09.10.2012
Unified Communications
Von: Sascha Kruszka

Voice-over-IP im Fokus

Eine bedarfsgerechte Lösung finden

Bei Investitionen in Sachen Telekommunikation beziehen immer mehr Unternehmen Voice-over-IP (VoIP) in ihre Überlegungen ein. Doch Funktionen und Leistungsumfang einer IP-Telefonanlage (IP-PBX) können je nach Anbieter variieren.


Ein Hauptargument für VoIP ist, dass eine IP-PBX günstiger ist als ein klassisches System und direkt in die IT-Infrastruktur integriert wird. Die Kompatibilität und Interoperabilität einer IP-PBX sind daher sehr wichtig. Mit einer Anlage, die nicht an teure Systemtelefone gebunden ist, bleiben Anwender flexibel. Auch sollte die IP-PBX mit IP-Telefonen verschiedener Anbieter funktionieren. Ein modulares System ermöglicht es, die Anlage bedarfsgerecht zusammenzustellen und zu erweitern. Entscheidend sind auch die Funktionalitäten: Geräte per Plug-and-play anschließen, Sammelanschlüsse und Anrufumleitungen einrichten, Anrufe weiterleiten, Anklopfen, Konferenzen einrichten oder paralleles Klingeln auf IP-Telefon und Mobilgerät.

Bei der Benutzer-, Rechte- und Ressourcenverwaltung hilft das Provisioning: Installation, Konfiguration, Nebenstellenanbindung und Updates erledigen Administratoren über den Webbrowser. Komfortabel ist auch das „Hot Desking“: der Nutzer kann sich an verschiedenen Arbeitsplätzen anmelden, und das Telefon konfiguriert sich automatisch, sodass er unter seiner Rufnummer erreichbar ist und Zugriff auf persönliche Einstellungen hat. Am besten lassen sich diese Funktionen mit IP-Tischtelefonen nutzen. Ihr Vorteil gegenüber Softphones: Nutzer schätzen die gewohnte und leicht bedienbare Hardware. Außerdem funktionieren sie, anders als Softphones, auch bei ausgeschaltetem PC.

IP-PBX auf Mietbasis

Heute ist es möglich, Telefonie-Anwendungen auch in der Cloud zu betreiben. Bei IP-Centrix stellt ein externer Anbieter die IP-PBX auf Mietbasis virtuell bereit. So können Nutzer ein IP-Telefon an das Netzwerk anschließen und zentral konfigurieren. Einsparungen bei den Kosten für Hardware und Administration sowie der Wegfall teurer Wartungsverträge sorgen für eine schnelle Amortisation. Neben Datensicherheit spielt auch die Ausfallsicherheit eine große Rolle. Für eine permanente Verfügbarkeit sollte es mehrere Leitungen geben, um die IP-PBX beim Ausfall einer Leitung umschalten zu können. Daher empfiehlt es sich für Anwender, ihre Internetdienste von unterschiedlichen Providern zu beziehen und Alternativrouten zu definieren, sodass sich die IP-PBX im Notfall mit dem nächsten freien Gateway verbindet.

Besonders wichtig ist auch, dass IP-Systeme, wie sie etwa die Snom Technology AG bereitstellt, Hacker erkennen und das Aufzeichnen von Gesprächen verhindern. Doch bei zu trivialen Passwörtern nützt die beste Technologie nichts – die IP-PBX bzw. die Firmware sollte diese mittels Passwort-Scoring abweisen. Zudem erschwert das Blacklisting das Hacken von Passwörtern. Denn bei dreimaliger Falscheingabe wird der Account gesperrt oder die Nebenstelle wird stillgelegt, wenn von ihr eine unrealistisch große Zahl an Anrufen ausgeht. Hilfreich ist auch eine „Certificate-Chain“, die dafür sorgt, dass sich IP-PBX und angeschlossene Geräte als vertrauenswürdig erkennen. Weitere Sicherheitsstandards wie TLS und SRTP zur Verschlüsselung sollten heute selbstverständlich sein.

Schnelle Hilfe

An das IP-System können Anwender weitere IP-basierte Geräte anschließen und per Telefon steuern: Türsprechanlage, Kamera, Mikrofon, Lautsprecher, Türöffner, Bewegungsmelder, Videoüberwachungssystem, RFID-Leser etc. Da die Geräte in das Netzwerk integriert sind, muss man keine zusätzlichen elektrischen, analogen oder ISDN-Leitungen verlegen, um ein Sicherheits- oder Gebäudemanagementsystem einzurichten. Auch wenn Unternehmen versucht sind, eine günstige IP-PBX im Internet zu erwerben, empfiehlt sich der Kauf bei einem qualifizierten Fachhändler: Er analysiert den Bedarf, erstellt eine maßgeschneiderte Lösung, weist auf Schwachstellen hin und schult die späteren Anwender.

Bei größeren Projekten ist es ratsam, Systemintegration und Erstinstallation von einem geschulten Techniker durchführen zu lassen. Und kleineren Firmen bietet der Fachhandel umfassende Services, wie etwa die Remote-Konfiguration der IP-Telefone, um z.B. Nebenstellen einzurichten. Im Problemfall leistet ein Fachhändler schnellstmöglich Hilfe – unverzichtbar in Zeiten der 24/7-Erreichbarkeit.

Bildquelle: © Snom Technology


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