14.10.2011
Business Intelligence
Von: Katharina Streater

Kommentar von Katharina Streater, Actuate

Der tägliche Kampf

Ein Kommentar von Katharina Streater, Marketing Manager bei Actuate, über die Arbeitswelt, die der Konsumentenwelt in punkto Anwendererlebnis um 15 Jahre hinterherhinkt


Katharina Streater ist Marketing Manager bei Actuate.

Herr Meier, Vertriebschef, bleibt oft länger in seinem Büro – abends hat er die Ruhe, um sich einen Überblick über die Umsätze der Firma zu verschaffen. Welche Produkte sind diesen Monat am besten verkauft worden, welche Kunden haben im vergangenen Monat weniger ausgegeben und hat sich der Umsatz im Münchener Büro seit Eintritt des neuen Business Development Managers verbessert? Doch die passenden Antworten bleiben aus: Herr Meier kann zwar auf das zuständige System zugreifen, die Standard-Reports erfüllen jedoch nicht seine Anforderungen. Da die IT-Abteilung nicht mehr erreichbar ist, versucht er sich selbst daran. Doch selbst nachdem er sich einen Zugriff auf die Datenbank verschafft hat, kommt er nicht weiter: fehlende Zahlen, leere Zeilen und diese Unmengen an Daten, die er weder sortieren, noch sinnvoll gruppieren kann.

So wie Herrn Maier geht es vielen. Das Internet, Suchmaschinen wie Google oder Anwendungen und Portale wie iTunes oder Youtube zeigen, wie einfach und unproblematisch es ist, Informationen und Rich-Media-Inhalte zu finden und zu nutzen. Die Konsumenten sind heute technologisch so weit, dass es sie zunehmend frustriert, wie langsam und umständlich IT-spezifische Prozesse an ihrem Arbeitsplatz stellenweise sind.

Intelligentes Business?

Selbst in mittelständischen Unternehmen, die den Wert frei zugänglicher Informationen schon früh erkannt haben, macht die Technologie den Mitarbeitern einen einfachen Zugriff nahezu unmöglich. Daten zu integrieren, zusammenzufassen und zu präsentieren ist keinesfalls selbstverständlich. Entweder man ist zu stark auf die Unterstützung der IT-Abteilung angewiesen oder der manuelle Aufwand auf Abteilungsebene ist enorm. Absurd, wenn man bedenkt, wie viel diese Firmen in aufwendige Unternehmensanwendungen investiert haben. Überall werden Daten erfasst; es kann nur niemand einfach genug darauf zugreifen und das Potential nutzbringend ausschöpfen.

Selbstbedienung im Informationssupermarkt

Wird das Engagement der Mitarbeiter ausgebremst, leidet irgendwann auch das Geschäftsergebnis. Unternehmen müssen also einen Weg finden, ihren internen Nutzern, aber auch Kunden und anderen Partnern, ein vergleichbares Anwendererlebnis zu bieten. Wenn sich Informationen wie in einem Selbstbedienungsladen ganz nach Bedarf zusammenstellen lassen, ergeben sich daraus nur Vorteile. Die Mitarbeiter schätzen die Unabhängigkeit von Selfservice. Durch flexible Business Intelligence (BI) können sie sich jederzeit (auch außerhalb der Bürozeiten) Inhalte schnell selbst beschaffen. Das motiviert, steigert die Produktivität und – da niemand mehr die Informationen für sie zusammenstellen muss – der interne Support-Aufwand sinkt.

Das Deployment von IT-Ressourcen über eine zentrale, Cloud-basierte Infrastruktur (selbst wenn die IT-Systeme zur besseren Kontrolle im Unternehmen verbleiben) vereinfacht alles noch weiter. Unternehmen können ihren Mitarbeitern damit ein Web-basiertes Anwendererlebnis schaffen. Der Cloud-Ansatz hat auch noch einen weiteren Vorteil: Für dezentrale Geschäftsbereiche, mobile Mitarbeiter oder andere externe Nutzer wie Kunden und Lieferanten lässt sich ebenfalls ein kontrollierter Zugriff einrichten. Dadurch erhält ein Unternehmen ganz neue Impulse.

Personalisierte Portale

Durch einen liberaleren Zugang zu den Daten geben Unternehmen ihren Mitarbeitern auch mehr Flexibilität in der Nutzung der Informationen. Interaktive Dashboards mit reichlich Gelegenheit zur eigenen Gestaltung ermöglichen jedem Anwender, Informationen so zu selektieren und zu organisieren, wie es ihm für die jeweilige Aufgabe nützlich und sinnvoll erscheint. Davon profitiert auch die Genauigkeit. Fehlinterpretationen, wie sie oft durch unübersichtliche Tabellen mit endlosen Zahlenkolonnen entstehen, kommen nur noch selten vor.

Funktionalitäten wie diese haben sich im Einsatz bei Kunden sehr bewährt. Im Finanzdienstleistungsbereich können beispielsweise Serviceberater für jeden Kunden personalisierte „Broschüren“ erstellen. Ein solches Informationsangebot bietet dem Kunden einen echten Mehrwert, schafft Vertrauen und stärkt die Geschäftsbeziehung. Außerdem lassen sich so Lücken im Konto-, Versicherungs- oder Investmentportfolio erkennen und neue Umsatzchancen erschließen. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich auch im Einzelhandel: In diesem Bereich verlangen Marketing- und Werbeteams nach mehr Informationen, um Werbemaßnahmen auf Mikroebene zu personalisieren und maßzuschneidern.

Beobachter der Branche sind übereinstimmend der Meinung sind, dass die Zukunft von Business Intelligence auf Agilität beruht, also auf der Fähigkeit, dynamische Ergebnisse ohne Umweg über die IT-Abteilung zu produzieren. Nach aktuellen Schätzungen hinkt die Arbeitswelt im Bereich Anwendererlebnis 15 Jahre hinter der Konsumentenwelt her. Die Technologien stehen jedoch bereit. Mittelständische Unternehmen können also aufrücken und die Innovationslücke schließen. Organisationen, die eine Spitzenposition einnehmen möchten, sollten mit einer Umstellung nicht länger warten.


Technologie-Checkliste

Um den internen und externen Nutzern flexiblere und dynamischere BI-Möglichkeiten bereitzustellen, sollte man bei den dafür vorgesehenen Werkzeugen auf folgende Funktionalitäten achten:

  • Eine einheitliche Design-Infrastruktur, mit der unterschiedliche Anwenderumgebungen und Formate, einschließlich Excel und mobile Endgeräte, unterstützt werden können.
  • Auf Smartphones und Tablets sollten native Viewer ebenso unterstützt werden wie Internet-Browser.
  • Interaktive, anpassbare Dashboards, damit die Anwender auch wirklich jeden Aspekt der Informationsauswertung selbstständig kontrollieren können.

 

Bildquelle: Actuate

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