08.06.2012
Cloud Computing

Fusion oder Konfusion – vieles bleibt im Vagen

Oracle Cloud angekündigt

Mehr als 100 neue Anwendungen für die Cloud will Oracle demnächst auf den Markt werfen. So kündigte der kalifornische Softwarekonzern jetzt zum wiederholten Mal den Strukturwandel in seinem Produktportfolio an. Harte Fakten blieben in der knapp anderthalb Stunden langen Ankündigung aber nach wie vor rar gesät.


Oracle-CEO Larry Ellison bei einem Vortrag im vergangenen Jahr

„Nach fast sieben Jahren intensiver Entwicklung, zahlreichen Innovationen sowie strategischen Akquisitionen und Investitionen in Milliardenhöhe präsentieren wir nun die umfassendste Cloud der Welt“, erklärte CEO Larry Ellison in einem „Strategie-Update“ Anfang Juni am Firmensitz in Redwood Shores. Mittlerweile beziehen demnach über 10.000 Unternehmen in aller Welt für mehr als 25 Mio. User Cloud-Services von Oracle – und zwar auf einer „standardbasierten Plattform“. Wie einheitlich diese Plattform ist, bleibt nach den vielen Übernahmen offen.

Mit „Oracle Cloud“ geht es Ellison nicht um singuläre CRM- oder HR-Services, sondern um ein breites Angebot integrierter Services, die Kunden Zugang zu Plattform-, Applikations- und Social-Services auf Basis von Subskription eröffnen sollen. Das Projekt war knapp sieben Jahren unter dem vielsagenden Namen Fusion mit der Entwicklung einer Middleware begonnen worden. Das Cloud-Angebot werde vollständig von Oracle verwaltet, gehostet und mit Support unterstützt, so Ellison. Ziel sei es zu verhindern, dass es bei Kunden zur Fragmentierung von Daten und Geschäftsprozessen kommt, wenn sie mehrere voneinander abgetrennte Public Clouds nutzen.

Zu den Cloud-Applikationsservices zählen ERP (Fibu, Projektmanagement, Auftragsabwicklung und Beschaffung, Personalwesen (inklusive Lohnabrechnung, Talentmanagement und Recruiting), Sales and Marketing, Kundendienst und  Social Services (dazu gehören Social Marketing, Commerce, Service und Monitoring sowie Links zu Facebook, Google+ oder Twitter). Über die wichtigen Details wie Verfügbarkeit und Performance der Services, Konfigurationsmöglichkeiten oder Preise war bisher leider nichts zu erfahren. „Es war eine gigantische Anstrengung“, so Ellison mit Blick auf den Rivalen SAP. „Es war das Schwierigste, was wir je gemacht haben.“ SAP werde erst im Jahr 2020 soweit sein – und das sei definitiv spät in der schnelllebigen Cloud-Ära.

www.oracle.de

Video der Ankündigung

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Bildquelle: Oracle


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