02.10.2012
Commerce, Unternehmen

Shopping mit dem Smartphone

Das Schaufenster zum M-Shop

Ware auf dem Groß-Display auswählen, QR-Code scannen und mit dem Smartphone bestellen - so stellt sich Adidas die Zukunft des mobilen Shoppings vor.


Mobile Shopping vor dem Adidias Neo-Store

Aus Sicht des Handels sind Smartphones in erster Linie ein weiterer Kanal für den Vertrieb. Doch den goldenen Weg zur Geldbörse der mobilen Anwender hat bisher noch kein Unternehmen gefunden. Das mobile Einkaufen scheitert oft am schlechten Einkaufserlebnis der kleinen Displays. Außerdem ist die Situation paradox: Der Besitzer des Smartphones ist womöglich unterwegs zwischen Boutiquen, soll aber auf das Display schauen.

Hier sind also innovative Ideen gefragt, die ein Smartphone geschickt in einen Vermarktungsweg einbinden. Adidas hat einen Feldversuch mit einem Konzept gestartet, das völlig quer zu den bisherigen M-Commerce-Apps liegt. Vereinfacht gesagt: Adidas verwandelt den nächtlichen oder sonntäglichen Schaufensterbummel trotz geschlossener Läden in einen echten Einkauf.

Der Shopping-Test ist im Moment nur vor dem Neo-Store in Nürnberg möglich. Dort hat Adidas ein interaktives Groß-Display mit Touchbedienung aufgestellt, das die Bestellung via QR-Code erlaubt. In dem virtuellen Schaufenster werden die Produkte in Lebensgröße dargestellt. Der Einkauf ist recht einfach: Eine App verbindet sich mit dem Shopsystem und nach dem Scan landet das Produkt im Warenkorb.

Dieses M-Commerce-System vermeidet die nervend winzigen Produktbilder und umschifft elegant alle Situationen, in denen Smartphone-Besitzer eher nicht an Shopping interessiert sind. Da sich Adidas Neo in erster Linie an junge und modeinteressierte Leute richtet, dürfte vor allem nachts und an Wochenenden für eine hohe Besucherfrequenz gesorgt sein.

Der Feldversuch in Nürnberg dürfte sehr aufschlussreich sein. Zunächst einmal muss ein solches System natürlich angenommen werden. Außerdem wird die Software sicher noch verbesserbar und ausbaufähig sein. Bei einem Erfolg könnte das interaktive Schaufenster zu einer kleinen Revolution im Handel führen.

Denn das Teuerste an einem zentral gelegenen Ladengeschäft sind nicht die Personalkosten, die sind überall gleich. Die Miete ist oft der größte Kostenfaktor. Hieran scheitern relativ viele Cityboutiquen bereits nach wenigen Monaten. Mit einem interaktiven Schaufenster dürfte dies mehr oder weniger der Vergangenheit angehören.

Außerdem hat das System das Potenzial, für eine sehr weite Verbreitung des entsprechenden virtuellen Stores sorgen: Interaktive Schaufenster rechnen sich womöglich auch kleineren in Städten, in denen ein Ladengeschäft mangels Zuspruch scheitern würde.

Bildquelle: Adidas


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