05.10.2012
Servicemanagement Helpdesk

IT Infrastruktur Library

Für den Mittelstand wenig geeignet

ITIL macht den Mittelstand ratlos: Die aufwändigen Prozesse und Rollen passen kaum zu mittelständischen IT-Organisationen mit nur wenigen Mitarbeitern. Doch es gibt Alternativen.


ITIL hinterlässt oft Ratlosigkeit

Die viel zitierte "IT Infrastruktur Library (ITIL)" ist ein Monstrum mit fünf dicken Büchern und fast 2000 Seiten. Hunderte von Rollen und Prozessen sind darin definiert und warten darauf, in der Praxis eingesetzt zu werden.

"Das Problem ist, dass viele Unternehmen und ihre gut bezahlten Berater den Inhalt der ITIL-Bücher immer noch wörtlich verstehen und die Prozesse, Rollen und Funktionen genau so wie beschrieben implementieren wollen", Opens external link in new windowmeint Larry Cooper vom Beratungsunternehmen BSSNexus Global Inc. "Das ist im besten Fall dumm und im schlimmsten gefährlich für die IT-Organisation."

Er vertritt in seinem Blog die These, dass sich viele Unternehmen durch eine sklavisch genaue Umsetzung der ITIL-Elemente ziemlich gründlich von der Realität des IT-Servicemanagements abkoppeln: ITIL sei viel zu kompliziert geworden und stehe oft im Gegensatz zur ITSM-Praxis.

Eine solche kritische Sicht auf den ITSM-Standard haben auch viele IT-Organisationen mittelständischer Unternehmen. Sie halten ITIL für überdimensioniert, wie eine Studie der MSG Services AG ergab. Sie basiert auf einer Befragung von fast 300 Firmen mit einem Jahresumsatz zwischen 25 und 200 Millionen Euro.

Häufigste Probleme der Mittelständler sind die komplexe Gestaltung der ITIL-Prozesse und die daher rührende lange Projektdauer. Nach den Beratungserfahrungen der MSG Services ist ITIL im Mittelstand nicht praxistauglich. "Welcher Mittelständler mit einer IT-Organisation in der Größenordnung von etwa 50 bis 100 Mitarbeitern braucht eine Prozessstruktur, mit der sich die IT eines Dax-Konzerns steuern lässt?" fragt Berater Thomas Schürmann.

Viele Mittelständler fordern eine Art "ITIL light" mit weniger teurem Beratungsbedarf und nur den notwendigen Prozessen. Wie ein Blick zum Nachbarn Niederlande lehrt, gibt es so etwas bereits: Das Prozessmodell Opens external link in new windowIntegrated Service Management (ISM) bietet nur sechs "ITIL-kompatible" Basisprozesse sowie ein Handvoll Cloud-Tools, mit denen eine kleinere IT-Organisation geführt werden kann.

Bildquelle: Gerd Altmann / Opens external link in new windowpixelio.de


Aktuelle Ausgabe

Titelinterview: Managed IT-Services
mit Jörg Funke, Geschäftsführer der Butlers GmbH & Co. KG, und IT-Leiter André Martens

Speichermanagement
Flash-Speicher im Unternehmenseinsatz

Buisness Intelligence
Einsatz und Chancen von In-Memory-Technologien

Neue Wege des Arbeitens

Windows 8
Mit mehr Sicherheit besser - und flexibler

Das neue Office
Immer und überall produktiv

Internet Explorer
Der Webbrowser rückt in den Fokus

Interview mit Jörg Funke(li.), Geschäftsführer der Butlers GmbH & Co. KG, und IT-Leiter André Martens

Um die IT-Abteilung im Tagesgeschäft zu entlasten, setzt die Butlers GmbH & Co. KG seit zwei Jahren auf cloud-basierte Managed IT-Services. IT-MITTELSTAND sprach mit Geschäftsführer Jörg Funke (li.) und IT-Leiter André Martens über die Beweggründe....mehr lesen »

IT Mittelstand Newsletter
Flash-Speicher im Unternehmenseinsatz

Wirft man einen Blick auf den deutschen Speichermarkt, ist Flash-Storage derzeit ein viel diskutiertes Thema. Auch für mittelständische Unternehmen wird die Speichertechnologie zunehmend interessant und man zeigt sich bereits experimentierfreudig, obgleich die digitalen Speicherbausteine den herkömmlichen Festplatten in einigen Punkten noch hinterherhinken. Welche Zukunftschancen hat Flash tatsächlich?....mehr lesen »

Gilt in der Cloud US-Recht?

Jenseits rückwärtsgewandter Controlling-Funktionen für die Finanzabteilung verfolgen Business-Intelligence-Einsatzszenarien (BI) in Fachabteilungen weitergehende, zukünftige Erkenntnisinteressen. Vor allem Kunden- und Produktdaten stehen im Fokus. Welche Rolle spielt dabei die Beschleunigung durch In-Memory-Technologien?...mehr lesen »