10.08.2010
Zeitschriften
Von: Cerstin Strauß

Den richtigen Ton getroffen

Der dänische Hörgerätehersteller Widex A/S zählt zu den Marktführern für die Entwicklung, Produktion und den Vertrieb von Hörsystemen. Die Produkte stehen für innovative Technologie, hohe Qualität und einfache Bedienung – Kriterien, die die deutsche Tochtergesellschaft auch an ihre neue ERP-Lösung stellte.


Knapp 100 Mitarbeiter sind hier in Vertrieb, Service und Fertigung beschäftigt und beliefern Hörgeräteakustiker in ganz Deutschland mit Hörgeräten. Bislang kam eine individuell programmierte ERP-Software zum Einsatz, die zwar in vielen Bereichen sehr effizient war, jedoch die gestiegenen Anforderungen auf Kundenseite nicht mehr vollständig abdecken konnte. „Wir waren auf der Suche nach einem System, mit dem wir mit überschaubarem Anpassungsaufwand sämtliche Prozesse abbilden konnten“, fasst Walter Huberty, Leiter Finanzen und Controlling bei Widex, die Anforderungen an die neue ERP-Lösung zusammen.

Gemeinsam mit einer Unternehmensberatung sondierte man den Markt und wurde schließlich bei Kumavision:med fündig: „Diese Lösung deckte bereits im Standard einen Großteil der von uns benötigten Funktionen vollständig ab. In Verbindung mit den umfangreichen Reportingtechniken war sie für uns die optimale Lösung – obwohl unser Mutterkonzern mit einer anderen Basis arbeitet“, blickt Huberty zurück. Ein weiterer Pluspunkt: Der Anbieter Kumavision konnte aus einer Hand eine Business-Intelligence-Lösung (BI) sowie ein Dokumenten-Management-System (DMS) liefern.

Hörgeräte müssen dank Widex nicht mehr langweilig beige sein. Für jede Produktfamilie gibt es eine eigene Palette von Zusatzfarben. Abgebildet werden sie in der Branchensoftware als Varianten: „Eine elegante Lösung, da es die Stammdatenverwaltung deutlich vereinfacht. Bisher mussten wir zeitaufwendig für jede Farbvariante einen eigenen Artikelstamm anlegen“, berichtet Huberty. Jetzt können neue Farben schnell hinzugefügt werden. Besondere Anforderungen an die ERP-Lösung stellte auch die Kundenstruktur von Widex: Der Stuttgarter Hörgerätehersteller beliefert neben Einzel- und Filialbetrieben auch Großkunden mit mehreren hundert Filialen sowie Einkaufsgemeinschaften. Daraus resultieren unterschiedliche Anforderungen, beispielsweise für Einzel- und Sammelabrechnungen oder Bonusvergütungen. Nun sind auch „gesplittete“ Szenarien wie die Abrechnung von Hörgeräten über eine Einkaufsgemeinschaft bei direkter Abrechnung von Reparaturen über die Mitglieder möglich.

Lautloser Wechsel

Für die Geschäftsleitung war es besonders wichtig, dass die Kunden von der Softwareeinführung so wenig wie möglich bemerken sollten. „Dies ist  gut gelungen. Von Anfang an konnten wir wie gewohnt weiterarbeiten und dabei neue Funktionen wie etwa die Sofortabrechnung nutzen“, berichtet Huberty. Für Vertrieb und Geschäftsführung besonders nützlich: Auswertungen waren früher nur über EDV-Programmierungen möglich. Mit den Reports  und der integrierten BI- Suite lassen sich nun alle relevanten Kennzahlen auf einfache Weise anzeigen und analysieren. Dokumente und Belege, die noch in Papierform vorliegen, werden über das DMS erfasst. Eine manuelle Verschlagwortung der Belege ist nicht erforderlich, da über aufgeklebte Barcodes ein direkter Bezug zum ERP-System hergestellt wird.

Bei Hörgeräten, die im Ohr getragen werden, kauft die Widex Hörgeräte GmbH beim Mutterkonzern in Dänemark nur die Elektronik ein. Die Schale wird nach einem Ohrabdruck individuell gefertigt. Sämtliche Arbeitsschritte – von der Auftragserfassung über die Fertigung bis hin zu Logistik – sind softwareseitig  abgebildet. Auch Servicefälle wickelt man in Stuttgart über die Branchensoftware ab: „50 Prozent unserer Reparaturfälle laufen über Kostenvoranschläge, daher war die Unterstützung in ­diesem Bereich für uns sehr wichtig. Wir haben direkten Zugriff auf die gesamte Kundenhistorie und können so kurze Servicelaufzeiten erreichen“, erklärt Huberty. Die neue Software ist bei Widex seit einigen Monaten unternehmensweit im Einsatz. Weiterführende Projekte wie die Einführung eines Reklamationsmanagement sind bereits in der Planungsphase. 

Widex Hörgerate GmbH
Geschäftsfeld: Vertrieb, Service und Fertigung von Hörsystemen
Standort: Stuttgart
Gründung: 1953
Mitarbeiter: 100
www.widex-hoergeraete.de


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Im Interview berichten Philipp Hess (re.), Geschäftsführer des Kölner Familienunternehmens Hess Autoteile, und Dr. Ralf Kampker, verantwortlich für IT-Projekte bei dem Mittelständler, über die Implementierung einer SAP-Branchensoftware. Die neue ERP-Lösung sollte dem raschen Unternehmenswachstum begegnen und interne Prozesse beschleunigen...mehr lesen »

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Industrie 4.0 bedeutet die konsequente industrielle Automation unter Einbindung aller relevanten Informationen, die über weltweite, offene Netze zur Verfügung stehen. Doch auch der Mensch soll wohl Teil der modernen Produktionsprozesse bleiben...mehr lesen »