25.01.2012
IT-Dienstleistung
Von: Franz Miller

Fraunhofer entwickelt Analysesystem

Doppelpass zwischen Fußball und Technik

Fraunhofer-Forscher haben das System RedFIR entwickelt, das die Trainings- und Spielanalyse erleichtern erleichtern soll. Auf der CeBIT 2012 können Besucher die Möglichkeiten des Systems bei einem Torwandschießen selbst erleben.


Fraunhofer entwickelte das Analysesystem RedFIR, mit dem Fußballereignisse in Zukunft analysiert und erlebbar gemacht werden können.

Oft gehen die Meinungen nach einem Fußballspiel weit auseinander: Welcher Spieler lief die weitesten Wege? Wer hing nur vor dem Tor herum und wartete auf gutes Zuspiel? Wer verschuldete die meisten Fehlpässe? Wer hat das beste Stellungsspiel? Fragen, die man bisher nur intuitiv oder durch mühsame und zeitaufwändige Videoanalysen beantworten konnte. Die Alternative zu diesen Videoanalysen ist das RedFIR-System, das Experten vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen entwickelt und bereits einsatzbereit im Easy-Credit-Stadion in Nürnberg installiert haben.

Trainer, Experten und Zuschauer sollen künftig direkt und in Echtzeit sehen, was vor sich geht: Ballbesitz, Pässe, Torschüsse, Flanken, aber auch gelaufene Meter oder Geschwindigkeit der einzelnen Spieler. Während eines Spiels oder Trainings lassen sich laut Institut die relevanten Informationen direkt auf einem Tablet-Computer ansehen und auswerten. Darüber hinaus erstellt das System eine 3D-Animation, die Medien und Trainer umgehend nutzen können.

RedFIR beruht auf einer Technologie zur Lokalisierung von Personen und Objekten in Echtzeit. Miniatursender an den Spielern und im Ball senden Funksignale aus. Diese werden von Empfangsantennen, die das Areal umgeben, erfasst. Aus Laufzeitberechnungen kann RedFIR ermitteln, wo sich welche Personen und der Ball gerade aufhalten, heißt es. Diese Daten laufen in einem Rechnernetz zusammen, wo sie aufgezeichnet und ausgewertet werden. „Mit unserem System kann ein Spiel oder Training in Echtzeit statistisch analysiert und auf einem virtuellen Fußballfeld in allen Details rekonstruiert werden. Alle Positionen der Spieler und des Balles sind zur sofortigen oder späteren Verwendung verfügbar“, sagt René Dünkler, Sprecher des Projektes.

Statt Videoaufzeichnungen auszuwerten, können Vereine und Fernsehanstalten mit dem System in Zukunft auf derartige Datenbanken zugreifen, heißt es. Trainer sind in der Lage, mit entsprechend zugeschnittenen Informationen das Potential einer Mannschaft systematisch zu analysieren, neue Spieler zu testen, virtuell einzubauen und Spielzüge oder gar komplette Spiele zu simulieren. Zusätzlich bietet eine Kombination von Videobildern mit dem funkbasierten System ideale Voraussetzungen für eine intelligente, automatisierte Auswertung.

Das Fernsehen der Zukunft wird laut Institut durch das neue System an Attraktivität  gewinnen. Moderatoren können anschaulich komplexe Spielabläufe analysieren, sofort mit 3D-Animation anschaulich darstellen und Statistiken und Tabellen für die Zuschauer auf dem Bildschirm abrufen. Der exakte und anschauliche Vergleich unterschiedlicher Spiele und Spieler aus einer standardisierten Datenbank wird ebenfalls möglich, heißt es. Bei der grafische Aufbereitung sollen sowohl einzelne Sequenzen als auch das komplette Spiel als 3D-Animation aufgezeigt werden können. Auch Kameraflüge durch so aufbereitete Spielszenen sind innerhalb weniger Sekunden für den Zuschauer verfügbar, heißt es.

Auf der Cebit zeigen die Forscher die Möglichkeiten von RedFIR anhand einer Torwand, auf die Besucher mit einem Ball samt Chip schießen dürfen. Beispiele von 3D- und Trainingsanalysen werden dem Zuschauer auf einem Tablet-Computer gezeigt.

www.fraunhofer.de

Bildquelle: © Fraunhofer IIS


Aktuelle Ausgabe

Titelinterview: App-Entwicklung
mit Lars Weiler und Fabian Dressler, Für Sie eG

IT-Sicherheit
Cyberkriminelle entdecken das Internet der Dinge

Fertigungsprozesse
MES: Motor für Industrie 4.0

Neue Wege des Arbeitens

Windows 8
Mit mehr Sicherheit besser - und flexibler

Das neue Office
Immer und überall produktiv

Internet Explorer
Der Webbrowser rückt in den Fokus

Interview mit Lars Weiler und Fabian Dressler, Für Sie eG

Im Rahmen einer Warenbörse der Für Sie Handelsgenossenschaft eG erhielten die Teilnehmer für die direkte Warenbestellung ein Tablet ausgehändigt – inklusive einer auf Microsoft Windows 8 basierenden App. Worauf es bei der App-Entwicklung ankam, erklären IT-Leiter Lars Weiler (li.) sowie Projektleiter Fabian Dressler im Interview...mehr lesen »

IT Mittelstand Newsletter
IT-Sicherheit: Cyberkriminalität & das Internet der Dinge

Die Verbreitung des „Internet der Dinge“ und bringt neue Möglichkeiten hinsichtlich automatisierter Kommunikation und effizienterer Produktionsprozesse mit sich. Gleichzeitig dient die zunehmende Vernetzung von Produktionsanlagen, aber auch die von Alltagsgegenständen wie z.B. Kühlschrank oder Fernseher mit dem Internet als neues Einfallstor für Cyberkriminelle. Auch mittelständische Unternehmen sind hier ein beliebtes Opfer...mehr lesen »

Die Produktion wird selbstständig

Das bislang gängige Bild einer industriellen Produktion ist der Mensch an der Maschine, der die Steuerung übernimmt. Zukünftig sollen diese Anlagen die Planung, Steuerung und Kontrolle selbstständig übernehmen – so die Idee hinter dem Projekt „Industrie 4.0...mehr lesen »