27.07.2010
News
Von: Jutta Freisen

Die Mischung macht´s

Marne, im Juli 2010 – So traditionell das Bierbrauen bei der Dithmarscher Brauerei Karl Hintz in Marne auch erfolgen mag, so modern und hochtechnisch sind die Lager- und Logistikprozesse im Unternehmen.


Bereits in der vierten Generation stellt die private Landbrauerei ihr Dithmarscher Pilsener nach altbewährten Familienrezepturen her. Wie jedes andere Unternehmen in der Lebensmittelbranche ist auch die Dithmarscher Brauerei verpflichtet, die Anforderungen der EU-Verordnung Nr. 178 zu erfüllen. Diese fordert lückenlose Rückverfolgbarkeit aller produzierten Einheiten. Möglich ist dies über die eindeutige NVE-Nummer – die Nummer der Verpackungseinheit. So stand auch die Landbrauerei vor der Herausforderung, den Weg jeder einzelnen Palette von der Produktion bis zur Auslieferung nachverfolgbar zu machen. Um diesen Nachweis effizient und unkompliziert zu führen und gleichzeitig die Ein- und Auslagerungsprozesse zu optimieren, entschied sich Dithmarscher auf Barcodelesetechnik umzusteigen – und auf die Funkterminals RF601 von Nordic ID.

Empfohlen wurden die Handhelds durch Dr. Armin Weber, Geschäftsführer von Avado Services, der schon länger mit der Dithmarscher Brauerei zusammenarbeitet und für diese auch ein Lagerverwaltungssystem programmiert hat. „Ich habe mit den Handhelds schon in mehreren Projekten gute Erfahrungen gemacht“, begründet Weber die Empfehlung. Und Carsten Meier, Dispositionsleiter bei der Dithmarscher Brauerei, ergänzt: „Für uns war es wichtig, dass die Handhelds robust und industrietauglich sind. An den Handhelds von Nordic ID hat uns zudem die einfache Bedienbarkeit und die Funkreichweite überzeugt.“

Der Aufbau der Funkinfrastruktur für die Terminals konnte ohne besondere Vorkenntnisse und mit nur wenigen Funkbasistationen erfolgen, heißt es. Während der Anwendung stehen die Handhelds dauerhaft mit dem Lagerverwaltungssystem in Verbindung. Das windowsbasierte PC-Programm kommuniziere über eine bidirektionale Schnittstelle mit der bei der Brauerei eingesetzten Business-Getränkesoftware Drink.3000 von Copa Systeme und steuere die Handheld-Terminals.

Genaue Standorterfassung

Heute setzen die Staplerfahrer im Lager erfolgreich vier RF601-Funkterminals ein. Kommen die mit Bierkästen bestückten Paletten aus der Produktion, werden sie zunächst mit einem Band umwickelt und dann mit einem Barcode-Etikett versehen. Neben der NVE-Nummer soll der Barcode auch weitere palettenbezogene Daten abbilden, wie beispielsweise Chargennummer, Datum und Kistenanzahl. Die Barcodes werden dann bei der Ein- und Auslagerung mit den neuen Handhelds ausgelesen, sodass die Bewegung jeder einzelnen Palette lückenlos nachvollziehbar ist.

Der erste Scanvorgang findet laut Anwender bei der Einlagerung der Paletten aus der Produktion in das Lager statt. Dabei werden nicht nur die Daten an die Branchenlösung Drink.3000 übertragen – durch die Eingabe der Reihennummer in die Handhelds werde im Lagerverwaltungssystem auch der genaue Standort der Palette erfasst und so eine Bestandsführung je Blocklager realisiert.

„Unsere Staplerfahrer erhalten die Verladeaufträge direkt aus Drink.3000 über die Schnittstelle zum Lagerverwaltungssystem auf ihre Handhelds“, erzählt Carsten Meier. „Sie sehen auf einen Blick, wie viele Paletten welcher Sorten verladen werden sollen.“ Auf den Handhelds erscheinen alle nötigen Informationen bis zum exakten Standort der Paletten im Lager. Die Auslagerung erfolge dann nach dem Prinzip First in, First out.

Nahtlose Dokumentation


Beim Zusammenstellen der Touren scannt der Staplerfahrer die jeweiligen Paletten. Bei einem Kommissionierauftrag muss er zusätzlich die Anzahl der Kisten in das Handheld eingeben, die er von der Anbruchpalette entnimmt. „Wird eine falsche Palette gescannt, ertönt sofort ein akustisches Fehlersignal“, sagt Meier. „So wird gewährleistet, dass die richtige Ware in der richtigen Menge verladen wird.“ Ist ein Verladeauftrag erledigt, veranlasse Drink.3000 automatisch den Druck von Lieferscheinen, Ladeschein und NVE-Begleitschein. Durch den Scanvorgang bei der Auslagerung werde zudem nahtlos dokumentiert, wann welche Palette an welchen Kunden ausgeliefert wurde.

Mit der Komplettlösung aus Software und Handheld-Terminals ist die Dithmarscher Brauerei jetzt nicht nur in der Lage, alle Anforderungen der EU-Verordnung Nr. 178 zu erfüllen, es wurde auch eine Prozessoptimierung realisiert. „Wir haben nicht nur die Kosten und den Zeitaufwand reduziert, sondern zugleich den Personaleinsatz optimiert“, resümiert Meier. „Ein Vorteil ist, dass die Staplerfahrer einen Verladeauftrag komplett selbstständig abwickeln können, sobald die Freigabe von Touren zur Verladung erfolgt ist.“ Zudem gehe die Fehlerquote aufgrund der automatisierten Prozesse gegen Null.

Entsprechend zufrieden zeigt sich Meier: „Die Lösung läuft zuverlässig und stabil.“ Und noch etwas anderes soll das Projekt bei der Dithmarscher Brauerei demonstrieren: Tradition und moderne Technologien und Prozesse müssen kein Widerspruch sein. Im Gegenteil – die richtige Mischung wird mitunter zum entscheidenden Erfolgsfaktor.



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