23.05.2012
Cloud Computing
Von: Siegfried Dannehl

HP stellt "Converged Cloud" vor

Harmonie für eine heterogene Welt

Mit „Converged Cloud“ hat HP eine einheitliche Architektur für verschiedene Formen des Cloud Computing und konventionelle IT-Infrastrukturen entwickelt. Die Architektur entkoppelt die IT-Dienste von der zugrundeliegenden Infrastruktur und erlaubt Anwendern damit eine gemeinsame Verwaltung von Ressourcen, Prozessen und Regeln in heterogenen Umgebungen.


„Cloud bedeutet Transformation“, unterstreicht Volker Smid, Vorsitzender der Geschäftsführung HP Deutschland.

Der deutsche Markt für Cloud Computing übersteigt in diesem Jahr die Grenze von fünf Milliarden Euro. Das ergab eine aktuelle Studie der Experton-Group im Auftrag des Hightechverbands Bitkom. Besonders stark legt 2012 der Umsatz mit Geschäftskunden zu: Gut drei Milliarden Euro geben Unternehmen laut Studie für Cloud Computing aus. Ein Wert, der nach den Prognosen der Analysten bis 2016 auf 10,7 Mrd. Euro ansteigen wird.

Ohne Risiken und Nebenwirkungen ist der Umstieg auf Cloud-Dienste oftmals allerdings nicht. „Der Weg in die Cloud führt zu neuen Formen der Heterogenität. Fehlende Interoperabilität, hohe Umstiegshürden und Integrationskosten können die Folgen sein“, gibt Volker Smid, Vorsitzender der Geschäftsführung der Hewlett-Packard GmbH, zu bedenken. Die HP „Converged Cloud“ ist nach seinen Worten eine einheitliche Architektur für eine heterogene IT-Welt. Mithilfe von Standards soll das jetzt vorgestellte Konzept Anwendern nicht nur mehr Wahlmöglichkeiten bieten, sondern auch die Konsistenz und Sicherheit von komplexen IT-Umgebungen erhöhen.

Bereits im März dieses Jahres hatte der Anbieter mit „cCell Services“ ein Cloud-Modell vorgestellt, das eine nahtlose Verknüpfung und einheitliche Verwaltung von Cloud-Diensten aus unterschiedlichen Quellen und Betriebsformen erlauben soll. Voraussetzung dafür war jedoch der Einsatz einer einheitlichen HP-In­frastruktur. Mit Converged Cloud dehnt man das Prinzip der Konvergenz jetzt auch auf heterogene Umgebungen aus.

Open Source in den Wolken

Die Converged Cloud unterstützt eine Vielzahl von Hypervisoren, Betriebssystemen und Entwicklungsumgebungen sowie ein wachsendes Partnerökosystem. Übergreifende Architekturelemente machen dabei die Entwicklung, Bereitstellung, Verwaltung und Sicherung von Cloud-Diensten unabhängig von der jeweiligen Form der Implementierung. Nach Angaben von Klaus Berle, Leiter Cloud Competence Center bei HP Deutschland, lassen sich Cloud-Dienste anhand von Regeln, Templates und Modellen schnell und effizient entwickeln und bereitstellen – egal, ob für eine traditionelle IT-Infrastruktur oder für Private-, Managed- oder Public-Cloud-Umgebungen. Außerdem lassen sich übergreifende Management- und Sicherheitsfunktionen mit den Diensten verknüpfen und einheitlich steuern.

Ein Kernelement der Cloud-Architektur der Hersteller ist HP Openstack. Die Lösung umfasst eine Reihe von Open-Source-Technologien, mit denen sich massiv skalierbare Cloud-Plattformen aufbauen lassen sollen. Der Anbieter hat die Standarddienste von Openstack erweitert, sodass sie in die IT-Prozesse von Unternehmen und Verwaltungen eingebunden werden können. Auf der Grundlage der Lösung abstrahiert der Converged Infrastructure as a Service Controller (Converged IaaSC) von der physischen IT-Infrastruktur und stellt eine standardisierte Computing-Umgebung zur Verfügung. Diese Ebene sorge letztlich für die übergreifende Umsetzung von Prozessen und Regeln etwa für Orchestrierung, Verwaltung, Provisionierung und Sicherheit.

Auf Grundlage der Converged-Cloud-Architektur hat das Unternehmen eine Reihe neuer Cloud-Angebote entwickelt, die teilweise sofort bzw. in naher Zukunft verfügbar sind. Bereits seit dem 10. Mai 2012 können Anwender einen Public-Cloud-Dienst nutzen, mit dem der Anbieter sein bestehendes Portfolio an Private-Cloud- und Managed-Cloud-Diensten ergänzt. Mit Virtual Application Networks bietet man zudem eine neue Lösung, die es ermöglichen soll, virtuelle und Cloud-Anwendungen schneller in Betrieb zu nehmen und die Verwaltung zu automatisieren. Virtual Application Networks bietet eine virtualisierte Ansicht auf das Netzwerk – abstrahiert von der physikalischen Infrastruktur. Ein weiteres neues Cloud-Angebot sind die Engineering Cloud Transformation Services, die Fertigungsunternehmen bei Produktentwicklungsprozessen unterstützen sollen. Die optionalen Dienstleistungen beinhalten unter anderem Workshops, Proof-of-Concept-Betrachtungen und Machbarkeitsanalysen, die dem Kunden einen Überblick über Nutzen, Risiken und Hindernisse eines Transformationsprojektes liefern. 

Bildquelle: © HP


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