29.05.2012
Netz- Systemmanagement
Von: Hans-Heinrich Aenishänslin

Standardisierte, zentrale Profile

IT-Management erleichtert 
Routine-Aufgaben

IT-Administratoren müssen in kurzer Zeit eine Fülle von Aufgaben erledigen. Dazu gehören Inventarisierung, Monitoring, Performancemessungen, Backups, Softwareverteilung oder Wartung. Mit zentralen System-Management-Lösungen lassen sich diese Routine-Arbeiten automatisieren.


Die Verwaltuns-Appliance Kace K1000 von Dell kann automatisch Rechner patchen, Software verteilen und das gesamte Inventar erfassen.


Die Aufgabenliste eines IT-Administrators ist lang: Er muss mit seinem Team neue Rechner in das bestehende System integrieren, inventarisieren und mit Software bespielen. Parallel laufen dazu oftmals Updates des Betriebssystems. Zudem muss er darauf achten, dass auf den Clients stets die neuesten Sicherheitspatches installiert sind, um sie vor Viren oder anderer Malware zu schützen.

Wichtig ist auch eine Übersicht über die Zahl der im Unternehmen verwendeten PCs oder der darauf installierten Software. Natürlich muss die IT-Abteilung auch die Betriebskosten für die zunehmend komplexen Infrastrukturen im Griff behalten und Anschaffungen, Wartungs-, Personal- sowie Administrationskosten kontrollieren.
Voraussetzung dafür ist ein leistungsfähiges System, das ein effizientes, zentrales Management der kompletten IT-Landschaft ermöglicht. Wie das Marktforschungsinstitut Gartner in der Studie „How to Reduce Your PC TCO 30% in 2011“ vorrechnet, können Unternehmen bis zu 30 Prozent ihrer Betriebskosten sparen, wenn sie standardisierte Profile zum Management ihrer Systeme verwenden und sämtliche Systemaufgaben über eine einheitliche Konsole automatisiert erledigen. Durch die Einsparungen einer System-Management-Lösung amortisieren sich die Anschaffungskosten für die Software sehr schnell.

Eine System-Management-Lösung, die die Anforderungen an eine moderne IT erfüllt, sollte modular aufgebaut sein und folgende wichtige Funktionen bieten:
 
Inventarisierung von Hard- und Software: Eine zentrale Managementkonsole sammelt Informationen über alle im Unternehmen vorhandenen Endgeräte. Kriterien sind beispielsweise Typ, CPU, installierter Speicher, Seriennummer oder Festplatten. Zudem ist es möglich, die auf den Endgeräten installierte Software sowie Hersteller und Versionsnummer zu erfassen und die Daten für das Lizenzmanagement oder die Software-Verteilung zu nutzen.

Softwareverteilung: Eine zentrale Aufgabe der IT ist die Verteilung von Betriebssystemen und Anwendungen an die Nutzer. Moderne System-Management-Software ermöglicht das automatisierte Ausrollen von konfigurierten Softwarepaketen auf die Zielsysteme, die entweder Gruppen oder auch einzelne Rechner sein können. Mit entsprechenden Scripts stellt die Lösung fest, ob das Zielsystem die Installationsvoraussetzungen erfüllt. Durch die hohe Flexibilität bieten die Verteilsysteme zwei Optionen: Zum einen ist es möglich, in kurzer Zeit eine große Anzahl von Endgeräten mit identischer Software zu versorgen. Zum anderen lassen sich auch einzelne Maschinen ganz gezielt mit einer individuellen Kombination von Softwareprodukten bestücken.

Patch-Management: Die zentralen Systeme sorgen dafür, dass alle erfassten Geräte aus einer bekannten und kontrollierten Quelle automatisch die aktuellen und freigegebenen Patches für Betriebssysteme und Applikationen erhalten. Auf diese Weise vermeiden Unternehmen Sicherheitslücken und Fehlfunktionen auf den Endgeräten.

Lizenzcheck: Diese Funktion überwacht die Nutzung von Software im Hinblick auf die zur Verfügung stehenden Lizenzen. Unternehmen können damit feststellen, ob sie über- oder unterlizenziert sind, also entweder zu viele Lizenzen bezahlt haben und nicht nutzen oder über zu wenige Lizenzen verfügen. Dadurch erhalten sie Rechtssicherheit und halten die Compliance-Vorgaben ein.

Remote-Funktionen: Der Fernzugriff auf Rechner reduziert die Anzahl der Vor-Ort-Einsätze der Techniker und senkt die Supportkosten. Dadurch ist es auch möglich, die Clients etwa über Nacht oder am Wochenende automatisch auszuschalten, um Strom zu sparen.

Monitoring: Um eine hohe Ausfallsicherheit und Performance zu erreichen, überwacht eine zentrale System-Management-Lösung permanent die Komponenten der IT-Infrastruktur. Dadurch gewährleistet sie proaktives Fehlermanagement. Ein Ausfall der IT würde den Geschäftsbetrieb extrem beeinflussen und im schlimmsten Fall erheblichen wirtschaftlichen Schaden verursachen. Das Managementtool kontrolliert bei sämtlichen Systemen Temperatur, Netzteil, Erreichbarkeit, CPU-Auslastung, RAM-Auslastung oder Festplattenplatz. Auf diese Weise lassen sich Leistungsabfälle leichter erkennen. Beispielsweise kann auf einem Fieserer der zur Verfügung stehende Festplattenplatz überwacht werden. Wird der Platz zu knapp, erfolgt eine Alarmmeldung, so dass rechtzeitig das Speichersystem erweitert werden kann. Auch Anwendungen und Dienste in virtualisierten Umgebungen werden überwacht, sicherheitsbezogene Ereignisse gesammelt und an die IT-Verantwortlichen weitergeleitet. Anhand der Berichte können diese die Einhaltung von Richtlinien und Vorgaben für den Benutzerzugriff bewerten.

Reporting: Das Erstellen von Auswertungen ist ein wesentlicher Bestandteil eines zentralen Managementsystems. Hier laufen alle gesammelten Informationen zusammen. Mit den Reports lassen sich die Daten und Informationen der genannten Funktionen übersichtlich und umfassend darstellen.

System-Management-Umgebungen bieten jedoch noch zahlreiche weitere Funktionen. Durch die vorhandene Flexibilität erfüllen sie nahezu jede Kundenanforderung. Auf dem Markt gibt es eine Reihe von Lösungen, die eine IT-Infrastruktur zentral verwalten können. Die meisten Lösungen sind rein softwarebasiert. Es gibt aber auch Kombinationen aus einer Hardwarelösung („Appliance“) und einer browserbasierten Software. Letztere lassen sich entweder als Appliance oder innerhalb einer virtuellen Infrastruktur betreiben. Meist sind sie innerhalb eines Tages einsatzbereit. Unternehmen müssen die Hardware nur in das Netzwerk integrieren und ihr eine IP-Adresse zuweisen - und schon können sie mit der Verwaltung ihrer IT-Infrastruktur beginnen.

Beim Kauf einer System-Management-Applikation muss darauf geachtet werden, dass sie alle Anwendungsbereiche abdeckt und sich unter einer einheitlichen Oberfläche leicht bedienen lässt. Punktuelle Lösungen, die sich auf einzelne Einsatzgebiete konzentrieren, sind unter Umständen nicht oder nicht hinreichend integriert. Manchmal fehlen wesentliche Funktionen, die Unternehmen durch den Zukauf weiterer Tools ergänzen müssen. Oftmals sind die Lösungen speziell für große Unternehmen ausgelegt und der Einsatz auf eine bestimmte Hardware beschränkt. Die Einrichtung und Wartung kann für kleine und mittlere Unternehmen dadurch sehr komplex werden und kostenintensive Schulungen nach sich ziehen. Mit Dell Kace lassen sich beispielsweise wichtige Herausforderungen beim Systemmanagement einfach lösen.



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