28.06.2012
Server
Von: Johannes Kelch

Pure Systems

IBM stellt neue Produktfamilie vor

Unter dem Namen „Pure Systems“ hat IBM kürzlich in München eine neue Produktfamilie vorgestellt, die – so der Hersteller – nicht nur Server, Storage, Netzwerke und Managementsoftware integriert, sondern auch Expertenwissen. Der Vorteil für die Kunden soll in kostengünstigeren IT-Infrastrukturen und der Möglichkeit liegen, neue Applikationen schneller zum Laufen zu bringen.


Nach internen Untersuchungen von IBM leiden die IT-Abteilungen der Unternehmen heute unter einem Investitionsstau. „Die Mehrheit der CIO und CEO sehen Komplexität und Veränderung als Kernherausforderungen“, meint Andreas Wodtke, Vice President Systems and Technology Group bei IBM Deutschland. Als „Hindernis für raschen Fortschritt“ werde die Komplexität des eigenen Systems angesehen, so Wodtke.

Auch Ferdinand Prezenski, Director for Worldwide Database/ISV Sales bei IBM, kennt die Schwierigkeiten der Anwender: „Weniger als 30 Prozent des IT-Budgets stehen für neue Lösungen zur Verfügung.“ Und weiter: „Zwei Drittel aller IT-Projekte verzögern sich.“

Mittel gegen Innovationsstau

Um Mittel und Wege gegen den Innovationsstau bereitzustellen, hat IBM nach eigener Darstellung in den vergangenen vier Jahren keine Kosten und Mühen gescheut. Angeblich wurden 2 Mrd. Dollar in Forschung, Entwicklung und Akquisitionen investiert. Als Ergebnis wurde nun die „neue Systemfamilie“ präsentiert, die zusätzlich zu den Server-Familien wie „System x“, „System p“ und „System z“ vertrieben wird. Das neue IBM-Pure-Flex-System kombiniert Server-, Storage- und Netzwerkressourcen laut Pressetext „in einer hoch automatisierten, sicheren und einfach zu verwaltenden Maschine“. Integraler Bestandteil des Systems ist der „Flex Systems Manager“, der „aus Puzzleteilen ein integriertes System macht, das sich aus einer Hand managen und virtualisieren lässt“, so Wolfgang Maier, vom Global Research & Development von IBM.

Komplettsysteme mit zertifizierter Software

Insoweit handelt es sich bei Pure Systems um das Angebot von IBM auf dem Gebiet des „Converged Computing“. Konkurrenten wie HP, Cisco und Dell haben in den letzten Jahren ähnlich zusammengestellte Komplettprodukte auf den Markt gebracht. IBM zieht jetzt nach und betont zugleich die Unterschiede.
Entscheidendes Unterscheidungsmerkmal sind nach IBM-Darstellung sogenannte „Patterns“, zu deutsch „Muster“. Die „IBM Patterns“ sollen zeitaufwendige Aufgaben wie Konfiguration, Bereitstellung und laufende Aktualisierungen automatisieren. Daneben liefern mehr als 100 unabhängige Software-Anbieter „ISV Patterns“ – sprich Anwendungen, die als „Pure Systems Ready“ zertifiziert sind. Die Kombination von Hardware und Software erinnert an ein schon älteres „Pattern“ aus dem Hause IBM, das „Application System/400“ AS/400, das heute unter dem Namen „System i“ vertrieben wird und schon seit langer Zeit Server, Storage, Netzwerk und Software in einer Maschine integriert.
Wie Ferdinand Prezenski hervorhebt, eignen sich Pure Systems, um rasch ­eigene Anwendungen zum Laufen zu bringen. Der Aufwand für Installation und Wartung werde „drastisch reduziert“, IBM habe viele bewährte Konzepte neu zusammengeführt, um „einen Quantensprung in der IT-Kostenreduktion“ zu erreichen, so der Fachmann.

Private Self-Service-Clouds

Die neue Produktfamilie ist nach Darstellung des Herstellers auch die Lösung der Wahl für alle Firmen, die automatisch skalierende „private Self-Service-Clouds“ aufbauen wollen. Bereits bei der Anlieferung seien alle Pure Systems für die Integration in die Cloud vorbereitet. Das erste Kind der neuen Familie lernt das Laufen mit x86, nachfolgende Geschwister sollen die Fortbewegung mit Power-Prozessoren erlernen können. Vier Betriebssysteme – Windows, AIX, Linux und i5/OS (System i) – werden unterstützt. Auch das konfliktfreie Miteinander von Brüdern und Schwestern soll es geben.

Wie immer bei dem Versprechen der Kostenreduktion in der IT müssen Anwender zuerst Geldbeträge überweisen, um sodann Vorteile zu erzielen, die sich in Euro und Cent oft schwer messen lassen. Der US-Listenpreis für ein Mitglied der Pure-Systems-Familie beginnt bei 100.000 US-Dollar, die Preisskala ist nach oben weit offen.

www.ibm.com

Bildquelle: © IBM / Retusche Medienhaus


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