23.05.2012
IT-Dienstleistung

Atos unterstützt die Olympischen Spiele 2012

Ein Blick hinter die Sportkulissen

Als weltweiter IT-Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele ist Atos für die Gesamtleitung der Technologiepartner verantwortlich, die in London die komplexe IT-Infrastruktur für die Sommerspiele entwickeln und betreiben.


Das Olympiastadion in London ist von Wasser umgeben und via fünf Brücken mit dem Rest des Parks verbunden.

Die 114 Meter hohe Orbit-„Skulptur“ des Künstlers Anish Kapoor wird während der Olympischen Spiele als Aussichtsplattform für die Besucher dienen.

Der Blick vom TOC in Richtung Olympiapark

Das Technology Operation Centre (TOC) bildet das Nervenzentrum der Olympischen Spiele 2012 in London und wurde im August 2011 eröffnet.

Das Technologieteam wird während der Spiele, die am 27. Juli 2012 in London feierlich eröffnet werden, 3.500 Experten umfassen.

Per Fechtvorführung demonstrierte Atos im TOC, wie die IT-Systeme die olympischen Athleten während der Sommerspiele unterstützen werden.

„Man sollte stets einen Plan B haben“, betont Patrick Adiba, CEO von Iberia und Mitglied des Atos Group Executive Committee.

„Man sollte stets einen Plan B haben“, betont Patrick Adiba, CEO von Iberia und Mitglied des Atos Group Executive Committee.

Laut Operations Manager Pieter-Jon Buitelaar ist der IT-Vertrag bzgl. der Olympischen Spiele sehr komplex.

Laut Operations Manager Pieter-Jon Buitelaar ist der IT-Vertrag bzgl. der Olympischen Spiele sehr komplex.

Bereits seit einigen Jahren stellt der internationale Anbieter von IT-Dienstleistungen seine IT-Systeme und Expertise zur Verfügung, um die Athleten und den gesamten Ablauf der Großveranstaltung bestmöglich zu unterstützen. In diesem Jahr finden die Olympischen Sommerspiele in London statt, wo seit 2009 der Olympiapark im Osten der Stadt kontinuierlich Gestalt annimmt. Im Rahmen einer Pressereise am 16. Mai 2012 wurde nicht nur das riesige Sportgelände besichtigt, das von seiner Größe her mit dem Hyde Park vergleichbar ist, sondern Atos gewährte zudem einen Blick hinter die Kulissen.

Herzstück des Olympiageländes bildet neben dem großen Olympiastadion, welches von Wasser umgeben und via fünf Brücken mit dem Rest des Parks verbunden ist, der sogenannte Orbit. Dahinter verbirgt sich eine 114 Meter hohe „Skulptur“ des Künstlers Anish Kapoor, die als Aussichtsplattform für die Besucher dienen wird. Weitere Wettkampforte sind u.a. die Basketball-Arena, die Riverbank-Arena für Hockeyspiele, das Velodrome mit seinem Radsport-Track, die Wasser-Polo-Arena sowie das Wassersportzentrum. Doch viele der Sportaustragungsorte wurden nur temporär errichtet und werden nach Beendigung der Spiele teilweise oder gar komplett wieder abgebaut. Das Olympiadorf jedoch, das während der Spiele rund 23.000 Athleten und Bedienstete beherbergt, wird im Nachgang gut 2.800 neue Heime zur Verfügung stellen.

Erfolgreicher Testlauf

Das Nervenzentrum der Olympischen Spiele ist das Technology Operation Centre (TOC), welches im August 2011 eröffnet wurde. Hier fand kürzlich die erste von zwei geplanten Technikproben statt. Mit den Tests stellt der IT-Dienstleister sicher, dass sowohl seine „Business Technologists“ als auch die IT und die Verfahren auf alle Eventualitäten vorbereitet sind, die im Laufe der Spiele 2012 auftreten könnten. Im ersten Probelauf wurden konkrete Phasen im Spielplan simuliert. Mehr als 300 IT-Experten des verantwortlichen Organisationskomitees Locog (London Organising Committee of the Olympic and Paralympic Games), von Atos und den anderen Technologiepartnern arbeiteten dabei unter realen Wettkampfbedingungen. Geprüft wurden die IT-, Kommunikations-, Medien-, Sport- und Techniksicherheitssysteme bis ins kleinste Detail auf Herz und Nieren. „Unser Ziel ist es nicht, null Fehler zu machen“, so Patrick Adiba, CEO von Iberia und Mitglied des Atos Group Executive Committee, „denn das ist unmöglich. Aber man sollte stets einen Plan B haben.“ Der Plan B sieht hier so aus, dass es eine alternative Location für das TOC gibt. Der Ort ist geheim und nur wenige Mitarbeiter haben Zugang zu jenem Hochsicherheitstrakt.

Bis zum Ende der Probephase werden Locog und Atos die komplexe IT-Infrastruktur, bestehend aus etwa 11.000 Desktoprechnern, 1.100 Notebooks, 1.000 Netzwerk- und Sicherheitskomponenten, 900 Servern und unzähligen Monitoren, Druckern und Kopierern, über 200.000 Stunden lang akribisch getestet haben. Das System soll in der Lage sein, 30 Prozent mehr Informationen zu verarbeiten als bei allen bisherigen Spielen. Während der gesamten Veranstaltung wird die Technologieinfrastruktur die olympischen Sportler u.a. mit den Systemen Info+ und CIS (Commentator Information System) unterstützen. Das Informationskiosksystem Info+ ermöglicht den Athleten, akkreditierten Medienvertretern und Sportfunktionären den Zugriff auf Ergebnisse, Wettkampfpläne, Medaillenspiegel, Transportnachrichten und Sportaufzeichnungen.

Unter einer Drittelsekunde

Das Kommentatorinformationssystem (CIS) wiederum zeigt die Ergebnisse laut Atos in weniger als 0,3 Sekunden auf Touchscreen-PCs an den Übertragungsorten an, so dass die Kommentatoren die Ergebnisse sehen, bevor sie den Applaus der Zuschauer hören. Doch CIS und Info+ sind nur zwei der über 100 Systeme und Prozesse, die Atos entwickelt, getestet und mit allen Sportgremien und -verbänden abgestimmt hat, so dass sie den aktuellen Regeln und Vorschriften entsprechen. Das Netzwerk der Olympischen Spiele ist zudem in Sicherheitsbereiche aufgeteilt, die vom Intrusion Detection System (IDS) überwacht werden. Darüber hinaus stellt der Dienstleister das Akkreditierungssystem bereit, welches u.a. alle akkreditierten Teilnehmer identifizieren, die Registrierung managen und Zutrittsrechte für über 200.000 Personen bestimmen wird. Die Akkreditierungsausweise dienen gleichzeitig als Einreisevisum für Großbritannien.

Das Technologieteam wird während der Spiele, die am 27. Juli 2012 in London feierlich eröffnet werden, 3.500 Experten umfassen. „Was auch immer geschieht, das System muss zu jenem Zeitpunkt fertig sein und funktionieren“, betont Patrick Adiba. „Mein Team muss sicherstellen, dass wir bereit sind.“ Über die finanziellen Aspekte hüllt sich Atos jedoch in Schweigen. Laut Operations Manager Pieter-Jon Buitelaar sei der Vertrag sehr komplex. Atos ist bereits seit Salt Lake City 2002 der weltweite IT-Partner der Olympischen Winter- und Sommerspiele und war in den letzten zehn Jahren maßgeblich am Ablauf der Spiele beteiligt. Für die Sommerspiele 2012 in London findet noch in diesem Monat ein abschließender technischer Probelauf statt. „Die Atos Business Technologists werden genau wie die Sportler ihr Bestes geben, um die diesjährigen Olympischen Spiele zu einem Erfolg zu machen“, so Michele Hyron, Atos-Chefintegratorin für London 2012. „Der Abschluss der ersten technischen Probe zeigt, dass unser Team hervorragend im Plan liegt.“


Zahlen & Fakten

Olympische Spiele

  • 17 Wettkampftage
  • 26 Sportarten mit mehr als 300 Veranstaltungen
  • 94 Olympiaschauplätze, darunter 36 Wettkampforte
  • 300 Medaillenveranstaltungen
  • 10.500 Athleten
  • 70.000 freiwillige Helfer
  • 21.000 akkreditierte Journalisten, Fotografen und Sendeanstalten
  • 205 nationale olympische Komitees
  • vorrausichtlich 10 Mio. Zuschauer live vor Ort
  • vorrausichtlich 4 Mrd. Zuschauer an TV-Geräten und Computerbildschirmen

Paralympische Spiele

  • 11 Wettkampftage
  • 20 Sportarten
  • 21 Austragungsorte
  • 471 Medaillenveranstaltungen
  • 4.200 Athleten
  • 147 Teilnehmerländer
  • 6.500 Medien und Sendeanstalten
  • 162 nationale paralympische Komitees
  • 2.300 Teamoffizielle

Technische Fakten

  • 5.000 Personen umfassendes Technik-Team
  • 350 Atos Business Technologists während der Spiele
  • 3.500 Personen umfassendes IT-Team während der Spiele
  • 1.600 CIS-Terminals verteilt über die Sportstätten
  • 1.800 Info+-Terminals an den unterschiedlichen Spielstätten


Bildquelle: Lea Sommerhäuser


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