02.08.2007
Aktuelle Ausgabe

Gut gerüstet

Im Gespräch mit Dr. Dirk Taubner, Vorstand für Technology & Services bei der msg Systems AG, über die ersten 100 Tage in seiner neuen Position


IT-DIRECTOR: Seit Anfang Mai dieses Jahres verantworten Sie als neues Vorstandsmitglied bei der msg Systems AG den Geschäftsbereich Technology & Services. Was hat Sie zum Wechsel von der sd&m AG zu msg Systems bewogen?
D. Taubner: Die msg Systems AG ist ein sehr interessantes Unternehmen. Als Full-Service-Anbieter zählt es zu den Top 10 der IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen in Deutschland. Insbesondere in den Branchen Versicherungen, Banken und Automotive und Gesundheit ist msg Systems mit seinem IT-Anwendungs-Know-how sehr gut positioniert. Darüber hinaus reizte mich die Unabhängigkeit eines eigentümergeführten Hauses. Und mit insgesamt rund 2.000 Mitarbeitern hat das Unternehmen eine interessante Größe: Es verfügt über das Potenzial, alle relevanten IT-Themen erfolgreich abzudecken und ist dabei flexibel genug, um schnell auf Marktveränderungen reagieren zu können. Ich freue mich, dazu beitragen zu können, das weitere Wachstum des Unternehmens mit meinen persönlichen Stärken und mit meinen Einsatz weiter voranzutreiben.

IT-DIRECTOR:
Welche Erwartungen hatten Sie an Ihren Einstieg in das Unternehmen und wurden diese bislang erfüllt?
D. Taubner: Natürlich kannte ich das Unternehmen als Wettbewerber am Markt schon länger. Die Gespräche mit dem Vorstandsvorsitzenden Hans Zehetmaier im Vorfeld meines Einstiegs haben mir zusätzlich sehr interessante Einblicke gegeben. Momentan steht für mich im Vordergrund, das Unternehmen erst einmal richtig kennen zu lernen. Ich komme nicht mit vorgefertigten Erwartungen oder gar Antworten. Erfüllt hat sich meine Hoffnung auf ein gutes Team im Vorstand, ein kooperatives Arbeitsklima und viele interessante und engagierte Kollegen. Ich entdecke jeden Tag neue Themen und Perspektiven. Mir ist durchaus bewusst, dass der Quereinstieg in so exponierter Position eine Herausforderung ist. Entsprechend betrachte ich die Einarbeitung als eigenes Projekt.

IT-DIRECTOR:
Was zeichnet nach Ihrem bisherigen Eindruck den Geschäftsbereich Technology & Services besonders aus?
D. Taubner: Die große Stärke der msg Systems ist ihre Branchenkompetenz. So sind wir zum Beispiel führend in der IT für Versicherungen. Der Geschäftsbereich Technology & Services fasst nun branchenübergreifend bestimmte technische Kompetenzen zusammen. Mit dieser Kombination aus Branchen- und Technologie-Know-how können wir unseren Kunden umfassende Lösungen für ihren spezifischen Bedarf anbieten. Selbstverständlich können Kunden auch nur auf unsere Technologie-Expertise zurückgreifen.

IT-DIRECTOR: Sollen technische Themen auch in anderen als in den Kernbranchen der msg Systems vertrieben werden?
D. Taubner: Ja, ich denke das macht aus zwei Gründen Sinn: Zum einen sind die Leistungen des Geschäftsbereichs Technology & Services für viele Kunden interessant. Dies gilt insbesondere für Lösungen, die in allen Märkten gefragt sind und in denen wir über eine besondere Expertise verfügen – wie zum Beispiel beim Thema Business Intelligence oder Testmethodik. Zum anderen können die entsprechenden Bereiche dann ihre eigene Kompetenz und kritische Masse noch besser ausbauen. Ich gebe aber zu, dass hier noch Arbeit am Markt erforderlich ist und das Unternehmen noch mehr allgemeine Bekanntheit in diesen Themen erarbeiten muss.
Der Vertrieb in anderen Branchen bedeutet allerdings nicht, dass unser technisches Leistungsspektrum in den Kernbranchen Automotive, Finanzdienstleistungen, Gesundheit und Versicherungen nicht verkauft werden soll – im Gegenteil. Die gute Verwurzelung des Unternehmens in diesen Branchen ist ein exzellenter Hebel. Dieses Cross Selling erfordert freilich ein dediziertes Vorgehen, gemeinsam mit dem originär kundenverantwortlichen Branchengeschäftsbereich.

IT-DIRECTOR:
Wie sehen Sie die msg Systems im Vergleich zum Wettbewerb bei diesen Themen?
D. Taubner: Große Stärken bringt das Unternehmen vor allem im Bereich Business Intelligence mit. Schon allein angesichts der Anzahl von mehr als 50 Mitarbeitern – das ist angesichts der Unternehmensgröße eine beträchtliche Größe. Damit kann der Wettbewerb nicht aufwarten. Diese kritische Masse ist auch für Bewerber sehr interessant, denn sie ermöglicht einen anspruchsvollen Erfahrungsaustausch und auch eine Spezialisierung. Das gilt auch für den Bereich Testmanagement. Hier verfügen wir über eine besondere Expertise in der auf diesem Gebiet führenden Produktsuite.

IT-DIRECTOR: Zum Abschluss eine allgemeine Frage: Wo sehen Sie die msg Systems in zehn Jahren?
D. Taubner: Offen gestanden, bin ich kein Freund von zu langfristig ausgerichteten Visionen. Ich bin der Überzeugung, dass mit ehrlicher, gerader Arbeit sehr viel erreicht werden kann. Aufgrund unserer umfassenden Erfahrungen, unseres ganzheitlichen, kundenorientierten Ansatzes und der Qualität unserer Lösungen sind wir für die Herausforderungen des Marktes sehr gut gerüstet. Auf dieser Basis werden wir weiter auf Wachstumskurs bleiben, unsere Branchenkompetenz ausbauen und den Vertrieb unserer technischen Leistungen weiter vorantreiben. <

Name: Dr. Dirk Taubner
Alter: 47
Familienstand: verheiratet, drei Söhne
Position: Vorstandsmitglied der msg Systems AG


Aktuelle Ausgabe

Titelinterview: App-Entwicklung
mit Lars Weiler und Fabian Dressler, Für Sie eG

IT-Sicherheit
Cyberkriminelle entdecken das Internet der Dinge

Fertigungsprozesse
MES: Motor für Industrie 4.0

Neue Wege des Arbeitens

Windows 8
Mit mehr Sicherheit besser - und flexibler

Das neue Office
Immer und überall produktiv

Internet Explorer
Der Webbrowser rückt in den Fokus

Interview mit Lars Weiler und Fabian Dressler, Für Sie eG

Im Rahmen einer Warenbörse der Für Sie Handelsgenossenschaft eG erhielten die Teilnehmer für die direkte Warenbestellung ein Tablet ausgehändigt – inklusive einer auf Microsoft Windows 8 basierenden App. Worauf es bei der App-Entwicklung ankam, erklären IT-Leiter Lars Weiler (li.) sowie Projektleiter Fabian Dressler im Interview...mehr lesen »

IT Mittelstand Newsletter
IT-Sicherheit: Cyberkriminalität & das Internet der Dinge

Die Verbreitung des „Internet der Dinge“ und bringt neue Möglichkeiten hinsichtlich automatisierter Kommunikation und effizienterer Produktionsprozesse mit sich. Gleichzeitig dient die zunehmende Vernetzung von Produktionsanlagen, aber auch die von Alltagsgegenständen wie z.B. Kühlschrank oder Fernseher mit dem Internet als neues Einfallstor für Cyberkriminelle. Auch mittelständische Unternehmen sind hier ein beliebtes Opfer...mehr lesen »

Die Produktion wird selbstständig

Das bislang gängige Bild einer industriellen Produktion ist der Mensch an der Maschine, der die Steuerung übernimmt. Zukünftig sollen diese Anlagen die Planung, Steuerung und Kontrolle selbstständig übernehmen – so die Idee hinter dem Projekt „Industrie 4.0...mehr lesen »