Fraunhofer entwickelt Analysesystem
Doppelpass zwischen Fußball und Technik
Fraunhofer-Forscher haben das System RedFIR entwickelt, das die Trainings- und Spielanalyse erleichtern erleichtern soll. Auf der CeBIT 2012 können Besucher die Möglichkeiten des Systems bei einem Torwandschießen selbst erleben.

Fraunhofer entwickelte das Analysesystem RedFIR, mit dem Fußballereignisse in Zukunft analysiert und erlebbar gemacht werden können.
Oft gehen die Meinungen nach einem Fußballspiel weit auseinander: Welcher Spieler lief die weitesten Wege? Wer hing nur vor dem Tor herum und wartete auf gutes Zuspiel? Wer verschuldete die meisten Fehlpässe? Wer hat das beste Stellungsspiel? Fragen, die man bisher nur intuitiv oder durch mühsame und zeitaufwändige Videoanalysen beantworten konnte. Die Alternative zu diesen Videoanalysen ist das RedFIR-System, das Experten vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS in Erlangen entwickelt und bereits einsatzbereit im Easy-Credit-Stadion in Nürnberg installiert haben.
Trainer, Experten und Zuschauer sollen künftig direkt und in Echtzeit sehen, was vor sich geht: Ballbesitz, Pässe, Torschüsse, Flanken, aber auch gelaufene Meter oder Geschwindigkeit der einzelnen Spieler. Während eines Spiels oder Trainings lassen sich laut Institut die relevanten Informationen direkt auf einem Tablet-Computer ansehen und auswerten. Darüber hinaus erstellt das System eine 3D-Animation, die Medien und Trainer umgehend nutzen können.
RedFIR beruht auf einer Technologie zur Lokalisierung von Personen und Objekten in Echtzeit. Miniatursender an den Spielern und im Ball senden Funksignale aus. Diese werden von Empfangsantennen, die das Areal umgeben, erfasst. Aus Laufzeitberechnungen kann RedFIR ermitteln, wo sich welche Personen und der Ball gerade aufhalten, heißt es. Diese Daten laufen in einem Rechnernetz zusammen, wo sie aufgezeichnet und ausgewertet werden. „Mit unserem System kann ein Spiel oder Training in Echtzeit statistisch analysiert und auf einem virtuellen Fußballfeld in allen Details rekonstruiert werden. Alle Positionen der Spieler und des Balles sind zur sofortigen oder späteren Verwendung verfügbar“, sagt René Dünkler, Sprecher des Projektes.
Statt Videoaufzeichnungen auszuwerten, können Vereine und Fernsehanstalten mit dem System in Zukunft auf derartige Datenbanken zugreifen, heißt es. Trainer sind in der Lage, mit entsprechend zugeschnittenen Informationen das Potential einer Mannschaft systematisch zu analysieren, neue Spieler zu testen, virtuell einzubauen und Spielzüge oder gar komplette Spiele zu simulieren. Zusätzlich bietet eine Kombination von Videobildern mit dem funkbasierten System ideale Voraussetzungen für eine intelligente, automatisierte Auswertung.
Das Fernsehen der Zukunft wird laut Institut durch das neue System an Attraktivität gewinnen. Moderatoren können anschaulich komplexe Spielabläufe analysieren, sofort mit 3D-Animation anschaulich darstellen und Statistiken und Tabellen für die Zuschauer auf dem Bildschirm abrufen. Der exakte und anschauliche Vergleich unterschiedlicher Spiele und Spieler aus einer standardisierten Datenbank wird ebenfalls möglich, heißt es. Bei der grafische Aufbereitung sollen sowohl einzelne Sequenzen als auch das komplette Spiel als 3D-Animation aufgezeigt werden können. Auch Kameraflüge durch so aufbereitete Spielszenen sind innerhalb weniger Sekunden für den Zuschauer verfügbar, heißt es.
Auf der Cebit zeigen die Forscher die Möglichkeiten von RedFIR anhand einer Torwand, auf die Besucher mit einem Ball samt Chip schießen dürfen. Beispiele von 3D- und Trainingsanalysen werden dem Zuschauer auf einem Tablet-Computer gezeigt.
www.fraunhofer.de
Bildquelle: © Fraunhofer IIS
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