20.09.2011
IT-Dienstleistung
Von: Axel Joerß

Auswahl eines IT-Dienstleisters

Den richtigen IT-Dienstleister im Blick

Was früher für Großkonzerne galt, ist heute auch für die norddeutsche Papierfabrik mit 300 Mitarbeitern oder die familiengeführte Drogeriekette im Badischen relevant: IT ist ein strategisches Instrument für den Erfolg eines Unternehmens, teilweise sogar Grundlage des Geschäftsmodells.


Rasante Fortschritte der Informationstechnologien befördern diese Entwicklung. Die Erneuerungszyklen werden zunehmend kürzer, die Lösungen komplexer und die Angebote unübersichtlicher.

Dieser Entwicklung gegenüber stehen IT-Abteilungen in kleinen und mittelständischen Unternehmen mit wenigen Administratoren, von denen einerseits eine optimale Betriebsunterstützung und anderseits die Beschäftigung mit den neuen Themen verlangt wird. Da die Vielzahl an verknüpften Plattformen und Programmen auch zu Fehlern führt, sind die Administratoren in Krisenfällen gefordert, eine mittlerweile enorm breite Technologie-Klaviatur zu beherrschen. Dies ist kaum zu schaffen – insbesondere dann nicht, wenn für entsprechende Weiterbildung die Zeit oder die Budgets fehlen.

Unternehmen investieren daher heute laut Gartner rund ein Viertel ihrer ITK-Ausgaben in Services- und IT-Dienstleistungspartner, die sie projektbezogen oder in Teilaufgaben unterstützen. Um den richtigen externen Partner für sich zu finden und den Erfolg der Zusammenarbeit sicherzustellen, sollten Unternehmen im Vorfeld die folgenden Aspekte berücksichtigen.

Zunächst gilt es, die interessantesten zwei bis drei Dienstleister in einem Assessment Center zu prüfen und sich einen aussagekräftigen Einblick in die spätere Projektbetreuung zu verschaffen. Hier sollte man sich nicht mit dem Vertriebsmitarbeiter zufrieden geben, sondern um ein Treffen mit dem potentiellen Projektleiter bitten. Er sollte darstellen, wie das Team die Aufgabenstellung angehen möchte. Hier zeigt sich, ob er auf die individuellen Wünsche des Unternehmens eingeht und sich explizit danach erkundigt.

Es muss nicht immer der neueste Trend sein

Technologie und Produkt müssen zum Unternehmen und seiner bestehenden IT-Architektur passen, sich sinnvoll integrieren lassen und vor allem langfristig den Anforderungen entsprechen. Ein guter, erfahrener IT-Dienstleister empfiehlt nicht blind den Bugatti unter den Lösungen, wenn das Konzept den Budgetrahmen sprengt. Daher muss zunächst der Bedarf geklärt werden, bevor Lösungen – natürlich auch mit Trendtechnologien – diskutiert werden. Ein Teil des Entscheidungsprozesses sollte dabei immer die Wirtschaftlichkeitsberechnung sein. Die Projektplanung muss auch das „Danach“ berücksichtigen. Soll sich der IT-Dienstleister nach dem Projekt komplett zurückziehen, müssen sich die IT-Administratoren darauf vorbereiten. Projektbegleitende Schulungen sowie übergangsweise Unterstützung nach dem Projekt sollten daher vorgesehen werden. Eine nachvollziehbare Projekt-Dokumentation und Projektstatus-Meetings ersparen so manchen späteren Ärger.

Nicht wenige Mitarbeiter neigen dazu, sich gegen Änderungen zu sträuben. Da dies im starken Maße Projekterfolge verhindert, bieten mehr und mehr IT-Dienstleister Projektmarketing-Maßnahmen an. Sie informieren betroffene Abteilungen über Projektfortschritte und unterstützen dabei, die Akzeptanz zu erhöhen.

Das Wichtigste zum Schluss

Berücksichtigt ein Unternehmen all diese Aspekte in seiner Entscheidungsfindung, sind die Grundlagen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit gelegt. Neben den messbaren Kriterien spielt die Chemie der Beteiligten aber sehr oft die ausschlaggebende Rolle. Sie muss also stimmen!

 

Was sollte bei der Wahl des IT-Dienstleisters beachtet werden?

- Zunächst den Bedarf klären, bevor an die Lösung gedacht wird!
- Den potentiellen Projektleiter kennenlernen!
- Die Arbeitsweise des Teams erklären lassen!
- Die Wirtschaftlichkeitsberechnung überprüfen!
- Den Übergang nach dem Projektende planen!
- An eine nachvollziehbare Projektdokumentation denken!
- Regelmäßige Projektstatus-Meetings halten!
- Projektmarketing-Maßnahmen in Erwägung ziehen!
- Auf den Bauch hören!


Bildquelle: Comparex


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