diese beiden Themen auch für mittelständische Unternehmen mit begrenztem Budget interessant zu machen. Wichtige Neuerungen in der Server-Variante von Windows sind Storage Pools und Storage Spaces. In beiden Fällen handelt es sich um Software-Lösungen, die für einen kostengünstigen, aber trotzdem zentralen Speicherplatz sorgen sollen.

In Storage Pools kann der Windows-Server mehrere Laufwerke zu einer logischen Disk zusammenfassen. Er arbeitet dabei mit unterschiedlichen Festplattentypen zusammen, so dass ein Storage Pool relativ leicht erweiterbar ist. Auf der Basis dieser Pools lassen sich so genannte Storage Spaces einrichten. Dahinter verbergen sich virtuelle "Volumes", die einen beliebigen Anteil des verfügbaren Gesamtspeichers belegen können - zum Beispiel auch über zwei oder mehr physikalische Festplatten hinweg.

Ein Storage Space arbeitet im Prinzip wie ein RAID: So beherrscht die Funktion die Plattenspiegelung (RAID 1) und das Speichern von Paritätsinformationen (RAID 5). Doch die nervigste Einschränkung eines RAID-Systems fehlt: Die benutzten Festplatten müssen entweder gleich groß sein oder es wird nur soviel der Kapazität genutzt, wie die kleinste Platte anbietet. Storage Spaces arbeiten also unabhängig von der Art und Größe der Beteiligten Festplatten.

Zwei weitere typische SAN-Funktionen beherrschen die erweiterten Storage-Funktion von Windows Server 2012 ebenfalls: Thin Provisioning und Data Deduplication. Durch Thin Provisioning belegt ein Storage Space lediglich die tatsächlich notwendige und nicht die anfangs maximal bereitgestellte Kapazität. Data Deduplication ist ein Verfahren zur optimierten Speicherung, bei dem das mehrfache Speichern von gleichförmigen Daten verhindert wird.

Diese Möglichkeiten klingt auf den ersten Blick verführerisch, haben jedoch nur einen relativ eingeschränkten Anwendungsbereich. Aus diesem Grund unterstützt Microsoft mit seiner neuen Server-Version auch weiterhin neue Funktionen von NAS- und SAN-Storagesystemen. Sie werden vor allem in größeren Server-Infrastrukturen auch weiterhin der Standard bleiben.

Zu einer echten Alternative werden Storage Spaces jedoch verglichen mit NAS/SAN-Einsteigersystemen für IT-Umgebungen mit einem oder wenigen Standalone-Servern. Wer in einem kleineren Unternehmen ein gut erweiterbares Storagesystem benötigt und gleichzeitig Server-Basisfunktionen wie zum Beispiel Exchange und Sharepoint nutzen möchte, kann in Zukunft auf die teure Zusatzhardware verzichten.

Bildquelle: zora120875 / Opens external link in new windowpixelio.de


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