23.05.2012
Virtualisierung
Von: Jürgen Wasem-Gutensohn

Ferrotec modernisiert Serverlandschaft

Frischzellenkur für die IT

Ferrotec, Hersteller für Komponenten für die Vakuum- und Dünnschichttechnik, modernisiert seine in die Jahre gekommene Serverlandschaft mit einer neuen Virtualisierungslösung.


Ein Ferrofluid ist eine magnetisierbare Flüssigkeit, die im Gegensatz zu magnetorheologischen Flüssigkeiten (MRF) die Viskosität nur minimal mit dem Magnetfeld ändert.

Die IT muss mit den geänderten Anforderungen aus dem Business Schritt halten können – Stillstand gab es in keiner Branche in den letzten fünf Jahren. Vor allem im Mittelstand hat dies dazu geführt, dass bei gestiegenem Bedarf neue Server angeschafft und die Speicherkapazitäten erhöht wurden. Diese hatten ihr Leistungslimit in den Folgejahren erreicht, die Performance blieb hinter den Erwartungen zurück und sie waren allgemein den höheren Anforderungen nicht mehr gewachsen. Als Folge entstand ein Wildwuchs aus unterschiedlichen Systemen, die nicht selten über viele Jahre bis zum Leistungslimit im Einsatz waren. So auch bei der Schwäbischen Ferrotec GmbH.

Modernisierung mit einer virtualisierten Infrastruktur

Als sich Ferrotec Mitte 2011 für einen Neuanfang bei seinen Servern entschied, waren die Systeme im Durchschnitt deutlich mehr als fünf Jahre alt. Die zehn physischen Server wurden zum Teil mit Debian und zum Teil mit Windows Server 2003 betrieben. „Die IT-Infrastruktur ließ sich nur noch mit einem erheblichen Aufwand administrieren. Für einen Neuanfang genügte es nicht, einzelne Server auszutauschen“, sagt Joachim Schwender, IT-Leiter bei Ferrotec. „Gemeinsam mit der Geschäftsleitung beschloss die IT eine grundlegende Modernisierung in Form einer virtualisierten Infrastruktur.“

Zusammen mit dem langjährig für das Unternehmen tätigen IT-Dienstleister Gonicus prüfte Schwender mögliche Lösungsalternativen. Eine der Rahmenbedingungen der neuen Infrastruktur bestand darin, dass das vorhandene Linux-Know-how weiter genutzt werden sollte. Darüber hinaus wurde eine Lösung gesucht, die den besonderen Anforderungen eines mittelständischen Unternehmens gerecht wird. Fündig wurde Ferrotec dann in Form von OpenV3 von Magirus. Das Bundle umfasst im Rahmen einer Best-of-Breed-Strategie Lösungen von Cisco, EMC sowie Red Hat und kombiniert diese zu einem Infrastrukturpaket. „Wir verfügen heute über eine voll funktionsfähige Rechenzentrumslösung mit Red Hat Enterprise Virtualization als Herzstück“, kommentiert Schwender. „Bei einer Analyse des Marktes haben wir uns auch andere Virtualisierungsalternativen angesehen und uns dann aufgrund der Managementfunktionen und niedrigeren Gesamtbetriebskosten für diese Lösung entschieden.“

Technische Zusammensetzung

Als vorinstallierte Lösung, welche der Linux-Spezialist bei Ferrotec betriebsbereit einrichtete, umfasst das Komplettpaket Server, Netzwerk, Speicher und Verwaltungssoftware. Die Lizenzierung erfolgt auf Rechnerbasis und nicht auf Prozessorbasis wie bei anderen Virtualisierungsangeboten im Markt. Im Einzelnen besteht die eingesetzte Lösung aus zwei Rack-Systemem mit jeweils 48 GB RAM, zwei Intel-Prozessoren, bestehend aus sechs Prozessorkernen mit 3,06 GHz und 500 GB Festplatte. Dazu kommen zwei Cisco Catalyst Switche zur vollredundanten Vernetzung der Systeme sowie ein EMC Storage-System mit insgesamt zwölf 600 GB-SAS-Festplatten.

Von den ehemals zehn physischen Servern sind heute fünf übrig geblieben. Die beiden neuen Server ersetzen insgesamt sieben alte physische Systeme. Drei bereits vorhandene Server, auf denen beispielsweise die Faxapplikation läuft, werden weiterhin genutzt. Auf den beiden Servern laufen aktuell zusammengenommen acht virtuelle Maschinen, darunter die ERP-Software des schwäbischen Unternehmens. Sie wird in den Abteilungen Einkauf/Verkauf, Lagerwesen, Fertigung und Finanzbuchhaltung sowie zur Anbindung der europäischen Tochterunternehmen via VPN eingesetzt. Ferrotec ist damit in der Lage, alle unternehmenskritischen Geschäftsprozesse zuverlässig abzubilden.

Fit für die Zukunft

Im Vergleich zur alten heterogenen Infrastruktur vereinfachten sich vor allem die gesamte Administration, Wartung, Pflege und Weiterentwicklung. Durch die Konsolidierung der Serverlandschaft rechnet Ferrotec mit geringeren Betriebskosten, denn mit dem gleichen Personalbestand kann eine größere Zahl von Systemen und Applikationen betreut werden. Positiv im Gesamtbild wirkt sich auch die Tatsache aus, dass alle bereits vorhandenen virtualisierungsfähigen Applikationen übernommen werden konnten. Wann immer aus einer Fachabteilung oder der Geschäftsleitung heute der Bedarf nach einer neuen Applikation entsteht, kann Schwender diese Anforderung mit einer weiteren virtuellen Maschine erfüllen.

Dafür ist die IT gut gerüstet: Die eingesetzte Lösung erlaubt die Einrichtung von bis zu 20 virtuellen Maschinen – ohne dass dazu zusätzliche Lizenzgebühren für die Virtualisierung fällig werden. Die grafische Benutzeroberfläche der Virtualisierungslösung ist einfach zu bedienen und bietet einen Überblick über die virtualisierte Infrastruktur. Auch im Hinblick auf die Performance hat Ferrotec vorgesorgt: In der ersten Phase kommt die IT mit dem vorhandenen Hauptspeicher gut aus. Circa zwölf bis 15 Monate nach der Inbetriebnahme sollen unter Berücksichtigung steigender Anforderungen die Speicherkapazitäten aufgerüstet werden.

 

Ferrotec GmbH

  • Gründung: 1968 (hervorgegangen aus der Ferrofluidics Corporation)
  • Unternehmenssitz: im schwäbischen Unterensingen
  • Branche: Herstellung von Komponenten für die Vakuumtechnik und Dünnschichttechnik
  • Produkte: Einen der Schwerpunkte des Unternehmens bilden Ferrofluide, wie sie beispielsweise in Schrittmotoren und Dämpfern für Wellenenden eingesetzt werden. Ferrofluide sind Flüssigkeiten, die auf magnetische Felder reagieren. Verwendet werden Ferrofluide auch zur Kühlung von Transformatoren.

 

www.ferrotec-europe.de


Bildquelle: © Ferrotec GmbH


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