16.08.2012
Unternehmen

Frühere SoftM erwartet keine beträchtlichen Verluste für 2012

Comarch auf dem Wege der Besserung

Der Vorstand der Comarch Software und Beratung AG geht davon aus, dass nicht nur der Jahresumsatz 2012 deutlich geringer sein wird, sondern auch der Verlust. Er geht davon aus, dass der Umsatz 25,4 Mio. Euro erreichen wird, bei einem EBITDA von etwa 2,5 Mio. Euro – auch weil man sich von unprofitablen Geschäftsfeldern und vielen Mitarbeitern trennt.


Die Bilanz des ERP-Herstellers für das erste Halbjahr 2012 spiegelt die der Strategie wider, sich aus dem Geschäft mit der Systemintegration zurückzuziehen. Insgesamt belief sich der Umsatz in den ersten sechs Monaten auf 11,5 (Vj. 14,7) Mio. Euro. Dazu trugen Standardsoftware 6,8 (Vj.: 7,5) Mio. Euro, Beratung 4,3 (Vj.: 5,2) Mio. Euro, Systemintegration: 0,4 (Vj.: 2,0) Mio. Euro. Zum Stichtag 30. Juni 2012 beschäftigte der Konzern 233 Mitarbeiter (inklusive Freiberufliche) gegenüber 280 am Ende des Vorjahresquartals und 250 zum Jahresende 2011.

Das operative Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) war in den ersten sechs Monaten mit 0,1 Mio. Euro (Vj. -2,2) wieder knapp positiv – hauptsächlich aufgrund der begrenzten Aktivität im Bereich Systemintegration. Das EBIT verbesserte sich von -4,1 Mio. auf -0,9 Mio. Euro. Die deutliche Besserung bei den Finanzzahlen veranlasst den Vorstand zu der Prognosse, dass die Unternehmensgruppe 2012 „keine beträchtlichen Verluste wie in vorangehenden Jahren erleben“ sollte.

Im Geschäftsbericht werden weitere positive Entwicklungen aufgezeigt. Der operative Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit konnte in den ersten sechs Monaten 4,9 (Vj. 2,8) Mio. Euro annähernd verdoppelt werden wie der Auftragseingang für Softwarelizenzen, der auf 2,5 Mio. Euro (Vj. 1,4) stieg. Diese Steigerung ist hauptsächlich auf den Abschluss des Vertrages mit der Finanz Informatik (Sparkassen-Finanzgruppe) im zweiten Quartal zurückzuführen. Und: Der Finanzmittelbestand lag zum 30. Juni bei 3,9 Mio. Euro (Vj. 0,7).

Die Comarch Software und Beratung AG betreut heute nach eigenen Angaben mit rund 230 Mitarbeitern an 15 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz über 3.000 Kunden. Sie ist Teil der Comarch Group, eines weltweit tätigen IT-Konzerns mit Hauptsitz in Krakau und ca. 3.500 Mitarbeitern in 17 Ländern. Wie dem Geschäftsbericht zu entnehmen ist, haben die Comarch Software und Beratung AG und Comarch Schilling GmbH im Juli eine Vereinbarung unterzeichnet, um die Tochter in die Muttergesellschaft einzugliedern.

Im zweiten Quartal setzte Comarch auch die Entwicklung von Tools für die Migration der auf IBM i basierten Finanzsoftware (SoftM Suite, Schilling und DKS) zur neuen Software Comarch Financial Enterprise fort und entwickelte weitere neue Apps für Comarch ERP Enterprise (früher Semiramis) und e-Commerce-Software.

Zu den wichtigsten Erweiterungen für die Produktgruppe der IBM-i-Plattform zählten die Implementierung von SEPA-Überweisungen und die Entwicklung der eBilanz-Funktionalität. Die Schwerpunkte der Entwicklung bei der Personalsoftware Comarch HR (früher Topas) waren die gesetzlichen Änderungen im Meldeverfahren der Sozialversicherung (Unfallversicherung, Betriebsdaten, Zahlstellen). Ferner wurde das neu entwickelte Modul „Elektronische Entgeltbescheinigungen“ vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung zertifiziert. Das Release 7.22 wurde im Juni an die Kunden ausgeliefert.

www.comarch.de

Bildquelle: Gerd Altmann/Opens external link in new windowPixelio.de


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