06.03.2012
Interview, IT-Anwendungen, Business-Software
Von: Silke Stumvoll

Torsten Rustmann, Dr. Loges & Co. GmbH

Neues Analysepräparat

Aktuelle Daten sind die Basis für unternehmerische Entscheidungen – auch im Rechnungswesen oder Finanzcontrolling. Viele Unternehmen vertrauen nach wie vor eher auf Excel als auf moderne BI-Lösungen. Torsten Rustmann, Prokurist und kaufmännischer Leiter bei der Dr. Loges + Co. GmbH, berichtet über seine Vorgehensweise.


„Es müssen für Portfolio-Analysen auch Fragen zur Entwicklung spezifischer Produkte oder Präparate beantwortet werden. Das Verfolgen der jeweiligen Erträge und insbesondere von produktspezifischen Kosten steht im Vordergrund“, sagt Torsten Rustmann, Prokurist und kaufmännischer Leiter bei der Dr. Loges + Co. GmbH.

ITM: Herr Rustmann, wie behalten Sie den Überblick über die Daten?
Torsten Rustmann:
Zur Datenanalyse verwenden wir eine speziell entwickelte, dreistufige Deckungsbeitragsrechnung, die eine monatliche Ergebnisdarstellung auf Kostenträger bezieht. Betrachtet werden nicht nur die aktuellen Kostenträger, sondern auch jene, die entweder während des Jahres aus dem Markt genommen wurden oder die, die gerade entwickelt werden. Die meisten unserer Fragen sind so durchaus zu beantworten.
In Bezug auf besondere Fragestellungen und Darstellungswünsche sind wir hier jedoch an Grenzen gestoßen. Früher verwendeten wir Tabellenkalkulationen, aber wir hatten beispielsweise keine Sicherheit, dass immer die aktuellsten Daten verwendet wurden.

ITM: Sie haben sich für eine neue BI-Software entschieden. Welche Anforderungen stellten Sie, auf welche Funktionalitäten haben Sie besonders geachtet?
Rustmann:
Wir haben sehr hohe Anforderungen an das Controlling im Hinblick auf die Transparenz und Genauigkeit der bereitgestellten Zahlen. Dabei stehen einerseits klassische Informationswünsche der Geschäftsleitung im Vordergrund, wie die Einhaltung der gesetzlichen Verpflichtungen zur Rechenschaftslegung. Andererseits müssen für Portfolio-Analysen auch Fragen zur Entwicklung spezifischer Produkte oder Präparate beantwortet werden. Das Verfolgen der jeweiligen Erträge und insbesondere von produktspezifischen Kosten steht im Vordergrund.

ITM: Was war der ausschlaggebende Punkt für die Entscheidung für QlikView?
Rustmann:
Mit der Software haben wir die Möglichkeit, eine regelmäßige Ergebniskontrolle nicht nur nach Kostenart zu analysieren, sondern auch gleichzeitig die Kostenträger im Blick zu haben. Und das, ohne die Zahlen aufwendig und unsicher aus Excel ziehen zu müssen. Die Vorteile: Wir können die Daten viel schneller als zuvor herleiten und erzielen eine hohe Datentransparenz und Informationssicherheit. Obendrein erhalten wir noch monatliche Ergebnisdarstellungen mit Kostenträgerbezug per Mausklick.

ITM: Wie verlief die Implementierungsphase der Software?
Rustmann:
Sehr schnell – innerhalb von zwei Wochen war die Implementierung durch unseren Partner CBS Consulting Business Solutions GmbH erledigt.

ITM: In welchen Bereichen verwenden Sie die BI-Software bis jetzt?
Rustmann:
Aktuell nutzen die Kolleginnen und Kollegen der Geschäftsleitung die Software, um Daten direkt aus dem ERP-System nach klassischen Controllingfragestellungen sowie für strategische Geschäftsfeldanalysen tagesaktuell auszuwerten.

ITM: Wo sehen Sie Prozessverbesserungen?
Rustmann:
Prozessverbesserungen sehen wir regelmäßig in Verbindung mit den täglichen Anwendungen. Je intensiver der Umgang mit der BI-Software ist, desto größer wird der Wunsch nach weiteren Auswertungsmöglichkeiten. Momentan richten wir spezielle Dashboards für die Produktmanager im Hause Dr. Loges ein. Konkret interessieren sich die Kollegen für Umsatzdaten, Bestandsinformationen, laufende Budgetabgleiche und Kundeninformationen.

ITM: Es gibt also Pläne, den Einsatzbereich der BI-Lösung im Unternehmen auszuweiten?
Rustmann:
Künftig soll die Zahl der User erhöht werden, da der Einsatz von QlikView im Marketing und Vertrieb für die Werbeerfolgskontrolle und Provisionierung der Außendienstmitarbeiter geplant ist. Außerdem wird der pharmazeutische Bereich die BI-Lösung im Rahmen der Zulassungsverfahren nutzen.

ITM: Was raten Sie anderen Mittelständlern, die eine ähnliche Softwareunterstützung anstreben. Welche Stolpersteine sollte man in jedem Falle umgehen, was sollte man in jedem Falle beachten?
Rustmann:
Wichtig ist vor allem eines: Jedes Unternehmen hat andere Anforderungen und Voraussetzungen und deshalb ist eine umfangreiche Beratung unerlässlich. Aufgrund der Empfehlung von CBS haben wir die BI-Lösung im Rahmen von zwei Veranstaltungen selbst unter die Lupe genommen und dann gemeinsam mit CBS und QlikTech die Software an unsere Anforderungen angepasst.

 

Die Dr. Loges + Co. GmbH
Gründung: 1958
Standort: Winsen/Luhe
Branche: Entwicklung, Produktion und Vertrieb biologischer Arzneimittel. Neben phytotherapeutischen und homöopathischen Produkten umfasst das Präparateprogramm vitamin- und mineralstoffhaltige Arzneimittel sowie Nahrungsergänzungsmittel, bilanzierte Diäten und diätetische Lebensmittel. Derzeit umfasst das Produktport­folio rund 30 Produkte.


Aktuelle Ausgabe

Titelinterview: Webbasiertes ERP-System
mit Markus Hirth, John GmbH

Video-überwachungstechnik
IT-Sicherheit auf dem Firmengelände

IT-Virtualisierung
Welche Virtualisierungslösungen im Mittelstand?

Neue Wege des Arbeitens

Windows 8
Mit mehr Sicherheit besser - und flexibler

Das neue Office
Immer und überall produktiv

Internet Explorer
Der Webbrowser rückt in den Fokus

Interview mit Markus Hirth, Leiter IT und Controlling der John GmbH.

Im Interview mit Markus Hirth, Leiter IT und Controlling der John GmbH. Der Produzent von PVC-Bällen setzt seit langem auf ein webbasiertes ERP-System...mehr lesen »

IT Mittelstand Newsletter
IT-Sicherheit: Moderne Videoüberwachung

Es tut sich was in Sachen Videoüberwachung auf dem Firmengelände: Neue Analysefunktionen, integrierte Sabotageerkennung und Software-Tools, die datenschutzrelevante Themen wie die Mitarbeiterüberwachung am Arbeitsplatz auf technischer Ebene verhindern. Doch bevor ein System ausgewählt und Kamerastandorte bestimmt werden, muss die „Hürde“ Betriebsrat genommen werden...mehr lesen »