18.10.2012
Unternehmen
Von: Carolin Nillert

SAP-Studie befragt 1.000 Führungskräfte

Mittelstand blickt optimistisch in die Zukunft

Mittelständische Unternehmen in Schwellenländern expandieren und florieren. In den Industrieländern glaubt der Mittelstand an einen baldigen Aufschwung – trotz schwierigerer Rahmenbedingungen. Dies fand eine von SAP gesponserte Studie der Economist Intelligence Unit heraus.


 

Weltweit stehen die Unternehmen dabei vor den gleichen Herausforderungen: Es gilt, neue Kunden zu finden und an sich zu binden, Fachkräfte für sich zu gewinnen und das Unternehmen effizient zu steuern. Mittelständische Unternehmen in Schwellenländern sehen einen effektiven Einsatz von Technologie als wichtigste Voraussetzung für ihr Wachstum. Die Ergebnisse werden bekannt gegeben während der  European SME Week in Brüssel vom 15. bis 21. Oktober 2012.


Auf die Frage nach ihren Prioritäten für die nächsten zwölf Monaten antworteten mittelständische Unternehmen in Industrie- und Schwellenländern weitgehend übereinstimmend: Im Vordergrund stehen höhere Verkaufszahlen und Umsätze.  53 Prozent der Umfrageteilnehmer in Industrieländern und 55 Prozent in Schwellenländern geben Wachstum als wichtigstes Ziel an. In Indien liegt der Wert bei 76 Prozent, in Großbritannien bei 71 Prozent. Die niedrigsten Werte haben Frankreich mit 25 Prozent und Russland mit 35 Prozent.

Mittelstand rechnet mit Wachstum

94 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Umsätze in den letzten drei Jahren gleich geblieben oder gestiegen sind. 28 Prozent berichteten von Zuwächsen von über 10 Prozent. In 39 Prozent der befragten Unternehmen erhöhten sich die Umsätze um bis zu 10 Prozent. In den nächsten zwölf Monaten erwarten 96 Prozent der Unternehmen eine gleichbleibende oder positive Umsatzentwicklung. Ihre Wachstumspläne wollen die mittelständischen Unternehmen mithilfe von zusätzlichem Personal umsetzen.

Die Untersuchungsergebnisse basieren auf einer Umfrage unter mehr als 1.000 Führungskräften mittelständischer Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 20 und 750 Mio. US-Dollar (rund 15,5 und 580 Mio. Euro). Die Umfrage- und Interviewteilnehmer aus den Industrienationen kamen aus Frankreich, Deutschland, Japan, Großbritannien und den USA. Bei den Schwellenländern waren Unternehmen aus Brasilien, China, Indien, Mexiko und Russland vertreten.

„Wir glauben, dass vor allem beim derzeitigen Wirtschaftsklima, Jungunternehmer und der Mittelstand das Rückgrat der Wirtschaft bilden – sie sind in der Lage, Arbeitsplätze zu schaffen Innovation voranzutreiben und sorgen für wirtschaftliche Stabilität“, sagte Eric Duffaut, der den Bereich Global Ecosystem & Channels bei SAP verantwortet.

Expansion ins Ausland

Auf die Frage nach ihren wichtigsten Zielen für das kommende Jahr, gaben die befragten Unternehmen in allen Ländern an, sich neue geografische Märkte zu erschließen. 28 Prozent der befragten Manager in den Industrienationen waren der Ansicht, dass sie ins Ausland expandieren müssen, um ihren Wettbewerbsvorsprung zu halten. In den Schwellenländern lag dieser Wert bei  22 Prozent.  

Die wichtigsten Ergebnisse der Umfrage im Überblick:

  • Staatliche Unterstützung ist ausschlaggebend für Wachstum: Die größten Hindernisse im externen Wirtschaftsumfeld sind nach Aussagen der mittelständischen Manager Bürokratie und Regulierung – 88  Prozent sehen dies als Stolperstein. Auch die wachsende Steuerlast ist ein großes Problem (85 Prozent). Behörden und Gesetze werden dabei eher in Schwellenländern als hinderlich gesehen.
  • Verkaufszahlen und Umsatz stehen an oberster Stelle: 60 Prozent der kleinen und 47 Prozent der mittleren Unternehmen geben die Steigerung der Verkaufszahlen und des Umsatzes als wichtigstes Ziel an.
  • Wachstumshemmnisse: Befragt nach den drei wichtigsten Herausforderungen, die auf ihrer Seite ihrem Wachstum entgegenstehen, nennen die Befragten: die Akquisition und Bindung neuer Kunden (79 Prozent), die Rekrutierung und Bindung geeigneter Fachkräfte (78 Prozent) und die effiziente Steuerung des Unternehmens (76 Prozent).
  • Expansion ins Ausland: Das größte Wachstumspotenzial bietet nach Aussagen der Umfrageteilnehmer die Expansion in neue Märkte oder der Ausbau dieser Märkte. Dies gilt  insbesondere für wachstumsstarke Märkte wie China und Brasilien. 60 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sie sich stärker auf internationalen Märkten engagieren müssen.
  • Nutzung von IT ist ein wichtiger Wachstumsfaktor in Schwellenländern: Reibungslose Geschäftsabläufe und ein effizienterer Einsatz von Technologie werden von den Umfrageteilnehmern als eine der drei wichtigsten Prioritäten genannt. Für 46 Prozent der Befragten ist eine effektivere Nutzung von Technologie ein vorrangiges Unternehmensziel.
  • Schwierige Kapitalbeschaffung: 56 Prozent der Manager sagen, dass sie in den vergangenen drei Jahren stärker auf die Verschuldung geachtet haben. 46 Prozent geben an, dass ihnen der Zugang zu Finanzmitteln zunehmend Sorge bereitet. Diese Bedenken äußern eher mittelständische Unternehmen in Schwellenländern. Bei den kleineren Unternehmen sehen 34 Prozent den beschränkten Zugang zu Finanzierung als großes Hindernis an.
  • Wachstumsfördernde Maßnahmen: Bei den Maßnahmen, die mittelständische Unternehmen treffen, um wachsen zu können, nennen sie die Sicherstellung der Finanzierung (40 Prozent), die Einstellung von Fachkräften (33 Prozent), das Zusammentragen von Informationen und Marktdaten (31 Prozent) und eine Erhöhung der Ausgaben für Weiterbildung beziehungsweise eine entsprechende Umschichtung von Ausgaben (31 Prozent).  


www.managementthinking.eiu.com
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Bildquelle: ©Rainer Sturm/pixelio.de


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