Kommentar von Brian Cornell, Red Hat
Desktop-Virtualisierung: ein zentraler Zukunftstrend?
Kommentar von Brian Cornell, Regional Director Central Europe bei Red Hat, darüber, ob sich Desktop-Virtualisierung künftig auf breiter Front durchsetzen wird

Brian Cornell, Regional Director Central Europe bei Red Hat
Im Bereich Virtualisierung geht es heute nach wie vor primär um Server- und Storagesysteme, weit weniger um die Aspekte Desktop- oder Applikationsvirtualisierung. Generell ist aber auch eine sukzessiv steigende Nachfrage nach Desktop-Virtualisierungslösungen zu registrieren. Hauptgründe für die Einführung virtualisierter Desktops sind eine angestrebte weitgehende Standardisierung aller eingesetzten Systeme und damit eine mittel- und langfristige Kostensenkung.
Wenn man die Frage stellt, ob sich die Desktop-Virtualisierung auf breiter Front durchsetzen wird, darf man eines nicht außer Acht lassen: Dass eine Desktop-Virtualisierung automatisch immer mit einer Senkung von Administrationsaufwand und Kosten verbunden sein muss, ist oft ein Trugschluss. Je homogener die Applikationslandschaft auf Client-Ebene ist, desto größer sind sicherlich die Vorteile. Berücksichtigen muss man allerdings auch, dass man bei der Einführung einer Desktop-Virtualisierungslösung die IT-Komplexität zunächst einmal lediglich auf die Serverebene verlagert und hier unter Umständen beispielsweise eine große Anzahl unterschiedlicher Images vorhalten muss. Auf jeden Fall benötigt man aber eine hochverfügbare und -performante Server-Infrastruktur sowie zuverlässige und leistungsfähige Netzwerkspeicher. Diesen eventuell erforderlichen Investitionsaufwand gilt es zu berücksichtigen.
Gehört aber der Desktop-Virtualisierung als konsequenter Fortführung von Server-und Storage-Virtualisierung wirklich die Zukunft? Hier sollte man das Thema etwas differenzierter betrachten. Zentrale Trends sind in unseren Augen die Verlagerung von Anwendungen in die Cloud und die verstärkte Nutzung von Browser-Applikationen. Die Provisionierung von Anwendungen und der Zugriff der Benutzer auf diese Anwendungen wird verstärkt über SaaS-Dienste (Software as a Service) erfolgen. Die Frage nach einer Desktop-Virtualisierung stellt sich dann nicht mehr.
Ähnlich sieht die Situation im Bereich des Mobile Computing aus. Hier sind Virtualisierungslösungen eher selten zu finden, da sie technisch sehr aufwendig zu realisieren sind. Zudem werden diejenigen, die häufig von unterwegs arbeiten, weiterhin auf lokale Datenhaltung setzen – schon allein, um etwaigen Verbindungs- oder Bandbreitenproblemen aus dem Weg zu gehen. Darüber hinaus wird es aber auch im Bereich mobiler Clients in der Zukunft weniger um Virtualisierung gehen, als vielmehr um die Bereitstellung webbasierter Applikationen oder von Private- und Public-Cloud-Services.
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