09.10.2012
Infrastruktur
Von: Caroline Rosin

M+B Lasertechnik nutzt Telekom-Standleitung

Nie wieder langsam

Eine persönliche Gravur auf dem iPod, eine Nummer für das Hüftgelenk aus Titan oder das Lüneburger Rathaus in 3D im Glasblock – M+B Lasertechnik sorgt mit seinen Lasern für individuelle Kennzeichnungen auf alltäglichen Gegenständen. Die Datenberge im Hintergrund bewältigt der Mittelständler mit einer Internetstandleitung.


Kunst im Kristallglas: Mit dem Laser graviert M+B das Glasinnere und lässt in wenigen Minuten dreidimensionale Motive entstehen.

Als ich meine Firma vor mehr als 30 Jahren gegründet habe, galten Laser als Exoten. Heute ist der Laser das am meisten verbreitete Werkzeug“, sagt Klaus-Jürgen Buss, Geschäftsführer der M+B Lasertechnik GmbH. Gemeinsam mit seinen 55 Mitarbeitern schwingt er jedoch keine Laserschwerter wie einst Obi-Wan Kenobi in dem Film Krieg der Sterne. Stattdessen sind tagtäglich mehr als ein Dutzend Hochleistungslaser an den zwei Firmenstandorten Lüneburg und Dietzenbach am Werk. Sie beschriften Kugelschreiber für Firmenjubiläen, kennzeichnen Titanimplantate oder gravieren Inventaretiketten.

Die Bilanz nach mehr als 30 Jahren am Markt: In Deutschland ist M+B Lasertechnik die Nummer eins und betreut Kunden wie die Deutsche Bank und Siemens. Klaus-Jürgen Buss verrät sein Erfolgsgeheimnis: „Wir arbeiten mit den besten Maschinen, und meine Mitarbeiter haben ein Auge für Schönheit und Präzision.“ Diese beiden Pluspunkte kommen der Firma besonders dann zugute, wenn es um ihr Top-Produkt geht: Sie verpasst Glasblöcken, Pokalen oder Gläsern eine drei- bzw. zweidimensionale Gravur. „Damit verblüffen wir unsere Kunden immer wieder“, sagt Buss. „Eines unserer Highlights sind Glaspokale für Auftraggeber wie den Deutschen Fußballbund.“

Langsame Leitung

Bevor der Laser losschießen kann, muss er noch mit den passenden Motivdaten gefüttert werden. Und diese kommen natürlich in erster Linie direkt vom Kunden. „Unsere Auftraggeber senden uns das Material per E-Mail zu oder laden die Daten über das Internet hoch“, erklärt der Geschäftsführer. Eigentlich keine große Sache für den Mittelständler, wenn da nicht bislang die Herausforderung mit einer langsamen Netzanbindung am Standort Lüneburg gewesen wäre. „Wir waren nicht in der Lage, tagsüber große Dateien zu verschicken und zu empfangen“, so Buss. Die Alternative war mehr schlecht als recht: Dokumente wurden erst abends auf den Weg durch das World Wide Web gebracht, oder der Geschäftsführer nutzte seinen privaten Internetanschluss.

Das Fazit: Jeder Versand und Empfang von großen Datenmengen kostete viel Zeit und machte die Kommunikation mit Kunden schwierig. Gleiches galt auch für die Nutzung des Firmen-Customer-Relationship-Management-Systems (CRM) an beiden Standorten. Die Mitarbeiter konnten bislang nicht auf denselben Status bei Kundendaten und Materialbeständen zugreifen. Eine neue Internetanbindung musste her, die beide Standorte miteinander vernetzt.

Vorfahrt im Netz

Die Lösung: Breitband statt einer langsamen Leitung. M+B Lasertechnik entschied sich für das Produkt Companyconnect von der Telekom. Mit Hilfe der Internetstandleitung werden sämtliche Daten beim Upload und beim Download gleich schnell übertragen. Die gebuchte Bandbreite steht anders als bei einer klassischen DSL-Leitung immer zur Verfügung. Auch wenn das Netz von mehreren Teilnehmern gleichzeitig genutzt wird, hat dies keinen Einfluss auf die Geschwindigkeit.

Wichtige Anwendungen haben darüber hinaus Vorfahrt im Netz. Beim Service punktet der Dienstleister z.B. mit einer rund um die Uhr besetzten Hotline. Darüber hinaus kümmert er sich an sieben Tagen in der Woche jeweils 24 Stunden um das Netzmanagement mit dem Ziel, mögliche Engpässe frühzeitig zu erkennen. Am Standort Lüneburg installierte der Dienstleister einen Anschluss mit einer Geschwindigkeit von 10 MBit/s, in Dietzenbach sind es 5 MBit/s. Beide Anschlüsse arbeiten auf Kupferbasis. So konnte sich M+B Lasertechnik die Investition in teure Glasfaserkabel sparen, profitiert aber von einer schnellen Netzanbindung.

Aus zwei mach eins

Für den Schutz der Daten sorgt ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) plus Firewall. Das VPN ist außerdem die Basis, um die Telefonanlagen der beiden Filialen miteinander zu vernetzen und mit dem CRM-System zu koppeln. Durch die Verschmelzung der Telefonanlagen wurde aus zwei Standorten einer. Für die tägliche Arbeit heißt das: Alle Mitarbeiter, egal ob in Lüneburg oder Dietzenbach, sind über eine Kurzwahl erreichbar. Das beschleunigt die Kommunikation. Beim CRM-System greifen alle Mitarbeiter stets auf dieselben Informationen zu. Änderungen zu Lagerbeständen oder Angeboten lassen sich direkt online am Bildschirm verfolgen.

„Wir sind das erste Mal in der Lage, wirkliche Synergieeffekte zwischen unseren beiden Filialen zu nutzen“, sagt Geschäftsführer Buss. Der wichtigste Vorteil ist jedoch der beschleunigte Datenfluss. Dateien und Dokumente landen rund um die Uhr schnell in den elektronischen Postfächern der Mitarbeiter und bei den Kunden. „Davon profitieren natürlich in erster Linie meine Mitarbeiter. Die Kunden sehen es als selbstverständlich an, dass Daten und Dokumente immer schnell zur Verfügung stehen“, so Buss. Deshalb sieht der Geschäftsführer die Anschlüsse auch als Investition in die Zukunft seiner Firma. „Wir könnten z.B. ein neues CRM-System oder ein Fernwartungstool für unsere Laser anschaffen, ohne dass wir uns Gedanken machen müssten, ob die Leistung der Internetleitung ausreicht“, sagt Buss. Aufträge für neue Schönheiten aus Glas können also kommen.


M+B Lasertechnik GmbH

  • Branche: Lasertechnik (Lasergravuren, Lasermarkierungen, 3D-Glaskennzeichnung)
  • Gründung: 1976
  • Hauptsitz: Lüneburg, Filiale in Dietzenbach
  • Mitarbeiter: 55
  • Umsatz: 3,5 Mio. Euro

www.mb-lasertechnik.de

Bildquelle: © M+B Lasertechnik


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