02.11.2011
Fibu, Rewe und Controlling
Von: Johannes Kelch

Addison Online-Portal

Rationalisierungsschub in Steuerkanzlei und Mittelstand

Eine erhebliche Optimierung und Rationalisierung der Arbeit von Steuerberatern und ihrer Kunden hat die Addison Software und Service GmbH kürzlich eingeleitet.


Ralf Gärtner, Managing Director Tax und Accounting bei Wolters Kluwer Deutschland und Geschäftsführer bei Addison

Seit Anfang Oktober können die Kunden der Softwarefirma Addison mit einer Neuerung namens „Addison Online-Portal“ arbeiten. Was nach einer etwas größeren Website klingt, ist in Wirklichkeit eine Kommunikationsplattform, die den Informationsaustausch zwischen Steuerberatern, Mandanten sowie
Staat und Sozialversicherungsträgern vereinfacht und verbessert.

Das Portal ist nach Darstellung von Addison-Geschäftsführer Ralf Gärtner  „eine sichere und komfortable Datendrehscheibe zu Sozialversicherung und Krankenkassen, um die stetig zunehmenden Meldeverfahren effizient abzuwickeln“. Der Hersteller biete „eine erhebliche Komfortsteigerung“, zumal auch alle zukünftigen elektronischen Meldewege im Zuge des „E-Government“ unterstützt würden. So werde man künftig Meldungen für die künftige „elektronische Lohnsteuerkarte“ (ELSTAM) ermöglichen, betonte
Gärtner kürzlich vor der Presse in München.

Deutliche Vorteile bietet das neue „Online-Portal“ den Mandanten von Steuerberatern im Vergleich zur bisherigen Praxis. Bislang mussten sie Zahlen und Dokumente umständlich und langwierig per Post, Fax, E-Mail oder Kurier an die Steuerkanzlei senden. Jetzt können sie ihre Daten direkt im Portal über eine Funktion für die elektronische Kommunikation eingeben. Umgekehrt können die Mandanten unmittelbar wichtige Informationen abrufen, die sie bislang nur auf Anforderung wiederum mit unvermeidbaren Verzögerungen beziehen konnten: Gewinn- und Verlustrechnung, Offene-Posten-Listen, Berichte, Auswertungen, Verdienstabrechnungen und Informationen aus dem Mahnwesen.

Weitere Vorteile für die Mandanten sind laut Anbieter möglich, so könne die „Plattform“ über Apps ein „Online-Kassenbuch“, eine „Lohnvorerfassung“, ein „Fakturierungsprogramm“ und weitere Programme anbieten. Das Portal bietet „sicheren E-Mail-Verkehr“, so Geschäftsführer Gärtner. Neu sei auch die Möglichkeit, Arbeitnehmern den Zugang zu den eigenen Lohn- oder Gehaltsdaten über das Portal zu eröffnen. So entfallen bei dieser heute noch unüblichen und nicht für jede Firma geeigneten Lösung die Kosten für die Verteilung und den Versand der „Lohntüten“.

Aufwertung der Arbeit in der Kanzlei

Auch seitens der Steuerkanzleien machen sich die Rationalisierungen deutlich bemerkbar. Einfache Arbeiten wie das Einpflegen von Daten aus Briefen, Faxsendungen, E-Mails und mündlichen Gesprächen sowie der Aufwand für den Ausdruck von Dokumenten, den postalischen Versand und die Verschlüsselung von E-Mails sind kaum mehr erforderlich.

Die Addison Software und Service GmbH  ist – anders als der Name vermuten lässt – ein rein deutsches Unternehmen, das Mitte der 90er Jahre per Management-Buyout aus der Taylorix AG hervorgegangen ist. Seit der Gründung hat das Unternehmen ein rasches Marktwachstum erlebt und betreut nach eigenen Angaben heute rund 20.000 überwiegend mittelständische Kunden, etwa die Spielbank Stuttgart, IHK Schwaben oder die Karwendelbahn. Das Unternehmen gehört seit 2008 zum internationalen Konzern Wolters Kluwer, der mit rund 19.000 Mitarbeitern in über 40 Ländern einen Umsatz von 3,6 Mrd. Euro (2010) erwirtschaftet.

Der neue Geschäftsführer Ralf Gärtner ist alles andere als ein Branchenneuling, er war lange Jahre  Vorstandsmitglied beim Münchner SoftM-Konzern, der zahlreiche Rechnungswesenprodukte für den Mittelstand anbot und  inzwischen im polnischen Comarch-Konzern aufgegangen ist. Gärtner arbeitet jetzt als Managing Director Tax & Accounting bei Wolters Kluwer Deutschland und ist in dieser Funktion Geschäftsführer der Tochter Addison, neben den bisherigen Geschäftsführern Andreas Hermanutz und Ralf Kurka.


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