28.06.2012
Business-Software
Von: Christian Thomas

Cargobull erhält Bedarfsprogonosen mit Inform-Software

Mit Highspeed entlang der Lieferkette

Ob Frostschutzmittel oder komplette Achsen – mit rund 45.000 verschiedenen Artikeln hat sich Cargobull Parts & Services einen Namen als Komplettanbieter von Trailer-Ersatzteilen gemacht. Lagervorrätige Artikel werden noch am Tag der Bestellung ausgeliefert – möglich machen das exakte Bedarfsprognosen.


Rund 9.000 Cargobull Parts & Services-Artikel liegen im Zentrallager in Altenberge und können über das Internet bestellt werden.

Ein europaweites Cargobull-Logistiknetz aus 25 Lagerstandorten stellt sicher, dass alle Kunden optimal versorgt sind. Das Zentrallager befindet sich in Altenberge, wo ca. 100 Mitarbeiter in den Bereichen Einkauf, Kommissionierung und Verpackung sowie in der Verwaltung arbeiten – das Bestandsmanagement übernimmt ein achtköpfiges Team im Einkauf. Die Ersatzteile bezieht der Ersatzteillieferant sowohl von externen Zulieferern als auch von Schmitz-Cargobull-Produktionsstandorten. „Wir bieten unseren Kunden ein eigenes Inhouse Callcenter, über das wir Ersatzteilaufträge in ganz Deutschland entgegennehmen und bearbeiten. Außerdem steht ihnen ein großer Onlineshop zur Verfügung – immerhin erhalten wir inzwischen mehr als 40 Prozent unserer Bestellungen über das Internet“, sagt Dr. Peter Kes, Geschäftsführer bei Cargobull Parts & Services. Die Internetkundschaft erwartet einen ebenso schnellen wie zuverlässigen Lieferservice sowie verlässliche Angaben zu Preis, Verfügbarkeit und Lieferzeit der einzelnen Artikel. Dies erfordert eine günstige Lagerbevorratung, ohne Kapital unnötig zu binden.

Die klassische Disposition über SAP stieß in der Vergangenheit dabei oft an ihre Grenzen und erforderte intensive Stammdatenbearbeitung und -anpassung auf Basis des Know-hows der Einkäufer. Bei starken Nachfrageschwankungen stand das Team vor großen Herausforderungen. Turbulent war es außerdem, als der Transportmarkt in der Krise zusammenbrach, denn dann fuhren auch die Ersatzteilzulieferer ihre Produktion herunter. „Dies führte in der Vergangenheit oftmals dazu, dass uns die Lieferanten nicht beliefern konnten, obwohl der Ersatzteilmarkt überhaupt nicht von der Krise betroffen war. Ganz im Gegenteil, es gab teilweise sogar einen erhöhten Bedarf bei Ersatzteilen, da weniger Neuanschaffungen getätigt wurden“, erklärt Kes. Aber auch den umgekehrten Fall haben Peter Kes und sein Team schon erlebt: „Wenn der Markt boomt und Neufahrzeuge en masse produziert werden, dann haben Ersatzteilzulieferer häufig Kapazitätsprobleme am oberen Level. In beiden Fällen benötigen wir möglichst langfristige, genaue und zuverlässige Prognosen, um auch bei unseren Zulieferern die entsprechenden Produktionskapazitäten sicherzustellen“, bringt es der Geschäftsführer auf den Punkt.

Bisher entsprach das Bestandsmanagement aus einer klassischen, über SAP gesteuerten Disposition. So bestellten die Einkäufer einerseits Artikel aufgrund von konkreten Kundenaufträgen. Auf der anderen Seite legten sie Mindestmengen und Meldeschwellen für ihre Lagerbestände in SAP an. Wurden diese unterschritten, orderten sie die benötigten Ersatzteile bei ihren Lieferanten nach. „Zudem haben sich unsere Einkäufer die Verbräuche von einzelnen Artikeln in der Vergangenheit angeschaut und dann mit Hilfe der Mindestmengen und Meldeschwellen versucht, den Lagerbestand händisch zu verbessern. Dabei mussten sie viele Faktoren berücksichtigen – außerdem war eine Analyse der Vergangenheitsverbräuche bei einem Großteil der Artikel zu aufwendig. Bevor wir ‚Add One Bestandsoptimierung’ eingesetzt haben, hatten wir somit mehr oder weniger eine Ad-hoc-Disposition“, erklärt Kes.     

Diplomarbeit stellt Weichen für neue Lösung


Entsprechend hoch waren die Erwartungen an die neue Software, die Cargobull Parts & Services zur Verbesserung der Prozesse in der Disposition anschaffen wollte: Die Lieferanten sollten möglichst exakte Bedarfsvorschauen für die benötigten Ersatzteile erhalten. Dazu erhofften sich die Einkäufer ein effizienteres Anlauf- und Auslaufmanagement für die aus dem Sortiment genommenen und neu hinzugekommenen Artikel. „Wir wollten eine Software, die Verbräuche permanent analysiert und automatisch die entsprechenden Bedarfe berechnet. Unser Ziel war es, das gebundene Kapital durch eine optimale Lagerbevorratung zu reduzieren und das Bestandsmanagement für unsere Disponenten zu vereinfachen“, so Kes.
Bei der Evaluierung verschiedener Software-Anbieter entschied sich Cargobull Parts & Services für einen eher ungewöhnlichen Weg. So war der Auswahlprozess Bestandteil der Diplomarbeit einer Werkstudentin, betreut vom Lehrstuhl Logistik der Hochschule Osnabrück. Untersucht wurde, welche Systeme zur Lagerbestandsoptimierung auf dem deutschen Markt existieren und welche sich sinnvoll speziell für die Ersatzteildisposition einsetzen lassen. Cargobull Parts & Services nahm außerdem das bestehende SAP-System sowie verschiedene mathematische Prognosemodelle unter die Lupe. Nach der Darstellung der Funktionalitäten von „Add One Bestandsoptimierung“ im Rahmen der Diplomarbeit und nach Abschluss der internen Analysen fiel die Entscheidung einstimmig auf die Inform-Software. „Die Kompatibilität mit SAP, die übersichtliche Software-Oberfläche sowie die einfache Bedienung haben uns letztlich überzeugt“, sagt Kes.

Doppelt so viele Artikel, gleichbleibende Bestände


Ob Lagerartikel oder Einzelauftrag, Cargobull Parts & Services disponiert nun sämtliche Ersatzteile über die neue Lösung, um auf Grundlage vergangener Bedarfe Prognosen für die Zukunft berechnen zu können. Das hat unter anderem das Anlauf- und Auslaufmanagement vereinfacht. Durch die automatische Berechnung von kostenoptimalen Bestellvorschlägen auf Basis der Prognosen ist die Arbeit der Disponenten effizienter geworden. „Wir haben unsere Artikelanzahl verdoppelt, ohne zusätzliches Personal in der Disposition einstellen zu müssen. Auch den Lagerbestand konnten wir nahezu konstant halten, wohingegen sich unser Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent erhöht hat. Zudem konnten wir die Lieferfähigkeit verbessern“, freut sich Peter Kes. „In unserem Geschäft ist das oberste Ziel, eingehende Bestellungen noch am Bestelltag auszuliefern. Durch die neue Software hat sich die Anzahl unserer Stockout-Artikel reduziert und unsere Order-Fulfillment-Rate im zweistelligen Prozentbereich verbessert.“ Durch exakte Bedarfsvorschauen kann Cargobull Parts & Services nun schneller auf Nachfrageschwankungen reagieren und so eine optimale Lieferfähigkeit garantieren. Und dies bei einem Servicelevel von durchschnittlich mehr als 85 Prozent bei allen Artikeln.

Besonders die Idee, den Software-Auswahlprozess in eine Diplomarbeit einzubinden, hat Kes und sein Team überzeugt. „Wir hatten eine Mitarbeiterin, die sich zu 100 Prozent mit dem Projekt und dem eingesetzten Produkt identifiziert hat. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Diplomarbeit hat sie die Implementierung der neuen Software bis hin zur operativen Umsetzung koordiniert und ist inzwischen ein fester Bestandteil unseres Teams“, sagt Kes. Darüber hinaus hat das Disponententeam von der Nachbetreuung durch die Inform-Mitarbeiter profitiert. So fand erst kürzlich wieder ein zweitägiger Workshop statt. „Die Experten haben sich dabei noch einmal mit unseren Disponenten zusammengesetzt, die Arbeitsweise mit Add One analysiert und uns jede Menge Tipps und Tricks gezeigt. Das werden wir in regelmäßigen Abständen wiederholen“, so Kes.


Cargobull Parts & Services GmbH

  • Gründung: 1892
  • Zentrallagerstandort: Altenberge, zusätzlich 25 nationale Unterstützungslager
  • Mitarbeiter: mehr als 100
  • Geschäftsfeld: Ersatzteillogistik, Komplettanbieter von Trailer-Ersatzteilen
  • Sonstiges: Von 45.000 Ersatzteilen werden 9.000 im Zentrallager in Altenberge gelagert und können online bestellt werden.

www.cargobull.com

Bildquelle: © Cargobull


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