Alexander Springer, Prevero AG
BPM am ganz konkreten Beispiel
Über die Anforderungen an ein professionelles Planungs- und Controlling-Tool und die sich daraus ergebenden konkreten Aufgabenstellungen, sprachen wir mit Alexander Springer, CEO der Münchner Prevero AG.

Alexander Springer, CEO der Münchner Prevero AG
ITM: Herr Springer, wir hören häufiger, Controlling-Tools für das Business Process Management seien mittlerweile unverzichtbar. Da wir keine Allgemeinplätze mögen: Können Sie uns dies an einem ganz konkreten Beispiel erläutern?
Alexander Springer: Natürlich, lassen Sie mich dazu kurz die Vorgehensweise der Software erklären. Wenn Sie z.B. an beliebiger Stelle in einer Tabelle eine Zahl eingeben, wird diese Zahl in der Datenbank gespeichert. Das – ich nenne es mal zentrale Intelligenz-Tool der Software – erkennt die Bedeutung des eingegebenen Wertes automatisch und löst gleichzeitig eine Neuberechnung in allen Werten aus, die mit dieser Zahl betriebswirtschaftlich logisch in Verbindung stehen. Die neu berechneten Werte werden sofort in der Datenbank abgelegt und stoßen wiederum eine Neuberechnung der mit ihnen in Verbindung stehenden Werte an.
ITM: Und wie sieht das praktisch aus?
Springer: Angenommen, Sie geben einen einzelnen Personalwert neu ein – anstatt mit 17 Konstrukteuren planen Sie nun mit 25 – erfolgt automatisch eine Neuberechnung des gesamten projektbezogenen Personalaufwandes, des GuV-Ergebnisses, der Verbindlichkeiten aus Personalaufwand, des Finanzsaldos, des Betriebsmittelkontostandes und des Bilanzergebnisses. Gleichzeitig ändern sich die Kennzahlen eines Unternehmens, über die die Plandaten gesteuert werden. Und bei einem Konzern ändern sich natürlich zusätzlich die Werte der Muttergesellschaft, eventuell noch einige Zahlen bei Schwesterunternehmen.
ITM: Wie lange dauert es, bis die Zahlen im System aktualisiert sind?
Springer: Unser Produkt Professional Planner arbeitet in Echtzeit, die Berechnungen in der Business Content Library, dem Intelligenz-Tool, erfolgen immer zur Laufzeit. Somit ist gewährleistet, dass mit jeder Eingabe alle Mitarbeiter, auf deren Bereich diese Eingabe eine Auswirkung hat, sofort die Veränderungen in ihren Planungsberichten sehen.
ITM: Wie sehe ich Zusammenhänge zwischen Nettoerlösen und Umsätzen?
Springer: Angenommen, ich verbuche im Dezember einen Netto-Umsatz in Höhe von 3.000 Euro. Der taucht sofort bei der Deckungsbeitragsberechnung auf und in der Gewinn- und Verlustrechnung, wo die 3.000 Euro als Ergebnis vor Steuern ausgewiesen werden. Im Registerblatt „Steuerrückstellung“ erfolgt eine automatische Berechnung der Steuervorauszahlung, und im Finanzplan wird der Betrag bei der Cash-Flow-Planung berücksichtigt.
ITM: Kann ich Aufwandsberechnungen durchführen?
Springer: Ja. Nehmen wir an, Sie kaufen im Juni sogenannte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe im Wert von 10.000 Euro ein. Diese 10.000 Euro verursachen eine Vorsteuer-Summe in Höhe von 1.900 Euro, die im Juli bei der Zahllast ans Finanzamt berücksichtigt werden müssen und die das System automatisch erkennt. Gleichzeitig ändert die Software eigenständig die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, die aus dem Kauf dieser Betriebsstoffe entstehen: nämlich die Kosten für den Kauf zuzüglich der Steuern. Betriebsergebnis und Gewinn- und Verlustrechnung werden auch sofort angepasst.
ITM: Kann ich bei der Planung meiner Geschäftszahlen auch Annahmen treffen?
Springer: Selbstverständlich. Sie können während der Erstellung eines Forecasts sogenannte Was-wäre-wenn-Abfragen durchführen und sofort sehen, wie sich ein bestimmter Wert bei einer angenommenen Änderung entwickelt: Wenn ich fünf neue Vertriebsmitarbeiter beschäftige, brauchen die fünf neue Autos. Wie viel mehr Umsatz muss ich in welchem Zeitraum machen, damit sich diese Investition innerhalb der nächsten 2 Jahre rechnet?
ITM: Wie granular sind die Planungsdaten?
Springer: Auf der untersten Ebene, so feingliedrig wie notwendig. Spannender ist aber, dass man je nach Level und Verantwortungsbereich der Mitarbeiter Teilpläne definieren kann. Im Management-Dashboard sieht man nur noch aggregierte Daten, die man aber jederzeit transparent und nachvollziehbar runterbrechen kann.
Titelinterview
mit Ralf Ahamer, Vorstand der Hotel.de AG
Software
DMS: Durchblick im Dokumenten-Dickicht
Infrastruktur
Sicherheit: Ausspioniert und ausgeraubt!
Interview mit Ralf Ahamer, Vorstand der Hotel.de AG für Marketing, Produktmanagement und IT über über den Einfluss von Mobilität und Social Media auf das Konsumentenverhalten... mehr lesen »
Die Informationsflut in den Unternehmen steigt ununterbrochen. Auch Mittelständler haben mit
ihr zu kämpfen und setzen vermehrt auf ent-
sprechende Dokumentenmanagementsysteme (DMS). Doch was ist hier sinnvoller – der Einsatz einer Inhouse-Lösung oder die Cloud-Variante?... mehr lesen »
Nicht nur für Großkonzerne, sondern auch im Mittelstand stellt das Thema Industriespionage ein immer größeres Problem dar. Warum gibt es noch immer so viele Sicherheitslücken in der Unternehmens-IT und wo kommen die Angreifer her?... mehr lesen »
















