31.07.2012
Business-Software

Jürgen Grathwohl, Telefunken Semiconductors

On Demand bevorzugt

Bereits vor rund drei Jahren entschied sich Telefunken Semiconductors für die Einführung der Software-as-a-Service-Lösung Business By Design von SAP. Jürgen Grathwohl, Manager Finance and Controlling bei dem Elektronikspezialisten, zog im Interview mit IT-MITTELSTAND ein Fazit.


Jürgen Grathwohl, Manager Finance and Controlling bei Telefunken Semiconductors, lagert aus Kostengründen möglichst viele Dienste in die Cloud aus.

ITM: Im Jahr 2009 sprach noch niemand von Cloud Computing und der aktuelle Hype darum war längst noch nicht in Sicht. Warum haben Sie sich damals für die Einführung einer On-Demand-ERP-Lösung entschieden?
Jürgen Grathwohl:
Im Zuge einer Firmenausgründung mussten wir ein neues ERP-System einführen. Da wir keine eigene SAP-R/3-Umgebung installieren und nicht länger warten konnten, kam für uns nur eine On-Demand-Lösung in Frage. Business By Design (ByD) war von Anfang an unsere bevorzugte Lösung, da wir seit Jahrzehnten gute Erfahrung mit dem Anbieter gemacht haben und uns das neue On-Demand-Konzept überzeugte.

ITM: Ein Blick in die Gegenwart: Welche Funktionen der Lösung nutzen Sie aktuell?
Grathwohl:
Wir nutzen nahezu alle angebotenen Bereiche wie Einkauf, Verkauf, Lagerverwaltung, Fertigung und Rechnungswesen.

ITM: Wie viele Mitarbeiter arbeiten derzeit mit dem ERP-System?
Grathwohl:
Im Augenblick haben wir etwa 25 Nutzer aus allen Bereichen, die die ERP-Software täglich nutzen.

ITM: Wie teuer kommt Sie die Nutzung pro Jahr?
Grathwohl:
Wir bezahlen die entsprechenden Nutzer plus eine schnelle Internetleitung. Insgesamt kalkulieren wir mit etwa 50.000 Euro pro Jahr.

ITM: Inwieweit nutzen Sie Business By Design im Standard?
Grathwohl:
Bei der Einführung von Business By Design haben wir die Chance genutzt, unsere Geschäftsprozesse zu hinterfragen und auf den Standard der Software abzustimmen. Unsere einzigen kundenspezifischen Anforderungen waren angepasste Formulare sowie einige auf uns zugeschnittene Berichte.

ITM: Welche weitere Software nutzen Sie über das ERP-System hinaus in Ihrem Unternehmen?
Grathwohl:
Wir setzen in der Personalabrechnung Paisy sowie in der Produktion Workstream als Lot-Tracking-System ein.

ITM: Wie haben Sie diese Systeme an das ERP angebunden? Wie gestaltet sich der Datenaustausch?
Grathwohl:
Im Augenblick nutzen wir das Excel-Add-in der ERP-Software, um Daten in der Finanzbuchhaltung hochzuladen, sowie ein automatisiertes Reportingtool von SAP, um zeitgesteuert Berichte herunterzuladen. Unser Wunsch ist es, dass die Walldorfer eine standardisierte Schnittstelle zum Datenimport und -export zur Verfügung stellen

ITM: Wo bzw. auf welchen Hardware-systemen werden Ihre ERP-Daten derzeit vorgehalten?
Grathwohl:
Die Systemumgebung wird von den Walldorfern gestellt. Auch das Hosting der ERP-Software erfolgt durch den Anbieter. Genau dies macht für uns den Vorteil einer Cloud-Lösung aus.

ITM: Inwieweit sind Ausfallsicherheit und Hochverfügbarkeit gewährleistet?
Grathwohl:
Die Ausfallsicherheit obliegt ebenfalls dem Cloud-Anbieter. Entsprechende Service Level Agreements sind zwischen uns und SAP vertraglich vereinbart.

ITM: Ein Blick in die Zukunft: Welche IT-Projekte wollen Sie in nächster Zeit umsetzen?
Grathwohl:
Durch die hoffentlich in Zukunft zur Verfügung stehende Standardschnittstelle werden wir weitere Geschäftsprozesse automatisieren. Außerdem gibt es regelmäßig Anforderungen von Nutzern nach weiteren Berichten. Unsere künftige IT-Strategie ist es, aus Kostengründen möglichst viele Dienste in die Cloud zu verlagern, etwa als Software as a Service (SaaS) und Platform as a Service (PaaS).


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