03.07.2012
Business-Software
Von: Brigitte Basilio

Noris Network betreut die IT für Küchen Quelle

IT-intensiver Küchenvertrieb

Küchen Quelle gilt als Traditionsunternehmen, aber der erfolgreiche Vertrieb von Einbauküchen durch das Nürnberger Unternehmen basiert heute längst auf fein abgestimmten, IT-gestützten Workflows.


Teil des Partnernetzwerkes ist der Rechenzentrumsdienstleister Noris Network, der mit seinen Hosting-Dienstleistungen einen Anteil daran hat, dass Kunden der Küchen Quelle ihre Traumküchen pünktlich und zuverlässig bekommen. Wer auf der Internetseite des Traditionsunternehmens das Design der Küchen mit dem interaktiven Online-Planer erstellt, bekommt eine Ahnung von der Bedeutung der Informationstechnik und einer zuverlässigen Internetanbindung für das Möbelhaus. Dabei ist das Hosting der Internetseite aus technischer Sicht unspektakulär. Weit weniger trivial ist dagegen die Vernetzung aller Berater, Zulieferer und Lieferschreiner. Denn auch die gesamte Kommunikation zwischen den Beratern, der Zentrale, den fünf Küchen-Megastores, den Herstellern der Möbel, Spülen, Herde und Kühlschränke sowie schließlich der Speditionen und Lieferschreiner, die die Küchen zum Kunden bringen, läuft über verschlüsselte Verbindungen (VPN = Virtual Private Network) im Internet.

Das Herz dieses Netzwerkes ist das Rechenzentrum des Hosting-Dienstleisters. Auf den Servern der Rechenzentren wird das Oracle-ERP-System (Enterprise Resource Planning), die Lohnbuchhaltung und das EDI-System (Electronic Data Interchange) für den automatischen Datenaustausch mit den Lieferanten und den Spediteuren betrieben. In dem Rechenzentrum stehen auch die Lotus-Domino-Server. Über sie läuft der gesamte Küchenkaufprozess.

Der Weg zur neuen Küche

Früher vereinbarten Küchen-Quelle-Berater an vier Tagen Termine mit Kunden und an einem Tag der Woche bearbeiteten sie ihre Aufträge. Einen solchen Verwaltungsaufwand kann sich heute kaum noch ein Küchenverkäufer vorstellen, längst braucht es eine effizientere Unterstützung, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Deshalb gibt es bei Küchen Quelle seit Jahren einen elektronischen Workflow. Dieser ist großteils in der Groupware Lotus Notes modelliert. Ein Kunde meldet sich telefonisch oder über die Internetseite und bittet um einen Beratungstermin. Über Lotus Notes und nach Postleitzahl wird einer der Berater dieser Anfrage zugewiesen und über den Terminwunsch informiert. Der Berater geht zum Kunden, plant vor Ort am Laptop und im gemeinsamen Gespräch dessen Küche. Aus der Planungsskizze können sofort und noch in der Wohnung des Kunden ein detailliertes Angebot und der Auftrag erzeugt werden. Der Auftrag geht elektronisch zur Zentrale der Küchen Quelle in Nürnberg. Dort wird er automatisiert auf die Hersteller aufgesplittet, deren Produkte in die Planung eingegangen sind.

Die Auftragsbestätigung kommt per EDI vom Hersteller und nun beginnt die Kunst der Koordination. Der Auftrag nimmt nun auch im ERP-System Gestalt an. Die jeweilige Spedition mit Lieferschreiner wird informiert, und sobald alle Teile der Küche verfügbar sind, vereinbart die Spedition mit dem Kunden einen Termin für Lieferung und Aufbau. Derweil haben die Hersteller ihre Rechnungen bereits per EDI an Küchen Quelle geschickt. Und sobald der Spediteur Rückmeldung über die erfolgte Montage beim Kunden gibt, wird die Endrechnung für den Kunden erstellt. „Unser gesamtes Geschäftsmodell basiert auf einer extrem guten IT-Unterstützung. Ein Zusammenbruch der IT wäre fatal, weil keine Informationen mehr von Kunden und Beratern zu uns und von uns zu den Spediteuren und Herstellern laufen würden“, erklärt Martin Helmreich, Abteilungsleiter IT bei Küchen Quelle. Doch um den Jahreswechsel 2009/2010 wären bei Küchen Quelle beinahe die Lichter der IT ausgegangen.

Überwachung rund um die Uhr

Im Herbst 2009 war die Küchen Quelle aus dem insolventen Arcandor-Konzern herausgelöst worden. Mehr als 400 Arbeitsplätze waren dadurch gerettet worden, doch der Befreiungsschlag brachte große Herausforderungen: Die Leitung des neuen Unternehmens erfuhr im November 2011, dass Küchen Quelle bis Ende Januar in neue Räume umziehen und ihre IT aus dem insolventen Quelle-Konzern herauslösen musste. Martin Helmreich bekam von einem befreundeten Systemhaus den Tipp, sich an Noris Network zu wenden. „Ich muss wirklich sagen, mich hat total überrascht, wie aktiv die Mitarbeiter des Dienstleisters die Aufgabe angenommen haben. Wir hatten sofort ein gutes Gefühl“, erinnert sich Helmreich. Nach einigen Treffen wurde dann ein Vertrag mit dem Dienstleister geschlossen.

Die Küchen-Quelle-IT-Abteilung und der Dienstleister arbeiteten mit Hochdruck zusammen, und als Ende Januar 2010 die neuen Räume im Westen Nürnbergs bezogen wurden, war alles unter Dach und Fach. Das Workflow-System lief, alle Partner waren angeschlossen und die Datenbank gehostet. Auch die Bemühungen in Sachen Lohnbuchhaltung waren erfolgreich. Innerhalb von vier Monaten war es gelungen, ein komplett neues System aufzusetzen – die Februar-Löhne wurden bereits darüber abgewickelt. Die Noris Network übernahm auch das LAN-Management und die Anbindung der neuen Räume. Um die Bürosysteme kümmerte sich das IT-Team der Küchen Quelle selbst. Die Infrastruktur des Anwenders in den Rechenzentren des Dienstleisters umfasst heute ein Bladecenter mit fünf Blades als Terminalserver und drei Server für eine Virtualisierungsumgebung mit einem 5 TB SAN.

Dazu kommen zwanzig physikalische Server für Touren-, Planungs- und Optimierungssoftware und die Lotus-Domino-Workflow-Umgebung. Die zugrunde liegende Oracle-Datenbank mit 650 GB wird von Noris Network betrieben und rund um die Uhr überwacht. „Unser aktives Monitoring sorgt dafür, dass mögliche Fehler frühzeitig erkannt werden“, sagt Ingo Kraupa, Vorstandsvorsitzender von Noris Network. „Wir kümmern uns darum, dass man sich bei Küchen Quelle wirklich nur mit dem Verkauf von Küchen beschäftigen muss und keine Sorgen mit irgendwelchen IT-Fragen hat.“

Auch wenn die Wahl des Providers damals recht spontan war, hat man sie nicht bereut. „Der Dienstleister ist flexibel in Vertragsergänzungen. Wenn wir neue Komponenten benötigen, wie zuletzt einen FTP-Server, wird das einfach getrennt und völlig transparent angeboten und dann in das Leistungspaket integriert“, nennt Martin Helmreich ein Beispiel für die gute Zusammenarbeit. „Wir werden gut betreut und das Pricing ist fair. Das Hosting ist günstiger als damals im Konzernverbund.“

www.kuechen-quelle.de


Bildquelle: © Küchen Quelle


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