26.09.2012
Open Source

Open Source als Alternative

Cloud, Groupware und NAS/SAN im Selbstbau

Freie Software verhilft vor allen Dingen kleineren Unternehmen zu einer hochmodernen IT. Allerdings ist für Einrichtung und Betrieb viel Knowhow erforderlich.


Spart Geld: Open Source Software

Open Source Software wird mit freien Lizenzen inklusive Quellcode vertrieben und kostet im Prinzip gar nichts. Allerdings ist manches Programmpaket so komplex, dass es von einem Experten konfiguriert und eingerichtet werden sollte - der verlangt natürlich Geld für seine Dienstleistung. Zudem gibt es von einigen freien Anwendungen kommerzielle Ableger, die erweiterte Funktionen oder 24*7-Support haben.

Trotzdem gilt: Freie Software ist kostengünstiger und häufig sogar besser als kommerzielle Software. Dies liegt unter anderem an der großen Zahl an Entwicklern, die mit den verschiedenen Projekten befasst sind. So werden Programmfehler oder Funktionslücken relativ schnell behoben, da zahlreiche Anwender selbst entwickeln und Korrekturen direkt am kostenlos verfügbaren und mitgelieferten Quellcode machen können.

Inzwischen gibt es eine Vielzahl an Open Source-Lösungen für alle Bereiche der Business-IT, teils sogar in mehreren Varianten. Ein paar besonders praktische und für kleinere mittelständische Unternehmen hochinteressante Lösungen widmen sich dem Themenbereich Cloud, Groupware und SAN/NAS.

Kern zahlreicher kleinerer Serverinstallationen ist immer noch ein Windows-Server mit Exchange als Kernfunktion für Mail, Kontakte und Kalender - ein erprobter Standard, der aber kostet. Wer über Linux-Knowhow verfügt, ist mit einer Linux-Maschine als Server besser bedient. Einen guten und umfassenden Exchange-Ersatz gibt es auch dafür: Opens external link in new windowZarafa. Die kostenlose Edition kann immerhin mit drei Outlook-Anwendern arbeiten. Wer mehr Benutzer benötigt, kann auf verschiedene kostengünstige Editionen zugreifen.

Ein zweites wichtiges Element der Business-IT läuft unter dem Stichwort "Mobile": Die Mitarbeiter wollen gerne mit Smartphone, Tablet oder dem Notebook auf Kalender, Dokumente und Kontakte zugreifen. Dank des Projekts Opens external link in new windowownCloud sind dafür keine großen Verrenkungen nötig. Die Software ersetzt diverse öffentliche Cloud-Dienste wie Dropbox oder Google Calendar.

Damit können Privatanwender und Unternehmen Adressen, Termine, Bilder, Office-, Video- und Audio-Dateien teilen und synchronisieren, die sie auf eigenen Festplatten oder bei einem Hosting-Dienstleister speichern. Damit können sie diese jederzeit, überall und mit jedem Endgerät nutzen und behalten dennoch die volle Kontrolle über all ihre digitalen Inhalte.

Mit der neuen Version können die Anwender auch eigene Speicher mit externem Cloud- Storage von Dropbox oder Google kombinieren: Er erscheint als eigener Ordner bei ownCloud einbinden. Dadurch können sie geschäftskritsche Dokumente auf eigenen Servern und weniger wichtige Daten kostengünstig in der Public Cloud zu speichern. Die Dateien werden trotzdem mit einer einheitlichen Benutzeroberfläche verwaltet.

Ein weiterer Pflichtbestandteil der Unternehmens-IT ist ein Netzwerkspeicher für die unkomplizierte zentrale Speicherung von Daten. Hierfür gibt es spezielle Hardware-Lösungen, die entweder dateiorientiert (Network Attached Storage, NAS) oder blockorientiert (SAN, Storage Array Network) arbeiten. Das Problem: Viele Produkte eignen sich nur wenig für kleinere Unternehmen.

Opens external link in new windowOpenFiler verwirklicht ein NAS oder ein SAN auf Basis eines Linux-Systems. Dabei wird Openfiler, der eine komplette Linux-Distribution umfasst, als Gesamtpaket auf einem einzelnen Computer installiert. Anschließend kann die Speicherhardware des Rechners als NAS oder SAN konfiguriert werden - inklusive aller bekannten Software-Schnittstellen, die von der Spezialhardware anderer Hersteller unterstützt wird.

Mit diesen drei Lösungen besitzt jedes Unternehmen eine Basisausstattung mit viel Komfort, der teilweise nicht einmal von kommerziellen Lösungen erreicht wird - zum Beispiel ownCloud, das mittels Webschnittstelle Cloud-Feeling in jedes Kleinunternehmen bringen kann. Gleichzeitig sind diese Lösungen dank flexibler, unterschiedlich leistungsfähiger Business-Editionen auch für den Einsatz in kleinsten Unternehmen geeignet.

Bildquelle: Rolf / Opens external link in new windowpixelio.de


Aktuelle Ausgabe

Titelinterview: Managed IT-Services
mit Jörg Funke, Geschäftsführer der Butlers GmbH & Co. KG, und IT-Leiter André Martens

Speichermanagement
Flash-Speicher im Unternehmenseinsatz

Buisness Intelligence
Einsatz und Chancen von In-Memory-Technologien

Neue Wege des Arbeitens

Windows 8
Mit mehr Sicherheit besser - und flexibler

Das neue Office
Immer und überall produktiv

Internet Explorer
Der Webbrowser rückt in den Fokus

Interview mit Jörg Funke(li.), Geschäftsführer der Butlers GmbH & Co. KG, und IT-Leiter André Martens

Um die IT-Abteilung im Tagesgeschäft zu entlasten, setzt die Butlers GmbH & Co. KG seit zwei Jahren auf cloud-basierte Managed IT-Services. IT-MITTELSTAND sprach mit Geschäftsführer Jörg Funke (li.) und IT-Leiter André Martens über die Beweggründe....mehr lesen »

IT Mittelstand Newsletter
Flash-Speicher im Unternehmenseinsatz

Wirft man einen Blick auf den deutschen Speichermarkt, ist Flash-Storage derzeit ein viel diskutiertes Thema. Auch für mittelständische Unternehmen wird die Speichertechnologie zunehmend interessant und man zeigt sich bereits experimentierfreudig, obgleich die digitalen Speicherbausteine den herkömmlichen Festplatten in einigen Punkten noch hinterherhinken. Welche Zukunftschancen hat Flash tatsächlich?....mehr lesen »

Gilt in der Cloud US-Recht?

Jenseits rückwärtsgewandter Controlling-Funktionen für die Finanzabteilung verfolgen Business-Intelligence-Einsatzszenarien (BI) in Fachabteilungen weitergehende, zukünftige Erkenntnisinteressen. Vor allem Kunden- und Produktdaten stehen im Fokus. Welche Rolle spielt dabei die Beschleunigung durch In-Memory-Technologien?...mehr lesen »